Bürgler Turnerinnen holen trotz Startschwierigkeiten Auszeichnung

An der Mannschafts-Schweizer-Meisterschaften der Geräteturnerinnen in Appenzell zeigten drei Urner Teams ihr Können.

Paul Gwerder
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Für die Mannschafts-Schweizermeisterschaften der Geräteturnerinnen vom 23./24. November in Appenzell konnten sich drei Urner Teams in den Kategorien 5 bis 7 qualifizieren.

Dabei ergatterten die Urner K5 Turnerinnen in der Besetzung mit Muriel Schuler, Lia Herger, Yara Baumann, Franca Tramonti von Getu Bürglen zusammen mit Ramona Schuler (Damenturnverein Schattdorf) den 9. Schlussrang.

Wochenlang bereiten Trainerin Lilian Gisler (Getu Bürglen) zusammen mit Raphaela Zgraggen (TZ Schattdorf) das Team intensiv auf den Höhepunkt des Jahres vor. Das Ziel war klar definiert – ein Top-Ten Resultat! Den Turnerinnen war bewusst, dass dieses hochgesteckte Ziel nur erreicht werden kann, wenn an diesem Tag X alles stimmte! Leider mussten die Urner K5 Turnerinnen gleich am Startgerät – dem Reck – zwei Stürze einstecken. Die beiden einzigen Glanzlichter waren Lia Herger (9,35) und Muriel Schuler (9,50). Am Boden turnten alle Athletinnen ihre Elemente sehr gut. «Ein grosses Kränzchen muss ich hier den Turnerinnen widmen, denn alle zeigten einen Flic Flac, den man in dieser Kategorie nicht immer zu sehen bekommt», lobte die Trainerin. An den Schaukelringen war es Ramona Schuler, welche eine wunderschöne Höhe zeigte (9,10). Yara Baumann vollführte ebenfalls eine schöne Schwungsteigerung mit einer guten Körperhaltung. Am Schlussgerät – dem Sprung – zeigte Muriel Schuler eine wunderbare Steigphase gefolgt von einer explosiven Öffnungsphase, Note 9,30. Franca Tramonti konnte sich gegenüber dem Einturnen steigern. Mit insgesamt 144,30 Punkten durfte das Urner Team an der Siegerehrung die Auszeichnung in Empfang nehmen.

Ein Phänomen namens Lilian Gisler

Die Ausgangslage im K7 war schwierig, weil Lilian Gisler, Chiara Gisler, Nora Schillig und Désirée Zgraggen, nur zu viert als Mannschaft antreten konnten und deshalb auf ein Streichresultat verzichten mussten.

Am Startgerät, dem Sprung, reichte es keiner der Turnerinnen trotz solider Leistungen auf eine Note 9. Als zweites Gerät turnten die «Uristiere» am Reck. Es war Nora Schillig, die sich eine 9.15 zum Auftakt schreiben liess. Chiara Gisler zog mit einer knappen 9 nach. Désirée Zgraggen turnte ihre «nonstop»-Übung und erhielt die Note 9.05. Mit ihrer Übung am Reck brachte Lilian Gisler das Publikum ins Staunen. Die erfahrene Unterschächnerin turnte die Übung bis zum Abgang und wurde für ihren Einsatz mit der Note 9.20 belohnt.

Wegen der Einteilung kam es am Boden zu Verzögerungen. Nur noch die Urner Eliteturnerinnen waren im Einsatz. Die ganze Aufmerksamkeit der Zuschauer in der Turnhalle in Appenzell war auf sie gerichtet. Désirée Zgraggen zeigte Doppelflic-Flacs. Ihre Übung wurde mit 9.05 honoriert. Als letzte Turnerin war Lilian Gisler am Start. Der gestreckte Rückwärtssalto gelang ihr und die Note 9.40 liess die gelben Urnerfans mit Glocken und Fahnen aufjubeln. Lilian Gisler bewies an den Schweizermeisterschaften einmal mehr, dass sie ein Phänomen ist, denn mit Jahrgang 1984 ist sie nicht nur die älteste Turnerin in der Königsklasse, sondern sie gewinnt immer noch regelmässig Auszeichnungen.

Désirée Zgraggen punktet an den Schaukelringen

An den Schaukelringen mussten sich die Urnerinnen zuerst auf die langen Pendellänge gewöhnen. Am Besten konnte Désirée Zgraggen damit umgehen und holte die verdiente Note 9.10. Lilian Gisler überzeugte mit einem sicheren Stand und lieferte eine glatte 9.00 zum Teamresultat bei.

Der abschliessende 11. Schlussrang lag zwar unter den Erwartungen. Für die Betreuerin Barbara Wipfli war es jedoch wichtiger, dass alle Turnerinnen die Übungen ohne grosse Patzer durchturnen konnten.

Die K6 Turnerinnen starteten voller Motivation am Sprung. Marion Gisler erhielt für den gebückten Salto mit halber Drehung 9,30 Punkte. Für den gebückten Salto zum perfekten Stand durfte sich Sina Gisler die Note 9 schreiben lassen. Am Reck konnte Julia Müller ihre Übung sauber vorturnen (9,35). Auch Marion Gisler glänzte mit der Note 9,20 an diesem Gerät.

Am Boden durften sich Bianca Volken und Marion Gisler beide die Note 9.35 schreiben lassen. Auch Viviane Kempf konnte ihre Bodenübung sehr ruhig und sicher abrufen (9.10). Die beste Note an den Ringen holte sich Bianca Volken (9,25).

Schliesslich erreichten die K6 Turnerinnen den 12. Schlussrang von insgesamt 22 Teams und verpassten nur gerade um drei Ränge die Auszeichnung.