Kammerensemble spielt zum ersten Mal vor Publikum – und überzeugt

An der Premiere des Streicherensembles im Theater Uri gab es klassische Musik zu geniessen. Die 20 Musikerinnen und Musiker boten nach nur fünf Proben ein abwechslungsreiches Programm.

Paul Gwerder
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Am Samstag erlebten Freunde der klassischen Musik einen unvergesslichen Abend im Saal des Theater Uri, in dem jede zweite Reihe wegen der Corona-Sicherheitsmassnahmen leer bleiben musste – die verfügbaren Plätze waren jedoch fast komplett besetzt. Für das Kammerensemble Uri war es die lang erwartete Premiere – zum ersten Mal trat das Streichorchester vor Publikum auf. Am 11. Juli 2019 ist dieser Verein von den vier Aktivmitgliedern Alexandra Bissig, Naemi Dal Farra, Claudio Eichhorn und Christian Zgraggen gegründet worden und die übrigen Musiker werden projektweise angefragt. Aufgeführt wurde ein reines Barockprogramm unter der Co-Leitung von Alexandra Bissig und Christian Zgraggen.

Konzertmeisterin Alexandra Bissig spielte auf hohem Niveau

Auf dem Programm standen Kompositionen von Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und Giuseppe Tartini, die alle zwischen den Jahren 1678 und 1770 lebten. Zum Auftakt spielten die 20 Musikerinnen und Musiker das «Concerto madrigalesco», welches Antonio Vivaldi, der mit 25 Jahren in Venedig zum Priester geweiht wurde, geschrieben hatte. Schon das erste Musikstück wurde sehr ergreifend gespielt und erwärmte die Herzen der Musikliebhaber.

Der absolute Höhepunkt des Abends war das blitzsaubere Solo, von Solistin Andrea Bissig.

Der absolute Höhepunkt des Abends war das blitzsaubere Solo, von Solistin Andrea Bissig.

Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 26. September 2020)

Der absolute Höhepunkt des Abends war das blitzsaubere Solo, von Andrea Bissig. Die Konzertmeisterin entschied sich für das «Violinkonzert in d-Moll» von Giuseppe Tartini und wurde dabei hauchleise vom Orchester begleitet. Einzigartig mit welcher Leichtigkeit Andrea Bissig ihr Instrument spielte und dabei immer noch ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht hatte. Das Ensemble spielte danach das «Concerto grosso in a-Moll» und das «Concerto grosso in d-Moll» vom deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel. Beim Soloauftritt im «Concerto grosso» ergänzten sich die beiden Solisten Christian Zgraggen und Alexandra Bissig in perfekter Art und Weise.

Mitgründerin ist mit dem Auftritt zufrieden

Ein weiteres Highlight des Abends war die Aufführung der «Sinfonia Santo Sepolcro h-Moll» von Antonio Vivaldi, welches gespickt war von hoher geigerischer Anforderung. Diese Komposition soll an religiöse Bräuche, welche in der Karwoche in Italien üblich waren, erinnern. Der Name deutet auf das heilige Grab – «Santo Sepolcro» – hin, in welches am Karfreitag jeweils die Jesus-Figur hineingebettet wurde, begleitet von der entsprechenden Musik. Zum Abschluss des Abends spielte das Kammerensemble noch das «Konzert op. 3/2 g-Moll» von Antonio Vivaldi.

Die Gründer des Kammerensembles, insbesondere Christian Zgraggen, zeigten sich nach dem Auftritt sehr zufrieden. Obwohl einige Spielerinnen und Spieler nach den fünf Proben noch etwas nervös waren, überzeugten sie das Publikum. «Wir waren mega froh, dass wir nach der coronabedingten Verschiebung nun heute dem Publikum unser Konzert präsentieren durften», sagte Naemi Dal Farra abschliessend. «Ein grossartiger Abend»: Dieses Lob konnte man nach dem Konzert im Theater Uri mehrfach vernehmen.

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