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ISLETEN: Trottet hier ein Wolf über die Strasse?

Gut möglich, dass ein Autofahrer nachts an der Isleten einen Wolf fotografiert hat. Nun laufen Abklärungen. Eine eindeutige Identifikation ist aber schwierig.
Sven Aregger
Verdacht auf einen Wolf: Michael Kempf fotografierte in der Nacht auf Donnerstag dieses Tier an der Isleten. (Bild ZVG)

Verdacht auf einen Wolf: Michael Kempf fotografierte in der Nacht auf Donnerstag dieses Tier an der Isleten. (Bild ZVG)

Sven Aregger

In der Nacht auf Donnerstag, zwischen 1.30 und 2 Uhr, war Michael Kempf mit zwei Begleitern von Bauen in Richtung Seedorf unterwegs, als er sein Auto an der Isleten abrupt stoppte. Vor ihm stand ein Tier auf der Fahrbahn. «Im ersten Moment bin ich erschrocken», erzählt Kempf. «Für mich war schnell klar: Das ist ein Wolf. Auch einer meiner Begleiter, ein Jäger, teilt diese Ansicht.» Die Augenzeugen sind überzeugt: Für einen Fuchs war das Fell des Tieres zu hell, für einen Hund hatte es zu lange Beine. Das Tier habe zuerst in die Autolichter geschaut und sei dann in gemächlichem Tempo Richtung Seerestaurant an der Isleten getrottet, sagt Kempf. «Es hat sich überhaupt nicht gestresst gefühlt.» In der Folge habe es die Strasse überquert und sei hinter einem Haus gegenüber dem Restaurant verschwunden. Dabei ist es Kempf gelungen, per Handy vier Bilder des Tieres zu machen.

Forschungsstelle ist involviert

Die Bilder haben sich gestern in Jägerkreisen schnell verbreitet. Auch Oskar Bissig, Jagdaufseher in Isenthal und Bauen, erhielt ein Bild über sein Handy. Er verständigte die Schweizer Raubtierforschungsstelle Kora. Derzeit laufen die Abklärungen. «Aufgrund der Bildqualität ist eine einwandfreie Beurteilung schwierig. Aber laut Kora ist es gut möglich, dass es sich um einen Wolf handelt», sagte Bissig auf Anfrage. «Wenn es kein Wolf ist, kommen nur bestimmte Hunderassen in Frage, die einem Wolf sehr ähnlich sind.» Beim Jagdaufseher sind in der Vergangenheit schon Meldungen über Wolfssichtungen eingegangen. Der Verdacht hat sich aber nie bestätigt.

Vorfälle in Uri und Obwalden

Experten gehen davon aus, dass in der Schweiz bis zu 30 Wölfe leben. Im Calandatal bei Chur ist ein Rudel beheimatet. Im Urner Etzlital und auf der Oberalp hat ein Wolf im September 2013 insgesamt 24 Schafe gerissen. Im April 2014 tötete das Raubtier ob Sarnen zwei Schafe. Für Aufsehen sorgt Ende 2014 der St. Galler Ort Vättis, wo mehrmals Wölfe gesichtet wurden. Der Wolf ist in der Schweiz geschützt. Wenn einzelne Wölfe erhebliche Schäden anrichten, können die Kantone ausnahmsweise eine Bewilligung zum Abschuss erteilen. Im neuen Wolfskonzept des Bundes sollen Einzeltierabschüsse unter gewissen Bedingungen schneller möglich sein. Zudem sollen die Populationen bei gesichertem Bestand reguliert werden können. Dazu muss die Jagdverordnung angepasst werden. In der Vernehmlassung, die im März endete, ist die Verordnung verschiedentlich auf Kritik gestossen.

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