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Heidi Z’graggen will Ständerat
Isidor Baumann beerben

Der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann tritt Ende November 2019 zurück. Vieles deutet daraufhin, dass am 20. Oktober die zweite Frau aus dem Kanton Uri den Sprung ins eidgenössische Parlament in Bern schaffen könnte.
Bruno Arnold
CVP-Ständerat Isidor Baumann. (Bild: PD)

CVP-Ständerat Isidor Baumann. (Bild: PD)

Im kommenden September wird der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann 64 Jahre alt. Er vertritt seinen Heimatkanton seit 2011 in der Kleinen Kammer in Bern. Nun hat er sich entschieden, bei den nationalen Wahlen vom 20. Oktober nicht mehr anzutreten. Dies hat er der kantonalen CVP-Parteileitung am Dienstag mitgeteilt.

«Der Entscheid ist mir nicht leicht gefallen, da ich leidenschaftlich gerne politisiere», betonte Isidor Baumann am Dienstag auf Anfrage der «Urner Zeitung» gegenüber. «Ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Frage einer erneuten Kandidatur beschäftigt. Bei einem persönlichen Ja und eine Wiederwahl durch das Volk vorausgesetzt, wäre ich aber während der kommenden Legislaturperiode ins AHV-Alter eingetreten. Ich habe mich gegen ein Mandat bis im Alter von 69 Jahren entschieden und somit auch gegen eine Kandidatur für einen Teil der neuen Amtsdauer», so Baumann. «Zu gehen, wenn es mir persönlich dient, würde auch nicht meiner Mentalität entsprechen», so der abtretende Urner Ständerat. «Wenn ich für vier Jahre kandidiere, dann stehe ich für diese Zeit zur Verfügung.» Er habe sich nun also «für einen leicht zu frühen und gegen einen zu späten Rücktritt entschieden». Baumann zeigte sich erleichtert, und zwar weniger darüber, dass die Zeit als Ständerat im November zu Ende gehe, sondern viel mehr, dass er den Entscheid nun öffentlich kommuniziert habe.

CVP Uri will ihren Sitz verteidigen

Die CVP Uri macht bereits jetzt ihren Anspruch auf einen Ständeratssitz geltend. «Mit wem wir ins Rennen um die Nachfolge von Isidor Baumann steigen, ist aktuell noch offen», erklärt Flavio Gisler, der Präsident der CVP Uri. Man werde nun mit den potenziellen Kandidaten sprechen und einen Vorschlag für den Parteitag vorbereiten. Zwei der am meisten gehandelten Namen haben sich bereits selber aus dem Rennen genommen. «Ich habe mich im Frühjahr 2018 entschieden, als Landesstatthalter und im Jahr 2020 erneut als Regierungsrat und gleichzeitig als Landammann zu kandidieren», sagte der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (CVP, Bürglen) am Dienstag auf Anfrage. «Deshalb kommt für mich eine Ständeratskandidatur im Herbst 2019 nicht in Frage.» Dass ein Mandat in Bern zu einem späteren Zeitpunkt respektive bei einer entsprechenden Konstellation aber dereinst doch ein Thema werden könne, schliesse er nicht grundsätzlich aus. «Mein Nein zu einer Kandidatur gilt für die nationalen Wahlen vom Herbst 2019.»

Gute Chancen für Urner Frauen

Regierungsrätin Heidi Zgraggen will Ständerätin werden. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer, Bern, 4. Dezember 2018)

Regierungsrätin Heidi Zgraggen will Ständerätin werden. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer, Bern, 4. Dezember 2018)

CVP-Präsident Flavio Gisler selber schliesst eine Kandidatur für den Ständerat zwar nicht grundsätzlich aus, tendiert aber «eher auf einen allenfalls frei werdenden Sitz in der Urner Regierung». Somit dürfte der Weg für die zweite Urner Frau in Bern nach Nationalrätin Gabi Huber (2003 bis 2015) CVP-intern frei sein. Bereits seit längerer Zeit werden Regierungsrätin Heidi Z’graggen und Altlandrätin Patrizia Danioth Halter als aussichtsreichste Kandidatinnen für die Nachfolge von Isidor Baumann gehandelt. Z’graggen bekundet ihre Absicht denn auch unmissverständlich:

«Mein Entscheid, bei einer Vakanz zu kandidieren, ist bereits vor längerer Zeit gefallen.»

