KANTON: Anlage spürt zu hohe Lastwagen auf

Für 500000 Franken hat das Astra eine Anlage installiert, die für mehr Sicherheit im Seelisbergtunnel sorgen soll. Löst diese einen Alarm aus, ist ein grösserer Einsatz der Polizei nötig.

Florian Arnold und Jessica Bamford
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Die Höhe von Lastwagen wird zur Sicherheit im Seelisbergtunnel besser kontrolliert. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Seelisbergtunnel, 13. Juli 2012)

Die Höhe von Lastwagen wird zur Sicherheit im Seelisbergtunnel besser kontrolliert. Bild: Urs Flüeler/Keystone (Seelisbergtunnel, 13. Juli 2012)

Wenn zu hohe Lastwagen durch den Seelisbergtunnel fahren, kann es gefährlich werden: Da in der östlichen Röhre die Signale relativ tief hängen, können diese heruntergerissen werden und auf der Fahrbahn landen. «In der Vergangenheit hatten wir einige Fälle», bestätigt Oliver Schürch, Chef der Bereitschafts- und Verkehrspolizei Uri. Dem will das Bundesamt für Strassen (Astra) nun ein Ende bereiten. Vor dem Südportal des Seelisbergtunnels wurde nun in eine moderne Messanlage investiert (siehe unsere Zeitung von gestern). «Es ist die erste ihrer Art in der Schweiz», sagt Schürch, der die Anlage am 3. Januar offiziell in Betrieb nehmen kann. 500000 Franken lässt sich das Bundesamt für Strassen die Sicherheitsverbesserung kosten.

Und so funktioniert die Höhenkontrolle: Nach der Verzweigung Altdorf passieren die Lastwagen eine Lichtschranke. Ist das Fahrzeug zu hoch, wird rund 3000 Meter vor dem Portal auf der Überholspur ein Lastwagen-Fahrverbot aufgeschaltet und die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 60 gesenkt. Rund 100 Meter vor dem Tunnelportal wird der rechte Fahrstreifen auf Rot geschaltet. Der linke Fahrstreifen bleibt derweil für die Personenwagen befahrbar. Gleichzeitig geht beim Zentralisten der Kantonspolizei Uri ein Alarm los, worauf dieser eine Patrouille auf die Autobahn schickt. Vor dem Südportal des Tunnels wird schliesslich dem Lastwagen beim Wenden geholfen. Dazu muss der gesamte Verkehr kurzzeitig angehalten werden – und zwar in beiden Fahrtrichtungen. «Dabei kann es schon zu kurzen Staus kommen», räumt Schürch ein. Der LKW muss zurück zum Schwerverkehrszentrum in Erstfeld fahren, um dort die Ladung und das Fahrzeug anzupassen, bevor er weiterfahren kann. Zudem wird der Fahrer gebüsst.

Schwankungen werden erwartet

Seit drei Monaten wird die Anlage bereits getestet. Zuvor ging es von der Idee bis zur Umsetzung fast fünf Jahre. «Wir waren überrascht, wie viele zu hohe Last­wagen wir während der Test­phase zu verzeichnen hatten», sagt Schürch. Genaue Zahlen könne man nur schwer abschätzen. Diese würden zudem Schwankungen unterliegen, etwa nach Jahreszeit und Verkehrsaufkommen. Schürch geht aber davon aus, dass es doch mehrere pro Monat sein werden.

«Es ist ganz sicher keine Anlage, mit der wir mehr Bussgelder generieren möchten», sagt Schürch. «Sie soll einzig und allein der Sicherheit dienen und Unfälle vorbeugen.» Denn der Aufwand für die Polizei sei sehr hoch. «Für tägliche Einsätze wegen zu hoher LKW hätten wir zu wenig Kapazitäten», so Schürch.

Der Verkehrspolizeichef glaubt, dass die Fuhrhalter sehr rasch vom System Wind bekommen werden. Und spätestens nach den ersten Bussen werde es sich herumsprechen – sodass allein schon dies präventiv wirke.

Vorerst bleibt die Höhenmessanlage in dieser Art die einzige in der Schweiz. Schürch kann sich aber vorstellen, dass weitere in anderen Kantonen folgen.

In der westlichen Röhre wird kein Pendant zur Anlage am Südportal installiert. Dies aus dem Grund, dass die westliche Röhre höher gebaut ist als die östliche und dort keine vergleichbaren Schäden wegen zu hoher Lastwagen verzeichnet wurden.

Florian Arnold und Jessica Bamford
redaktion@urnerzeitung.ch

So sieht die Höhenkontrolle für Lastwagen bei Flüelen auf der A2 aus. (Bild: Urner Zeitung)

So sieht die Höhenkontrolle für Lastwagen bei Flüelen auf der A2 aus. (Bild: Urner Zeitung)