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Urner Kandidaten nehmen Stellung zu Anfeindungen

Anonyme Inserate und Anfeindungen in Leserbriefen: Die Kandidaten für den Nationalrat mussten viel aushalten. Sie ziehen Bilanz.
Florian Arnold

Noch eine Woche, dann ist es vorbei: Am 20. Oktober wir klar, wem die Urner das Vertrauen schenken für ein Amt in Bundesbern. Noch läuft der Nationalrats-Wahlkampf. Dieser war auch von Gehässigkeiten mitgeprägt. So schaltete ein Komitee Inserate, dessen Namen im Hintergrund unbekannt blieben. Dieses unterstützte Pascal Blöchlinger (SVP), indem es versuchte, Simon Stadler (CVP) in Misskredit zu bringen.

Komitee war ihm bekannt

Pascal Blöchlinger (SVP)

Pascal Blöchlinger (SVP)

Nationalratskandidat Pascal Blöchlinger wusste nichts vom anonymen Inserat, welches auf die Person von Simon Stadler gerichtet war, wie er auf Anfrage unserer Zeitung versichert. Mit einer Reaktion habe aber gerechnet werden müssen. Hingegen wusste er vom Komitee «unabhängige Urner Unternehmer», und erklärt deren anonymes Auftreten folgendermassen: «Die Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmer abgestraft werden, wenn sie öffentlich zur SVP stehen, indem etwa ihre Unternehmen gemieden werden», sagt Blöchlinger. «Es ist deshalb schwierig, Leute zu finden, die ihren Namen hergeben. Da sind anonyme Inserate schlicht der einzige Weg.» Die Aktion zu stoppen, wäre für ihn nicht in Frage gekommen. «Die Unternehmerinserate spielen weder auf den Mann, noch sind sie beleidigend. Wer sich angesprochen fühlt bestätigt nur die Vorwürfe», mein der Kandidat. «Es liegt mir fern, den Medien zu sagen, welche Inserate sie abdrucken sollen.» Dass «auf den Mann» gezielt werde, komme bei einer Personenwahl vor. Dem habe sich auch etwa die CVP Schweiz mit einer Kampagne bedient. «Das hat mich nicht gestört. Wir haben in der Schweiz Meinungsfreiheit, solange die Aktionen im rechtlichen Rahmen bleiben. Ausserdem brauchen wir Urner einen Nationalrat mit dicker Haut.»

«Nur zwei Verwandte und viele Parteiunabhängige»

Simon Stadler (CVP)

Simon Stadler (CVP)

Simon Stadler meint dazu: «Ich vertrete einen anderen und transparenten Politstil. Ich kämpfe für eine Sache und nicht anonym gegen Personen.» Auch seine Unterstützer hätten viel Mut gebraucht. Er sei stolz darauf, dass diese mit ihrem eigenen Namen hingestanden seien. Angekreidet wurde dem CVP-Vertreter, er habe hauptsächlich Verwandte oder Parteisympathisanten für seine Unterstützer-Komitees gewonnen. «Wenn man die Liste genau anschaut, findet man unter den 91 Personen auf den Namensinseraten gerade mal zwei Verwandte und viele Parteiunabhängige», so der Kandidat.

Vorgeworfen wurde Simon Stadler zudem, er betreibe unbeständige Politik: Vor drei Jahren habe er noch Seite an Seite mit der Alpeninitiative gegen eine zweite Gotthard-Strassenröhre gekämpft, während er jetzt das Axenprojekt unterstütze und für gute «Verkehrsverbindungen innerhalb des Kantons und in den Kanton» einstünde.

Stadler dazu: «Die Neue Axenstrasse und die zweite Röhre sind zwei Paar Schuhe.» Bei der zweiten Röhre habe er eine andere Beurteilung vorgenommen. Jetzt habe das Volk gesprochen und als Demokrat sei ein Volksentscheid nun ein Auftrag an die Politik. «Beim Axen geht es darum, dass heute ein Lebensnerv in den Kanton Uri unterbrochen ist. Hier habe ich schon immer die heutige Position vertreten und auch die Anliegen von Sisikon und mir sind deckungsgleich.»

Gemeinderat hat Volksentscheid umgesetzt

Urs Kälin (SP)

Urs Kälin (SP)

Auch der SP-Kandidat Urs Kälin wurde in einem Leserbrief kritisiert – und zwar mit keinem geringeren Vorwurf, als dass er Menschenleben aufs Spiel setze. Dabei geht es um das Parkverbot vor einer Arztpraxis in Altdorf, wofür Kälin laut der Leserbriefschreiber höchstpersönlich verantwortlich ist. Kälin betont: «Die Gemeinde hat im Winkel umgesetzt, was die Altdorfer an der Urne beschlossen haben. Die Zufahrt zur Arztpraxis ist jederzeit gewährleistet und für medizinische Notfälle gilt das Parkverbot nicht.» Davon könne sich jeder vor Ort ein Bild machen.

Die Neugestaltung des Winkelplatzes sei mit der Anwohnerschaft gemeinsam geplant worden, auch die Festlegung der Fussgängerbereiche. Mit den Ärzten habe man sich vor drei Jahren geeinigt. «Seither hat das klaglos funktioniert und bei der Gemeinde sind keinerlei Beschwerden eingegangen. Für mich sind die Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen und einfach nur übelwollend.» Ansonsten habe er den Wahlkampf zwar als scharf aber fair empfunden. Mit Social Media sei der Ton etwas rauer geworden, woran man sich gewöhnen müsse.

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