JUGENDVANDALISMUS: Die Gemeinden fordern Sofortbussen

Bei Littering und Unfug könnten Störenfriede schon bald an Ort und Stelle gebüsst werden. Das wollen Urner Gemeinden gesetzlich verankern.

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Jals zu den Sofortbussen: «Muss einer von euch noch bislen? Ich kann nämlich nicht wechseln.» (Karikatur Jals)

Jals zu den Sofortbussen: «Muss einer von euch noch bislen? Ich kann nämlich nicht wechseln.» (Karikatur Jals)

Jugendvandalismus bleibt in Uri ein Dauerproblem. Dies obwohl vorab die Gemeinde Altdorf bereits viele Massnahmen ergriffen hat. «Die Massnahmen greifen, sie genügen aber nicht», sagt die Altdorfer Gemeindepräsidentin Barbara Bär.

Littering und Unfug im Strafgesetzbuch verankern
Verschiedene Urner Gemeinden fordern, dass die Artikel Littering (Wegwerfen und Liegenlassen von Abfällen) und Unfug (etwa Nachtruhestörungen, Urinieren auf öffentlichen Plätzen) im Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch verankert werden. Dieses wird mit der Revision des Polizeigesetzes, die Ende Jahr vors Volk kommen soll, angepasst.

«Die Bussen müssen wehtun»
Mit dem Einführungsgesetz könnte die Polizei fehlbare Vandalen künftig an Ort und Stelle büssen. «Die Ordnungsbussen müssen so hoch sein, dass sie wehtun. 40 Franken wären zu wenig», sagt Bär.

In der Zentralschweiz hat Obwalden schon Erfahrungen mit Sofortbussen gemacht. Wer dort öffentliches Eigentum verunreinigt oder verunstaltet, zahlt 100 Franken. In Engelberg haben Feedbacks aus Hotelkreisen ergeben, dass es seit der Einführung im Dezember ruhiger geworden ist.

Die Eltern stehen in der Pflicht
Bereits heute im Urner Gesetz verankert sind Sanktionen bei Sachbeschädigungen, die allein in Altdorf jährlich rund 16'000 Franken verschlingen. Seit Anfang Jahr wird im Urner Hauptort gegen Jugendliche, die erwischt werden, nicht nur Strafanzeige eingereicht. Die Gemeindebehörden laden sie gemeinsam mit den Eltern zu einem Gespräch vor.

Die Eltern stehen laut Bär denn auch in der Pflicht. «Jugenvandalismus ist nicht nur Sache der öffentlichen Hand. Die Eltern müssen ihren Kindern Respekt und Anstand beizubringen.» Bär appelliert auch an die Zivilcourage der Erwachsenen, die Auffälligkeiten melden und auf fehlbare Jugendliche zugehen sollen.

Die Jugendlichen werden zudem ersucht, Fronarbeiten zu leisten. Erfüllen sie ihre Einsätze zu aller Zufriedenheit, sieht die Gemeinde von der Strafanzeige ab.

Sven Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.