JAGD: «Diese Störung ist wildökologisch wertvoll»

Die Urner Jäger haben zu wenig Hirsche erlegt. Am 2. November beginnt deshalb die Nachjagd auf Kahlwild. Im Urserntal gibt es allerdings keine Beschränkungen.

Bruno Arnold
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Im Kanton Uri beginnt am 2. November die Nachjagd auf Kahlwild. (Bild Wikipedia)

Im Kanton Uri beginnt am 2. November die Nachjagd auf Kahlwild. (Bild Wikipedia)

Aufgrund der Bestandesentwicklungen und der festgestellten Wildschäden wird jedes Jahr eine Jagdplanung für das Hirschwild erstellt. Werden die definierten Sollzahlen nicht erreicht, findet eine Nachjagd statt. Diese wird durchgeführt, damit der Hirsch im Schutzwald und in der Landwirtschaft nicht zu grosse Schäden anrichtet (Verbiss von Jungbäumen und Äsung im Wiesland). Mit dieser Regulation kann auch ein grösseres Wintersterben der Hirschbestände im viel kleineren Winterlebensraum vermieden werden.

November eignet sich am besten

Die Nachjagd wird auf den November angesetzt, da sich die Hirsche dann mehrheitlich im Wintereinstand befinden, wo sie einerseits die hauptsächlichsten Schäden verursachen, anderseits aber auch einfacher bejagt werden können. «Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass diese Art von Nachjagd recht erfolgreich ist», schreibt das Amt für Forst und Jagd in einer Medienmitteilung. «In ein paar wenigen Jagdtagen können die Ziele vielfach erreicht werden. Diese nur kurze Störung der Wildbestände ist zudem wildökologisch wertvoll.

Fast gleich viele wie im Vorjahr

Während der Hochwildjagd 2013 wurden im Kanton Uri insgesamt 155 Hirsche erlegt (55 Stiere, 35 Kühe sowie 65 Spiesser und Schmaltiere). 29 Hirsche (15 Stiere, 7 Kühe sowie 7 Spiesser und Schmaltiere) wurden im Urserntal geschossen, die restlichen 126 im übrigen Kantonsteil. In der Saison 2012 waren es 154 gewesen. Die Jagdplanung 2013 für den Kanton Uri – das Urserntal ausgeschlossen – hatte den Abschuss von 159 Hirschen vorgegeben. Mit 126 erlegten Hirschen wurde dieses Ziel um 33 Tiere verpasst. Eine zusätzliche Anzahl von rund 33 Hirschen soll deshalb ab Samstag, 2. November, und allenfalls jeweils an den darauffolgenden Wochentagen Mittwoch und Samstag erlegt werden. «Da vor allem die Richtzahl der weiblichen Tiere erreicht werden sollte, findet die Nachjagd – ausser im Ursern­tal – nur auf Kahlwild statt, das heisst auf Hirschkühe, Schmaltiere und Kälber», schreibt das Amt für Forst und Jagd. «Im Urserntal sollten möglichst wenige Hirsche überwintern, deshalb wird dort eine Nachjagd auf sämtliches Hirschwild stattfinden.

Für die Nachjagd werden auch die tiefer liegenden Randgebiete im Wald der eidgenössischen Jagdbanngebiete Urirotstock und Fellital geöffnet, also die sogenannten partiellen Banngebiete. Die eigentlichen Kernbereiche der eidgenössischen Jagdbanngebiete bleiben aber (wie die kantonalen Jagdbanngebiete) für die Hirschnachjagd geschlossen. Eine Ausnahme bildet das Gebiet St. Annaberg–Gurschen im Urserntal.

Vor allem Erstfeld–Göschenen

Der Schwerpunkt der Nachjagd wird mit 27 noch zu erlegenden Tieren in der Region 3 (Erstfeld, Silenen, Gurtnellen, Wassen, Göschenen) gesetzt. Dort hatte die Planung den Abschuss von 86 Hirschen vorgegeben, erlegt wurden aber nur 59. In der Region 1 (Seelisberg, Bauen, Isenthal, Seedorf, Attinghausen) waren das Ziel der Hirschjagdstrecke während der Hochwildjagd 28 Hirsche (davon mindestens 12 auf dem Gemeindegebiet von Isenthal und Bauen). Insgesamt wurden 27 Hirsche geschossen, im Gemeindegebiet von Isenthal und Bauen jedoch nur 8, sodass hier während der Nachjagd noch 4 Stück Kahlwild geschossen werden sollen. In der Region 2 (Sisikon, Flüelen, Altdorf, Schattdorf, Bürglen, Spiringen, Unterschächen) wurden 40 Hirsche erlegt (in der Gemeinde Sisikon 3 Hirsche). Damit wurde das Ziel von 45 geschossenen Hirschen insgesamt und mit mindestens 6 Hirschen auf dem Gemeindegebiet von Sisikon nur knapp verfehlt. Daher sollen in Sisikon, Flüelen, Altdorf, Schattdorf und Bürglen insgesamt noch 5 Stück Kahlwild (3 davon in der Gemeinde Sisikon) geschossen werden.

Die Zahlen zu den Gämsabschüssen während der Hochwildjagd 2013 liegen noch nicht vor, da die entsprechenden Abschusskarten erst im Dezember abgegeben werden müssen.

Hinweis

Nachjagd-berechtigt sind Jäger, die das Hochwildjagdpatent 2013 erworben haben. Jeder Jäger hat sich am Vortag der Jagd unter Telefon 1600 (Rubrik 1) über die Bedingungen oder eine allfällige Schliessung der Nachjagd zu erkundigen.