Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Urner Jugend spürt eigene Wünsche und Ideen auf

Das Theater Uri organisierte einen Anlass zum Thema Jugendbewegungen. Ganz so rebellisch wie in den 1980er-Jahren zeigten sich die Teilnehmer nicht – aber doch auch angriffig.
Julia Trottmann
Die Jungpolitiker Marco Planzer, Fabio Affentranger, Joel Gamma und Soraya Sägesser (von links) diskutierten am «Speaker’s Corner» angeregt über aktuelle Themen. (Bild: PD, Altdorf, 25. Oktober 2018)

Die Jungpolitiker Marco Planzer, Fabio Affentranger, Joel Gamma und Soraya Sägesser (von links) diskutierten am «Speaker’s Corner» angeregt über aktuelle Themen. (Bild: PD, Altdorf, 25. Oktober 2018)

Fast 40 Jahre ist es her, als in Zürich, Basel, Luzern, St. Gallen und Zug Jugendliche auf die Strasse gingen. Sie alle kämpften für autonome Jugendzentren und gegen eine biedere bürgerliche Gesellschaft.

Urner infiltrierte Zürcher Jugendbewegung

Mit dabei war auch der Urner Willy Schaffner – und zwar auf zwei Seiten. Er schlüpfte Anfang der 1980er-Jahre für die Zürcher Polizei als Willi Schaller in die Rolle des linken Aktivisten. Sein Auftrag: Er sollte auf Wunsch seiner Vorgesetzten die autonome Szene ausspionieren. Fünf Jahre lang infiltrierte er die Zürcher Jugendbewegung. Schaffners Enttarnung markierte den Anfang vom Ende der Undercover-Einsätze bei der Stadtpolizei Zürich.

Das Buch «Das Doppelleben des Polizisten Willy S.» regte die Verantwortlichen des Theaters Uri an, Jugendliche zum Anlass «Born to run» einzuladen. Was bewegt Urner Jungpolitiker? Dies war die Frage, die hinter «Born to run» stand.

Willy Schaffner stellte sich den Publikumsfragen

Den Auftakt machte die Lesung aus Willy Schaffners Buch, die Autorin Tanja Polli vornahm. Sie zitierte eindrückliche Textstellen, die aufzeigten, wie Schaffners Welt als Undercover-Polizist im Mai und Juni 1980 ausgesehen hat. Der heute in Gurtnellen lebende ehemalige Polizist kommentierte die Textstellen aus eigener Sicht mit diversen Anekdoten und beantwortete Fragen aus dem Publikum.

«Born to Run» beschäftigte sich zudem den ganzen Abend lang mit der Jugend, ihren Wünschen und Ideen. Das Theater Uri gab dabei Vertretern der vier Jungparteien des Kantons Uri Gelegenheit, sich auf einer Plattform Parole zu bieten. Am eingerichteten «Speaker’s Corner» diskutierten und gestikulierten Marco Planzer (JCVP), Joel Gamma (JFDP), Fabio Affentranger (JSVP) und Soraya Sägesser (Juso) angriffig, aber auch überlegt.

Noch heute wehren sich junge Menschen

Auch die eingerichteten Filmkojen zogen Junge an. Nicht nur im Zürich der 1980er Jahre, auch in den USA und in Russland wehren sich heute noch junge Menschen und kämpfen um Rechte und Anerkennung ihrer selbst oder protestieren mit Widerstand gegen das Establishment.

Schliesslich blieb keine Frage offen. Und wenn schon: Ob nun die Urner Jugend wirklich noch genug rebelliert oder ob diese doch schon zu den Alten von Morgen zählt, bleibt wohl Gedankengut jedes Einzelnen. Und bei gemeinsamem Bier und während des Konzerts von «Jeff And The Dropouts» tippte sowieso jeder Fuss im gleichen Takt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.