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JUSTIZ: Wirt erstochen: Landgericht Uri schickt Gast 16 Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht Uri hat einen 55-jährigen Mann des Mordes und Diebstahls schuldig befunden und ihn zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt. Freigesprochen wurde er vom Vorwurf der häuslichen Gewalt. Der Verteidiger hat vorsorglich Berufung angemeldet.

Der Täter hörte sich das Urteil am Freitag im Rathaus Altdorf zusammengesunken auf der Anklagebank an. Mit 14 Messerstichen hatte der gelernte Koch in den frühen Morgenstunden des 24. März 2013 den 51-jährigen Wirt des Restaurants Mühle in Schattdorf getötet. Bei dieser Gelegenheit nahm er eine Tasche mit mehreren tausend Franken und weiteren Gegenständen mit. Die Beute wurde in der Garage des Täters, die Tatwaffe in einem Bach in der Nähe gefunden.

Verfolgt gefühlt

Der Mann ist geständig, doch kann er sich nach eigenen Angaben nicht mehr erinnern, wie es dazu kam und was genau abgelaufen ist. Dass er an jenem Tag ein grosses Küchenmesser bei sich gehabt hat, begründet er mit seiner Angst - er habe sich verfolgt gefühlt. Beim Prozess in der vergangenen Woche bat er die Familie des Opfers um Entschuldigung. Es sei ihm bewusst, dass er etwas Schreckliches und Schlimmes getan habe. Er wünschte, er könnte alles rückgängig machen.

Der Oberstaatsanwalt ist von einem skrupellosen "klassischen Raubmord" ausgegangen. Das Motiv für das "Blutbad" sieht er in den finanziellen Problemen des Angeklagten. So habe dieser in einem Nachtlokal in Erstfeld in den drei ersten Monaten 2013 total 13‘000 Franken ausgegeben, bei einem monatlichen Einkommen von rund 2700 Franken.

Der Oberstaatsanwalt beantragte, den Mann des Mordes und des Raubes sowie der einfachen Körperverletzung, der Drohung und der Tätlichkeiten gegenüber seiner Frau schuldig zu sprechen und ihn zu 17 Jahren Freiheitsstrafe zu verurteilen.

Der Verteidiger dagegen plädierte auf Totschlag im Affekt sowie Diebstahl und sagte, die Anklage stütze sich auf Hypothesen und teilweise "absurde Spekulationen" Obwohl nicht genau geklärt sei, was am 24. März geschehen sei, konstruiere die Anklage einen Tathergang, der ihren Antrag auf vorsätzlichen Raubmord stütze. Der Verteidiger plädierte auf Totschlag, allenfalls vorsätzliche Tötung, und auf fünf respektive acht Jahre Gefängnis.

Angeklagt war der Täter auch der häuslichen Gewalt gegen seine inzwischen von ihm geschiedene Ehefrau. Konkret ging es um Körperverletzung, Tätlichkeiten und Drohungen.

Verwerflich, skrupellos, hinterhältig

In seinem Urteil ist das Landgericht Uri im wesentlichen Punkt der Staatsanwaltschaft gefolgt und hat den Angeklagten des Mordes schuldig befunden. Der Täter sei aus verwerflichen Gründen skrupellos, hinterhältig und besonders grausam vorgegangen. Ein Raubmord sei zwar nicht auszuschliessen, könne aber nicht nachgewiesen werden.

Das Gericht befand daher den Mann neben des Mordes "lediglich" des Diebstahls und nicht des Raubes schuldig. Von den Anklagepunkten in Sachen häuslicher Gewalt wurde er mangels Beweisen freigesprochen.

Die Freiheitsstrafe von 16 Jahren - abzüglich der bereits abgesessenen Zeit von knapp zweieinhalb Jahren - ist unbedingt zu vollziehen. Dazu wird eine ambulante Massnahme angeordnet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger Hansjörg Felber hat vorsorglich Berufung angemeldet. Endgültig über einen Weiterzug will er erst nach Vorliegen des begründeten Urteils entscheiden.

Oberstaatsanwalt Thomas Imholz zeigte sich in einer ersten Stellungnahme befriedigt, da das Gericht im wesentlichen Punkt des Mordes seinem Antrag gefolgt sei. Auch er will aber das begründete Urteil abwarten. Die Anwältin der Ex-Frau des Angeklagten will einen allfälligen Weiterzug ihrer Mandantin überlassen. (sda)

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