Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KANTON: 76 Initianten wollen Geld von der UKB

Der Aufruf für unterstützungswürdige Projekte hat grosses Echo erhalten. Bei einigen Initianten scheint der Ehrgeiz gar überhandgenommen zu haben.
Florian Arnold
Die Urner Kantonalbank wird 100 Jahre alt und möchte im Rahmen des Jubiläums Förderbeiträge verteilen. (Bild: Urs Hanart)

Die Urner Kantonalbank wird 100 Jahre alt und möchte im Rahmen des Jubiläums Förderbeiträge verteilen. (Bild: Urs Hanart)

Florian Arnold

Es begann zaghaft, dann wurde es zu einem regelrechten Hype: Bei der Urner Kantonalbank (UKB), die im Rahmen ihres 100-Jahr-Jubiläums Förderbeiträge verteilt, sind nun 76 Projekte eingereicht worden. Am Mittwochabend, 24 Uhr, war Einsendeschluss. «Wir hätten uns nie gedacht, dass es so viele Projekte geben würde», sagt Petra Fischer, Verantwortliche bei der UKB.

Auftrag erfüllt

Besonders erfreut sind die Verantwortlichen der Bank über die grosse Vielfalt, die sich nun auf der Onlineplattform zeigt: Kunstausstellungen, Dienstleistungsplattformen, Erlebnis- und Wissenspfade, ausgefallene Musik- und Tanzprojekte, Film-, Buch- und Hörspielproduktionen, Baupläne für Freizeitparks, Brücken und Begegnungsorte und vieles mehr. «Das beweist wohl, dass wir unseren gesetzlichen Auftrag ernst nehmen, die volkswirtschaftliche Blüte in Uri zu fördern», so Fischer.

Anfang Jahr hatte die UKB dazu aufgerufen, Projekte einzureichen. Die Bank stellte in Aussicht, gute Ideen mit bis zu 100 000 Franken zu unterstützen. Interessierte konnten ihre Dossiers direkt auf einer Onlineplattform hochladen. Wie viel Geld insgesamt reserviert ist, gibt die UKB nicht bekannt. «Wir hoffen aber, möglichst viele Projekte fördern zu können», sagt Fischer. «Aber einige werden wohl leer ausgehen.»

Wer Geld erhält, entscheidet nicht die UKB, sondern eine fünfköpfige Jury sowie die Bevölkerung. Seit der ersten Eingabe läuft das Publikumsvoting, mit dem die Projekte in drei Kriterien mit Schulnoten von 1 bis 6 bewertet werden können. Bereits sind über 10 000 Onlinebewertungen eingegangen. «Wir wollten ein einfaches Voting durchführen, um möglichst viele Leute zum Abstimmen zu bringen», erklärt Marketingleiterin Fischer. Deshalb habe man auf einen komplizierten Log-in-Prozess verzichtet. Stattdessen konnte jeder, der die Website besuchte, ohne weiteren Aufwand abstimmen.

Mehr als die Hälfte positiv

Die Einfachheit der Publikumsabstimmung wussten einige Initianten denn auch für sich auszunützen. Sie animierten ihre Anhänger, nur das eigene Projekt positiv und alle anderen negativ zu bewerten. Dies schlägt sich nun in den Durchschnittsnoten nieder: Kein Projekt erreichte bisher die Note 5. Doch für Fischer ist dies kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. «Die meisten Projekte haben eine bessere Note als eine Drei und können deshalb davon ausgehen, dass über die Hälfte der abgegebenen Stimmen positiv waren.»

Erfreut zeigt sich die Projektverantwortliche aber über den Ehrgeiz, den die Initianten zeigen. «Ich finde es toll, dass mobilisiert wird und dass man einsteht für das, was man erreichen will.» Das geht so weit, dass gewisse Initianten ihren Anhängern für positive Bewertungen Geschenke versprechen. Auf Facebook wurde sogar ein Helikop­terflug angepriesen. «Wie weit man geht, um zum Abstimmen zu animieren, entscheiden die Initianten selber», kommentiert Fischer. Für die UKB gebe es aber keinen Grund, diese Art von Werbung zu unterbinden.

Vielseitige Jury

Doch auch wer es nicht schafft, Hunderte Leute zu mobilisieren, hat noch Chancen auf einen Beitrag. Denn das Publikumsvoting fliesst nur zu einem Sechstel in die Endbewertung ein. Den Rest erledigt eine unabhängige Jury. Zu dieser zählen Äbtissin Imelda Zehnder, Unternehmerin Cornelia Herger, Finanzdirektor Josef Dittli, Unternehmer Manuel Aschwanden und Heinz Keller, Leiter des Theaters Uri. «Wir haben darauf geachtet, dass auch die Jury vielfältig abgestützt ist», sagt Fischer. Diese werde die Projekte anhand von zehn Kriterien bewerten, welche die Bank bestimmt hat. «Die Kriterien schaffen Fairness. Denn wir wollten ja gerade, dass auch kleinere Projekte eine Chance haben», so Fischer.

Das Publikumsvoting läuft nun noch bis am 31. Juli. Im September wird sich die Jury zur Beratung treffen. Die Gewinner werden schliesslich im Oktober bekannt gegeben.

«Tschoopäwächsel» und anstossen

100 Jahre ist es her, seit die Urner Kantonalbank gegründet wurde. Im Jubiläumsjahr wird jedoch nicht nur gefeiert. Stattdessen setzen sich die UKB-Mitarbeiter für einen guten Zweck ein. Die Bank stellt alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für drei Tage frei, an denen sie sich in einer sozialen, gemeinnützigen oder kulturellen Institution engagieren können. Über diese Aktion wird im Blog «Tschoopäwächsel» auf www.unseruri.ch berichtet.

«Unkompliziert und engagiert»

Im Monat September ist die Urner Bevölkerung eingeladen, in ihrer bevorzugten UKB-Geschäftsstelle auf das 100-Jahr-Jubiläum anzustossen – dies bei kultureller Umrahmung. Gefeiert wird jeweils von 16 bis 20 Uhr, und zwar an folgenden Tagen:
Altdorf: 9. September
Flüelen: 16. September
Schattdorf: 17. September
Andermatt: 22. September
Bürglen: 23. September
Erstfeld: 24. September

Hinweis

Das Publikumsvoting unter www.unseruri.ch läuft noch bis am 31. Juli. Jeder kann daran ohne Registrierung teilnehmen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.