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JOBS: Pfisterer: Rettung gescheitert

Pfisterer hält am Stellenabbau in Malters und Altdorf fest. Derweil haben überraschend zwei langjährige Geschäftsführer das Unternehmen verlassen.
Die Firma Pfisterer Sefag, fotografiert im April dieses Jahres in Malters. (Bild Boris Bürgisser)

Die Firma Pfisterer Sefag, fotografiert im April dieses Jahres in Malters. (Bild Boris Bürgisser)

Maurizio Minetti

In Winterbach, einer Gemeinde im Südwesten Deutschlands östlich von Stuttgart, findet jedes Jahr ein Fussballturnier des lokalen Elektrotechnikherstellers Pfisterer statt. Dieses Jahr lief ein Team aus der Produktionsabteilung mit einer dezimierten Mannschaft auf. Die Spieler wollten so aufzeigen, wie schwierig es ist, ohne wichtige Stützen ein Turnier zu bestehen. Die Mannschaft belegte beim Turnier den letzten Platz.

Ähnliche Aktionen wie im deutschen Winterbach gab es in Malters nicht, obwohl Pfisterer auch in unserer Region Arbeitsplätze streichen will, um auf dem umkämpften Markt der Energienetze bestehen zu können. In Malters stellt Pfisterer Sefag seit 1975 Silikon-Verbundisolatoren für Stromleitungen her. Mitte April hatte das Unternehmen die Verlagerung von 60 von 200 Arbeitsplätzen von Malters nach Tschechien bekannt gegeben. Pfisterer Ixosil in Altdorf – eine ehemalige Sparte von Dätwyler – will zusätzliche 40 bis 50 Stellen von 110 auslagern.

Stellenabbau nächstes Jahr

An diesen Plänen wird weiterhin festgehalten. Das bestätigt auf Anfrage Alexander Häfliger, der Anfang November überraschend die Geschäftsleitung bei der Pfisterer Sefag AG in Malters und bei der Pfisterer Ixosil AG in Altdorf übernommen hat. «Der Plan sieht unverändert eine Verlagerung der Arbeitsplätze bis 2018 vor», sagt Häfliger. Die langjährigen Geschäftsführer Samuel Ansorge, zuständig für die Technik, und Jörg Fries, der den Vertrieb leitete, haben das Unternehmen laut einer Mitteilung «in gegenseitigem Einvernehmen und Respekt» verlassen. Neu übernimmt der bisherige Finanzchef Michael Keinert zusätzlich interimistisch die Verantwortung für den Vertrieb, Produktionschef Peter Hommel verantwortet bis auf weiteres zusätzlich den Bereich Technologie und Innovation. Durch diesen Wechsel sollen Entscheidungswege verkürzt werden, um insbesondere die Anfang Oktober erworbene Lapp Insulators Holding, ein Spezialist für Hochspannungsisolatoren, schnell zu integrieren sowie das vor einem halben Jahr gestartete Wachstumsprogramm «Next Level» voranzutreiben.

Nach dem Weggang von Ansorge und Fries, sagen Kenner des Unternehmens, gebe es kaum Hoffnung, dass die Verlagerung gestoppt werden könne. Die beiden sollen der geplanten Verlagerung kritisch gegenübergestanden sein.

Verhandlungen mit Käufern

Der neue Geschäftsführer Alexander Häfliger wird nun die schwierige Aufgabe haben, die Abbaupläne umzusetzen. Im laufenden Jahr soll es keine Entlassungen geben, so Häfliger. «Wir werden nächstes Jahr zuerst die Belegschaft informieren und danach die Öffentlichkeit.» Ein Sozialplan sei in Arbeit, sagt Häfliger, ohne aber weitere Informationen preiszugeben. Separat verhandelt Pfisterer seit Monaten mit mehreren potenziellen Käufern der Sparte Metallverarbeitung in Malters mit 50 Mitarbeitern. Dieser Verkauf ist noch immer nicht abgeschlossen, obwohl es Ende Juli geheissen hatte, es habe verschiedene Interessenten gegeben und man befinde sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Käufer. «Die Verhandlungen dauern noch immer an», sagt Häfliger. Erklärtes Ziel beim Verkauf der Metallverarbeitung ist es, dass die Produktion in Malters bleibt.

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