KANTON: Der Tod ist sein ständiger Begleiter

Das Sterben ist sein Geschäft. Seit 14 Jahren ist Marco Gisler Bestatter. Er sagt weshalb es sich keinen schöneren Beruf vorstellen kann und was er im Alltag erlebt.

Anian Heierli
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Marco Gisler organisiert alles rund um die Beerdigung. Er vermittelt Urnen und Särge. (Bild Urs Hanhart)

Marco Gisler organisiert alles rund um die Beerdigung. Er vermittelt Urnen und Särge. (Bild Urs Hanhart)

Schon als Kind fühlte sich Marco Gisler vom Tod regelrecht angezogen. Er interessierte sich für Friedhöfe, Gräber und Gebeinhäuschen und verschlang Zeitschriften und Bücher zum Thema Sterben. Seine Faszination ging sogar noch weiter. Wenn sich etwa die Gelegenheit bot, spähte er durch den Türspalt einer Totenkapelle, um einen raschen Blick auf die aufgebahrte Leiche zu erhaschen. Dennoch fehlte ihm als Kind der Mut, hineinzugehen.

Gisler fühlt sich berufen

Diese Scheu hat Gisler längst abgelegt. Mittlerweile hat er eine andere Beziehung zu den Toten. Der 36-Jährige ist Bestatter im Kanton Uri. «Ich könnte mir keinen schöneren Erwerb vorstellen», betont er. «Wirklich nicht.» Zum Bestatter sei man berufen. Gisler selber fühlte schon lange, dass er Verstorbene auf ihrem letzten Weg begleiten will: «Am meisten schätze ich die Vielseitigkeit meiner Tätigkeit und die Dankbarkeit der Angehörigen.»

Und vielfältig ist sein Beruf, denn Bestatter sind Allrounder: Auf Wunsch organisieren sie die alles rund um die Beerdigung. Sie vertreiben Särge und Urnen, bestellen Blumen und Leidkarten, helfen beim Verfassen der Todesanzeige und erledigen notwendige Formalitäten. Sie holen die Toten ab und richten sie hübsch her. «Dazu gehört das Aus- und Anziehen, das Waschen und Kämmen», erklärt Gisler. Ausserdem sind Bestatter im Grunde auch Psychologen. Ihre Kundschaft ist traurig. Sie müssen mit schweren Situationen fertigwerden und mit teils sehr heftigen Emotionen klarkommen.