JUSTIZ: Urner Justiz wird hart kritisiert

In der «Rundschau» spricht ein Strafrechtsprofessor im Fall Ignaz Walker von gravierenden Verfahrensfehlern und Rechtsverletzungen. Auch ein Polizist wird beschuldigt.

Bruno Arnold
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Ignaz Walker ist zurzeit im Gefängnis Grosshof in Kriens inhaftiert. (Bild: Screenshot «Rundschau»)

Ignaz Walker ist zurzeit im Gefängnis Grosshof in Kriens inhaftiert. (Bild: Screenshot «Rundschau»)

Das Urner Obergericht verurteilte den Erstfelder Barbetreiber Ignaz Walker am 11. September 2013 zu 15 Jahren Freiheitsentzug. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Barbetreiber den Kroaten Sasa S.* beauftragt hatte Walkers Ehefrau zu töten. Nun kritisiert Strafrechtsprofessor Christof Riedo von der Universität Freiburg die Urner Justiz massiv. Für den Strafrechtsprofessor ist klar: «Hier gab es Rechtsverletzungen.»

«Befangener» Polizist ermittelte

Aus den Akten geht unter anderem hervor, dass Ignaz Walker bereits bei der ersten Befragung darauf aufmerksam machte, dass ermittelnde Polizisten befangen seien. Tatsächlich hatten im Dezember 2006 vier Polizisten eine heftige Auseinandersetzung mit Walker. Als Hauptindiz würdigte das Urner Obergericht im vergangenen September eine DNA-Spur auf der im Januar 2010 abgefeuerten Patronenhülse. Doch diese DNA fand ausgerechnet derjenige Kriminalpolizist («M.»), der gemäss Riedo wegen möglicher Befangenheit gar nicht erst hätte ermitteln dürfen.