Rechenzentrum Altdorf soll neu organisiert werden

Vor über 25 Jahren haben sich sechs Gemeinden zur IG Rechenzentrum Altdorf zusammengeschlossen. Nun drängt sich eine zeitgemässere Organisationsform auf.

Carmen Epp
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Die Gemeinde Altdorf aus der Vogelperspektive. (Bild: Urs Hanhart, April 2013)

Die Gemeinde Altdorf aus der Vogelperspektive. (Bild: Urs Hanhart, April 2013)

Die IG Rechenzentrum Altdorf wurde damals von den Gemeinden Altdorf, Attinghausen, Bürglen, Flüelen, Schattdorf und Seedorf ins Leben gerufen, um gemeinsam eine elektronische Datenverarbeitungsanlage anzuschaffen und zu betreiben. Im Lauf der Zeit kamen weitere Gemeinden (Sisikon und Bauen), die Abwasser Uri AG und die Korporationsbürgergemeinde Altdorf hinzu. Die IG stellt den angeschlossenen Gemeinden und Institutionen zeitgemässe IT-Infrastrukturen zur Verfügung.

Nun, 25 Jahre später, wird eine Neuorganisation fällig, die an der Versammlung der betroffenen Gemeinden vorgelegt werden muss. So auch an der Offenen Dorfgemeinde von Altdorf am 15. November.

Einfache Gesellschaft als neue Struktur

Die IG Rechenzentrum Altdorf ist als loser Zusammenschluss organisiert. «Damit verbunden sind naturgemäss recht schwerfällige Entscheidungsprozesse», schreibt der Gemeinderat Altdorf in seiner Botschaft. Die Integration weiterer Gemeinden und Körperschaften sei kompliziert und setze die Einstimmigkeit aller Partner voraus. Zudem fehle im Organigramm ein Organ, das sich mit der strategischen Ausrichtung und dem rasanten technologischen Wandel beschäftigt.

Wahlen

An der Offenen Dorfgemeinde befinden Stimmbürger ausserdem über Wahlen und Einbürgerungsgesuche. Zu wählen sind die Baukommission mit dem Präsidium und vier Mitgliedern, die RPK mit dem Präsidium und sechs Mitgliedern sowie die Wasserkommission. Für Letztere stellt der Gemeinderat den Antrag, die Bisherigen wiederzuwählen. Es sind dies Hansruedi Huwiler als Präsident sowie Herbert Gisler, Rebekka Mattli und Alex Regli als Mitglieder. Das fünfte Mitglied bestimmt der Gemeinderat aus seiner Mitte. (eca)

Aus Sicht der heute in der IG beteiligten Partner dränge sich eine Überarbeitung der Organisationsstruktur auf. Die IG soll neu als «einfache Gesellschaft RZ Altdorf» mit den sechs Gründungsgemeinden Altdorf, Attinghausen, Bürglen, Flüelen, Schattdorf und Seedorf weitergeführt werden. Die Geschäftsbeziehungen zu den übrigen Mitgliedern der heutigen IG und zu künftigen Leistungsbezügern sollen neu konsequent über Dienstleistungsverträge geregelt werden.

Keine Gemeinde hat ein Vetorecht

Damit soll der Kreis der Gesellschafter auf die sechs «Gründer»-Gemeinden reduziert werden. Für Beschlüsse innerhalb der einfachen Gesellschaft ist ein qualifiziertes Mehr erforderlich. Das soll sicherstellen, dass nicht eine einzelne Gemeinde die gesamte Entwicklung des Rechenzentrums Altdorf blockieren kann. Umgekehrt soll keine Gemeinde ein Vetorecht besitzen.

Neu soll eine Strategiegruppe die künftige Ausrichtung des Rechenzentrums festlegen. Die Interessen der Gemeinden bleiben durch deren Vertretung in der Strategiegruppe vollumfänglich gewahrt. Die Grundlagen für die Aufnahme weiterer öffentlich-rechtlicher Körperschaften in den Kreis der Dienstleistungsbezüger seien geregelt, das Vorgehen sei transparent und klar.

Einbürgerungen

Elf Personen stellen an der Offenen Dorfgemeinde ein Einbürgerungsgesuch: Cynthia (Jahrgang 1996) und Aaron (2003) Czekalla, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aber in Altdorf geboren wurden; Sadar Mazuri (1976), der 1998 den Irak verlassen musste, sowie seine Kinder Luna (2006), Lara (2007) und Aya (2012); Katja Koens (1969) aus Deutschland, die seit über 25 Jahren im Kantonsspital Uri arbeitet, und ihre Partnerin Beatrix Koens (1973) aus den Niederlanden; der in Altdorf geborene Marco Tollari (1980) mit italienischer Staatsbürgerschaft; sowie Sven (1965) und Andrea Witzel (1968) aus Deutschland, deren Tochter bereits 2015 eingebürgert wurde. Der Gemeinderat empfiehlt, den Gesuchen zuzustimmen. (eca)

Zeitgemässe Grundlage für Zusammenarbeit

Der Kostenteiler wird beibehalten und ändert sich nicht, schreibt der Gemeinderat Altdorf weiter. Mitglieder der heuigen IG Rechenzentrum Altdorf, die künftig nicht mehr Gesellschafter sein werden, schliessen auf der Basis der Durchschnittskosten der letzten fünf Jahre mit der einfachen Gesellschaft Dienstleistungsverträge ab, wie in der Botschaft ausgeführt wird.

Das neue Gemeindegesetz des Kantons Uri sieht vor, dass solche Zusammenarbeits- oder Gesellschaftsverträge der Gemeindeversammlung vorzulegen sind. Der Gemeinderat Altdorf zeigt sich überzeugt, «dass mit dem neuen Gesellschaftsvertrag die langjährige bewährte Zusammenarbeit der Gemeinden im IT-Bereich auf eine zeitgemässe Grundlage gestellt wird».

Der Altdorfer Gemeinderat beantragt deshalb zuhanden der Offenen Dorfgemeinde, den neuen Gesellschaftsvertrag des Rechenzentrums Altdorf inklusive Anhänge zu genehmigen.

Die Offene Dorfgemeinde findet am Donnerstag, 15. November, 19 Uhr, im Theater Uri statt.