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Jetzt wird es urchig im «Chedi»

Eine Konzertreihe bringt die Neue Volksmusik ins Urserntal. Diese soll das Image dieser Stilrichtung noch mehr aufwerten. Den Anfang machen «Ils Fränzlis da Tschlin».
Florian Arnold
«Ils Fränzlis da Tschlin» bei einem Auftritt am «Alpentöne»-Festival in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart (16. August 2015))

«Ils Fränzlis da Tschlin» bei einem Auftritt am «Alpentöne»-Festival in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart (16. August 2015))

Andermatt hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Nicht nur optisch – das neue Wahrzeichen «The Chedi» ist nicht zu übersehen –, sondern gerade auch im kulturellen Bereich. Zwei hochkarätige Klassikfestivals und ein Pop- und Rockfestival sind nur ein paar Beispiele. «Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um auch der Neuen Volksmusik eine Plattform zu bieten», sagt Maria Gehrig. Die 30-jährige Geigerin, die sich gemeinsam mit ihrem Bruder Fränggi längst einen Namen in dieser Stilrichtung gemacht hat, ist daran, eine entsprechende Konzertreihe auf die Beine zu stellen.

Unterstützung erhält sie von der einheimischen Kulturmanagerin Ariane Russi, welche die Administration für das Projekt übernommen hat. Überzeugt werden konnte aber auch das «The Chedi». Ende Monat wird hier das erste Konzert der Reihe «Andermatt Swiss Alps Folk» stattfinden. Offenbar wird nun die Volksmusik selbst für das Luxushotel attraktiv.

Als Volksmusikerin oftmals schräg angeschaut

Das wäre vor einigen Jahren undenkbar gewesen – hätte es das Hotel dann schon gegeben. Maria Gehrig erinnert sich: «Als ich noch zur Schule ging, lag Volksmusik so was von nicht im Trend. Ich musste mir schon ab und zu einen Spruch von einem Mitschüler anhören.» Noch während des Klassik-Studiums, das Gehrig vor drei Jahren abgeschlossen hat, wurde sie von einigen Studienkollegen schräg angeschaut. «Bis sie gemerkt haben, dass es für diese Musik einen grossen Markt gibt.»

Früher sei die Volksmusik mit konservativen Werten und einer politisch rechten Einstellung in Verbindung gebracht worden. Von diesem Image habe man sich lösen können. Dass an Hochschulen nun auch Volksmusik angeboten werde, habe ebenfalls einen Teil zum neuen Bild beigetragen. Zudem könne man feststellen, dass wieder sehr viele Jugendliche Volksmusik machen. Ein regelrechter Boom ist bei der Musikschule Uri festzustellen: Zurzeit belegen 64 Schüler das Fach Schwyzerörgeli und 30 Schüler lernen Akkordeon.

Die Volksmusik wird weiter entwickelt

«Traditionell bedeutet nicht gleich altmodisch», sagt Maria Gehrig. Und genau damit spielt die Neue Volksmusik. «Wir verändern die Musik nicht, sondern wir entwickeln sie weiter.» Mit der Ländlermusik vermischen sich so andere Stilrichtungen wie Jazz, Klassik oder auch Volksmusik von Irland oder Südamerika. Wichtig seien aber die Wurzeln, welche alle Musiker mitbringen würden, mit denen sie Volksmusik mache. «Rhythmik, Artikulation und Drive der Volksmusik kann man nicht einfach so lernen. Diese Grundkonzepte muss man über Jahre mitbekommen haben.» Das macht die neue Volksmusik zu einer qualitätsbewussten und zeitgemässen Stilrichtung, wie es in der Beschreibung der Konzertreihe heisst.

Bei «Andermatt Swiss Alps» und beim «The Chedi» freut man sich auf die Konzertreihe. «Wir haben die Idee von Anfang an unterstützt», sagt Mediensprecher Stefan Kern. «Es ist authentische Musik, die einen starken Bezug zu dieser Region hat.» Bisher habe es im Luxushotel vor allem Klassik zu hören gegeben, aber auch Pop- und Rock-Konzerte im Rahmen von «Andermatt Live». «Die Volksmusik spricht verschiedene Leute an», glaubt Kern. «Wir erwarten ein gemischtes Publikum, das von unseren internationalen Hotelgästen bis zu Einheimischen reichen wird, die sonst vielleicht noch nie unser Hotel besucht haben.»

Die Konzertreihe wird eröffnet von «Ils Fränzlis da Tschlin» am Samstag, 24. November, um 20 Uhr. «Ausgehend von der traditionellen Engadiner Volksmusik streunen die fünf Musiker durch alle möglichen und unmöglichen Musikstile, springen dem Kitsch manchmal nur um Haaresbreite von der Schippe, um sich dann wiederum auf gefährlich schräges Terrain zu wagen», heisst es im Konzertprogramm. Am Sonntag, 6. Januar, wird Maria Gehrig selber im Duett mit ihrem Bruder Fränggi zu hören sein.

Hinweis

Informationen und Tickets gibt es unter www.andermattfolk.ch

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