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Tennis-Akademie auf Mallorca: Junger Urner auf den Spuren Nadals

Vor rund einem Jahr entschied sich der 16-jährige Jan Jauch in der Hochleistungsakademie von Rafael Nadal auf Mallorca einen neuen Weg einzuschlagen. Das Nachwuchstalent hat es bislang keine Sekunde bereut – und setzt sein Abenteuer fort.
Philipp Zurfluh
Verfolgt seinen Tennis-Traum: Jan Jauch vor der Rafa Nadal Academy in Manacor im Osten der Insel Mallorca (Bild: PD)

Verfolgt seinen Tennis-Traum: Jan Jauch vor der Rafa Nadal Academy in Manacor im Osten der Insel Mallorca (Bild: PD)

Training und Schule, tagein, tagaus. Der Tagesablauf ist klar geregelt. Drei Stunden Tennisunterricht und eine Stunde Fitness am Morgen sowie vier Stunden Schule am Nachmittag stehen während der Woche auf dem Programm. Da kommt auch Jan Jauch ab und zu an seine Grenzen. «Vor allem, wenn ich mich zurückerinnere an den Einstieg vor einem Jahr. Die ersten paar Wochen waren hart, doch ich wollte von Anfang an das Ding durchziehen.» Vor allem nach kräftezehrenden Trainings hatte er zu Beginn noch Mühe. So litt auch etwas die Konzentration im Schulunterricht.

Mittlerweile hat sich der Teenager eingelebt im riesigen Gebäudekomplex in Manacor auf Mallorca (siehe Box). Die Rafa Nadal Academy verbindet Tennis und Bildung mit dem Ziel, dass der Spieler seine Karriere als Tennisspieler verfolgen kann, ohne aufzuhören, sich auf akademischer Ebene fortzubilden. «Jedes Mädchen hat seinen eigenen Charakter, jeder Junge seinen eigenen Kopf. Die jungen Sportler sollen reifen und ihre Persönlichkeit verbessern», erklärte der 17-fache Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal Ende vergangenen Jahres in einem Interview.

Drei Trainer kümmern sich um acht Spieler

Obwohl das Leben in der Nachwuchsakademie kein Zuckerschlecken ist, kommt Jan Jauch ins Schwärmen. «Die Anlage ist ein Paradies, wir Spieler werden rundum betreut.» Die Nachwuchskräfte profitieren von professionellen Trainern. Gleich drei Coaches kümmern sich um acht Jugendliche in den Trainings. «Wir geniessen viel Aufmerksamkeit, denn die Trainer können gezielt auf die einzelnen Spieler eingehen.» Neben des sportlichen Aspekts nimmt auch die akademisch Ausbildung eine zentrale Rolle ein. Dafür zuständig ist die American International School Mallorca. Englisch, Spanisch, Geschichte, Chemie, Mathematik und Sportwissenschaften werden unterrichtet.

Einblick in die 2016 eröffnete Rafa Nadal Academy. (Bild: PD)

Einblick in die 2016 eröffnete Rafa Nadal Academy. (Bild: PD)

Seit Beginn seines Aufenthalts unter der mallorquinischen Sonne durfte Jan Jauch diverse Turniere auf der Insel bestreiten. Aber nicht nur: So war er schon auf dem spanischen Festland und auch in den Vereinigten Staaten bei internationalen Turnieren im Einsatz. «Da fühlt man sich manchmal wie in das Leben eines Profis hineinversetzt, daran könnte ich mich gewöhnen. Es ist ein cooles Feeling», erzählt der Urner und philosophiert über seine Zukunft.

Die Sucht nach der Sportart mit dem Filzball ist bei Jan Jauch seit Kindsbeinen ungebrochen. «Wenn ich nicht das Racket in der Hand halte, ist mir oft langweilig.» Trotzdem war er froh, während dem Sommer für einige Wochen in seine Heimat, den Kanton Uri, zurückzukehren. «Die Zeit mit der Familie und Freunden hat mir gut getan. Ich konnte etwas abschalten vom Training- und Schulalltag und meinen Energiespeicher aufladen.» Seit kurzem ist der Flüeler wieder zurück in Manacor und hat in der Nachwuchsakademie das zweite Jahr in Angriff genommen. «Es war wie ein Nach-Hause-Kommen, ich habe alles schon gekannt.» Vor einem Jahr habe vieles noch fremd gewirkt und er nicht genau gewusst, was ihn erwarte.

Durch täglichen Kontakt mit anderen Nachwuchsspielern sind viele gute Freundschaften entstanden. «Haben wir am Wochenende frei, unternehmen wir etwas und haben viel Spass zusammen.» Gerade erst kürzlich sei er in einem Wasserpark gewesen. «Solche Ausflüge sind eine gute Abwechslung zum genau durchstrukturierten Alltag und bringen mich auf etwas andere Gedanken.»

Ziel: Studieren an einer amerikanischen Universität

Jan Jauch musste nicht lange überlegen, ob er sein Abenteuer auf Mallorca fortsetzen möchte: «Es kamen bei mir zu keiner Zeit Zweifel auf. Ich konnte viele spielerische Fortschritte erzielen und auch die Resultate bei Turnieren sind in Ordnung.» Der Teenager ist keine Person der lauten Worte, doch er ist eine Kämpfernatur: «Man kann sich immer überall weiterverbessern. Das muss das Ziel sein.» Jan Jauch möchte die noch zwei Jahre dauernde Ausbildung abschliessen und dann mit einem Stipendium an einer amerikanischen Universität studieren. Später dann mit dem Tennisspielen seinen Lebensunterhalt verdienen, davon träumt er. Illusionen macht er sich aber keine: «Ich brauche noch sehr viel, und das nötige Glück, um mich nach vorne drängen zu können.»

Nur das Beste für die Tennisspieler

Im Juni 2016 wurde die 40 000 Quadratmeter grosse Anlage eröffnet. Bis zu 140 Jugendliche von 10 bis 18 Jahren finden in der Akademie Platz, gelegen in der Stadt Manacor im Osten der Insel Mallorca und fernab des Massentourismus. Es gibt 26 Innen- und Aussentennisplätze, ein Fitnesscenter, einen Fussballplatz sowie zwei Schwimmbäder. Für ein Jahr an der Tennisschule muss man tief in die Taschen greifen. Die Kosten belaufen sich auf rund 56 000 Euro.

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