KANTON: Der Kirchen-Exodus klingt ab

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Uri hat die strubste Zeit hinter sich. Der Kirchenrat hat ein Neumitglied erhalten. Die Zahlen der Austritte lassen aufatmen.

Urs Hanhart
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Präsidentin Felicitas Schweizer mit dem neuen Kirchenratsmitglied Heinz Schneebeli (links) und dem neuen GPK-Mitglied Hansruedi Huwiler. (Bild Urs Hanhart)

Präsidentin Felicitas Schweizer mit dem neuen Kirchenratsmitglied Heinz Schneebeli (links) und dem neuen GPK-Mitglied Hansruedi Huwiler. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

An der kantonalen Herbstversammlung der Evangelisch-reformierten Landeskirche Uri, die am Montag in Altdorf abgehalten wurde, demonstrierten die 46 versammelten Stimmberechtigten Einigkeit. Alle Anträge wurden im Sinne des Kirchenrates nahezu einstimmig gutgeheissen.

Präsidentin Felicitas Schweizer präsentierte auf vielfachen Wunsch konkrete Zahlen zu den Kirchenaustritten. Gemäss Statistik stiegen bis 2012 pro Jahr jeweils 12 bis 16 Personen aus. 2013 erhöhte sich die Zahl der Austritte sprunghaft auf 33 und 2014 sogar auf 48, wobei sich darunter vier grössere Familien befanden. Dieser Exodus war unter anderem die Folge einer Reorganisation und der Querelen mit dem ehemaligen Pfarrer von Erstfeld. In diesem Jahr wurden bisher elf Kirchenaustritte verzeichnet. «Ich hoffe, dass wir nun das Schlimmste überstanden haben», sagte die Vorsitzende dazu.

Schweizer hatte aber auch Erfreuliches zu berichten. Zu den Erfolgen gehört die Tatsache, dass in diesem Jahr 35 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse unterrichtet werden können. «Wir haben nicht mit so vielen Schülern gerechnet. Das hat uns richtiggehend überwältigt», so die Präsidentin erfreut.

Schneebeli neu im Kirchenrat

Lange hatte die Landeskirche mit personellen Engpässen zu kämpfen. Insbesondere war der Kirchenrat, das wichtigste Gremium, massiv unterbesetzt. Auch hier ist jetzt Morgenröte in Sicht. An der Herbstversammlung liess sich Heinz Schneebeli, Altdorf, neu als Mitglied in den Kirchenrat wählen. Er möchte sein Wissen und seine Kraft einige Jahre in den Dienst der Kirche stellen. Mit fünf Mitgliedern hat der Kirchenrat nun zumindest die Mindestbesetzung laut Statuten wieder erreicht. Allerdings betonte Schweizer: «Gerne würden wir die Arbeit auf noch mehr Schultern verteilen. Deshalb werden wir weiterhin nach neuen Mitgliedern Ausschau halten.» Beseitigt ist die Vakanz in der GPK. Hansruedi Huwiler, Altdorf, stellte sich als Mitglied zur Verfügung. Er war zuvor bereits einige Jahre als Revisor in der Kirchenpflege Altdorf tätig.

Mehr Geld für Kirchenrenovation

Am 8. November konnte die Evangelisch-reformierte Kirche in Andermatt nach einer aufwendigen, rund fünf Monate dauernden Aussen- und Innenrenovation neu eingeweiht werden. Für die Restaurierung waren Gesamtkosten von 275 000 Franken veranschlagt. Wegen Zusatzarbeiten kommt es nun jedoch zu einer Kostenüberschreitung. An der Herbstversammlung wurde ein Nachtragskredit von 20 000 Franken einstimmig gutgeheissen. Schweizer wies darauf hin, dass bisher für die Kirchenrenovation Subventionen und Spenden in der Höhe von rund 238 000 Franken eingegangen sind. Die Schulden belaufen sich auf etwa 60 000 Franken. Damit liegen diese deutlich tiefer als budgetiert. Veranschlagt waren Schulden in der Höhe von 100 000 Franken.

Pfarrhaus wird günstiger

Sehr erfreulich sieht die Abrechnung für die schon seit geraumer Zeit beendete Renovation des Pfarrhauses Erstfeld aus. Der Kostenvoranschlag hierfür (169 000 Franken) konnte um rund 16 000 Franken unterschritten werden. Präsentiert wurde an der Herbstversammlung auch das Budget 2016. Es wird mit Mehreinnahmen von rund 16 000 Franken gerechnet, womit man sich im gleichen Rahmen wie im Vorjahr bewegt. Für 2016 sind keine grösseren Investitionen vorgesehen.

Regionalteams noch im Aufbau

An der letzten Frühlingsversammlung war beschlossen worden, zwei Regionalgruppen aufzubauen, je eine für das Unter- und das Oberland. Deren Aufgabe soll darin bestehen, die Pfarrer Reinhard Eisener und Rahel Eggenberger bei Gottesdiensten und Veranstaltungen zu unterstützen. «Diese Teams stehen noch nicht ganz. Sie sind noch im Aufbau», sagte Schweizer dazu.

Die beiden Gruppen sollen dereinst auch gemeinsame Projekte realisieren. Längerfristig sollen sie fusioniert werden.