«Die neue Herausforderung auf nationaler Ebene reizt mich», erklärte sie am Dienstag auf Anfrage. Die Vertretung auf eidgenössischer Ebene werde für die Kantone immer wichtiger, so die amtierende Urner Justizdirektorin. «Es gibt auf Bundesebene eine Vielzahl von Geschäften, die direkt auf die Kantone durchschlagen, so etwa in den Bereichen Energie, Verkehr oder auch betreffend Beziehungen zu Europa.» Als Regierungsrätin habe sie seit 2004 vielfältige Erfahrungen sammeln können, auch in interkantonalen und eidgenössischen Gremien. Während dieser langen Zeit habe sie sich aber auch ein grosses persönliches Netzwerk aufgebaut.

«Nun bin ich bereit, dieses Netzwerk ebenso wie meine Kenntnisse in unterschiedlichsten politischen Fragen als Ständerätin zum Wohle der Urner Bevölkerung zu nutzen.»

Patrizia Danioth Halter war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dittli kandidiert – Arnold entscheidet diese Woche Heidi Z’graggen hat bereits 2010 für den Ständerat kandidiert, musste damals aber im ersten Wahlgang ihrem Regierungsratskollegen Markus Stadler den Vortritt lassen und trat zum zweiten Wahlgang nicht mehr an. «Die aktuelle Ausgangslage ist mit derjenigen von 2010 nicht vergleichbar», erklärte Z’graggen gestern. «Ich habe seither wichtige zusätzliche Einblicke in die Zusammenhänge zwischen kantonaler und nationaler Politik erhalten.» FDP-Ständerat Josef Dittli, Attinghausen, wird für eine weitere Amtsdauer kandidieren. SVP-Nationalrat Beat Arnold, Schattdorf, will seinen Entscheid in dieser Woche bekannt geben.

Während Jahrzehnten auf dem politischen Parkett

Isidor Baumann kann auf eine lange politische Karriere zurückblicken. Von 1990 bis 2000 war der frühere Vermessungstechniker und Landwirt als Gemeinderat und Gemeindepräsident von Wassen tätig. In dieser Zeit amtete er auch als Präsident des Urner Bauernverbands. Im Jahr 2000 wurde er in den Urner Regierungsrat gewählt und leitete in der Folge zwölf Jahre lang die Volkswirtschaftsdirektion Uri. Von 2008 bis 2010 amtierte Baumann zudem als Landammann. Bei den eidgenössischen Wahlen vom Oktober 2011 delegierte das Volk den Wassner Politiker mit einem Glanzresultat in den Ständerat. 2015 wurde er ebenso deultich im Amt bestätigt. Baumann ist aktuell Mitglied der ständerätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben, der Sicherheitspolitischen Kommission, der Verkehrskommission sowie der Neat-Aufsichtsdelegation. Zwischenzeitlich übernahm er auch Kommissionspräsidien. Im Ständerat habe er einigen Anliegen zum Durchbruch verholfen, so zum Beispiel den Verfassungsartikel in der Landwirtschaft. Es sei ihm aber auch gelungen, kleinere Geschäfte erfolgreich zu vertreten, so etwa die für den Wintersport äusserst wichtige Treibstoff-Rückerstattung für die Pistenfahrzeuge.

CVP Uri dankt Isidor Baumann

Die CVP Uri bedankt sich in einer Medienmitteilung bei Isidor Baumann recht herzlich für die geleistete Arbeit. «Mit Isidor Baumann verlieren wir einen grossen Politiker», sagt Flavio Gisler, Präsident der CVP Uri. Zwar sei Baumann national nicht immer im Rampenlicht gestanden, er habe aber im Hintergrund die Fäden gezogen, um auf kantonaler und eidgenössischer Ebene gute Rahmenbedingungen für die Berggebiete zu schaffen. «Die Leitung der CVP Uri und eidgenössische Parlamentarier aller Parteien schätzen Baumanns konsensorientierte und gradlinige Art des Politisierens.»

Dittli kandidiert - Arnold entscheidet demnächst

Der amtierende Urner FDP-Ständerat Josef Dittli, Attinghausen, wird am 20. Oktober für eine weitere Amtsdauer kandidieren. SVP-Nationalrat Beat Arnold, Schattdorf, will seinen Entscheid bezüglich Zukunft seines Mandats in Bern im Verlaufe dieser Woche bekannt geben.

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