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KANTON: Chauffeurlehrlinge sind gefragt

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband (Astag) will die Berufslehre für Lastwagenfahrer bekannter machen. Deshalb durften Bürgler Schüler selber hinters Steuer.
Paul Gwerder
Die Oberstufenschüler aus Bürglen durften selber in einer Fahrerkabine Platz nehmen. (Bild Paul Gwerder)

Die Oberstufenschüler aus Bürglen durften selber in einer Fahrerkabine Platz nehmen. (Bild Paul Gwerder)

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband (Astag) liefert folgende, Besorgnis erregende Prognose: In den nächsten Jahren würden in der Schweiz einige tausend Lastwagenchauffeure fehlen. Nun hat der Verband eine Kampagne organisiert, mit dem Ziel, dieses Szenario abzuwenden. In diesem Rahmen machte der Astag-Infotruck Halt bei der Bürgler Oberstufenschule.

Die Chauffeurlehre ist unbekannt

«Wer kennt den Beruf des Strassentransportfachmanns», fragte Johannes Mächler, Präsident der Astag Sektion Schwyz/Uri, die Schüler der 2. Oberstufenklasse Bürglen. «Ich weiss, was ein Lastwagenchauffeur macht, aber dass es heute auch möglich ist, diesen Beruf in einer Lehre zu erlernen, war mir nicht bekannt», sagte einer der Schüler. Diese fehlende Bekanntheit ist der Grund, weshalb die Astag einen Berufsinformationstag für angehende Chauffeure veranstaltete. Dank des Engagements einzelner Firmen und wegen Informationsveranstaltungen verzeichnet die Astag heute drei Prozent mehr Chauffeurlehrlinge als im Vorjahr. «Oberstes Ziel ist es, Nachwuchs in der Schweiz zu gewinnen», sagte ein Astag-Vertreter. Es dürfe nicht sein, dass ausländische Chauffeure geholt werden, während junge Schweizer arbeitslos sind.

Deshalb besucht Astag auf Werbetour diverse Schulen. Vor Ort will man junge Erwachsene für den Beruf des Lastwagenchauffeurs begeistern. Die Bürgler Schüler wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Sie bekamen Informationen über die dreijährige Lehre des Strassentransportfachmanns, aber auch über die moderne Fahrzeugtechnik vermittelt. «In einem Lastwagen erlebst du alles, wovon du schon immer geträumt hast. Du übernimmst Verantwortung, spürst die Freiheit und erfährst Selbstständigkeit», heisst der Astag-Slogan.

Schüler zeigen sich beeindruckt

Die Jugendlichen konnten es kaum erwarten, einmal in einer modernen Kabine eines Trucks Platz zu nehmen. Christian Gisler, Geschäftsführer der Gisler Transport AG und Mitglied von Astag, zeigte den Schülern den Lastwagen. Der Oberstufenschüler Kari Gisler war besonders beeindruckt. «Für mich war es absolut interessant, aus erster Hand zu hören, was ein Chauffeur alles können muss, und welche Verantwortung er in seinem Beruf auch trägt», sagte er. Und es ist ein Beruf mit Zukunft: Denn heute ist der Strassengütertransport gefragter denn je. «In der Schweiz sind rund 50 000 Lastwagen eingelöst, die im Jahr 1,7 Milliarden Kilometer zurücklegen und 90 Prozent aller Güter zuverlässig verteilen», erklärte Christian Gisler.

Die rund 70 000 Schweizer Chauffeure befördern die verschiedensten Waren, angefangen von Heizöl bis zu den Lebensmitteln, die am frühen Morgen schon in die Verkaufsläden geliefert werden. Bevor der Chauffeur startet, wählt er die Fahrstrecke, berechnet die Fahr-, Ein- und Ausladezeit und kontrolliert die Transportpapiere. Zudem ist der Chauffeur verantwortlich für fachgerechte und sichere Beladung des Fahrzeugs. Ohne Lastwagenchauffeure bricht das ganze System zusammen, denn die benötigten Güter würden rasch fehlen.

Baldini bildet vier Lehrlinge aus

In Uri bietet bislang nur die Firma Baldini Lehrstellen für Lastwagenchauffeure an. «Aktuell haben wir vier Lehrlinge», sagte Walter Frei, der die jungen Berufsleute ausbildet. «Für einen Chauffeur ist es von Vorteil, wenn er technische Kenntnisse vom Fahrzeug hat und kleinere Reparaturen, die er während der Lehrzeit lernt, am Fahrzeug selber ausführen kann», so Frei. Die Lehre dauert drei Jahre. In der praktischen Ausbildung im Betrieb werden dem Lehrling Fahrzeugunterhalt und Wartung, Transport und Transportgüter, die technischen Geräte und Kommunikation beigebracht.

Fahrprüfung bereits mit 17 Jahren

Die theoretische Ausbildung absolviert der künftige Chauffeur an der Berufsschule in Luzern. Der Lehrling darf bereits ab dem 17. Altersjahr mit einem Ausbildner einen Lastwagen lenken und in diesem Jahr auch schon die Fahrprüfung ablegen. Danach bekommt der ausgebildete Chauffeur frühestens an seinem 18. Geburtstag den Fahrausweis.

Doch wer ist überhaupt für diesen Beruf geeignet? «Wenn der Jugendliche offen und kommunikationsfreudig, technisch und handwerklich begabt und gerne unterwegs ist, dann ist er der richtige Lehrling für diesen Beruf», erklärte Mächler von der Astag. Zudem müsse man bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.

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