KANTON: Die Regierung geht das Ärzteproblem an

Die Regierung will gegen den Ärztemangel aktiv werden. Abhilfe könnte ein Gesetz schaffen, das nun in die Vernehmlassung geht.

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Im Kanton Uri sind bereits einige Massnahmen ergriffen worden, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken. (Bild: Keystone / Christian Beutler)

Im Kanton Uri sind bereits einige Massnahmen ergriffen worden, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken. (Bild: Keystone / Christian Beutler)

Florian Arnold

Die Lage des Urner Gesundheits­wesens ist alarmierend. Die Ärztedichte im Kanton Uri ist eine der geringsten der Schweiz 2013 war sie gar die geringste aller Kantone. Noch prekärer steht es um die Zukunft: In den kommenden zehn Jahren wird rund die Hälfte der 26 Grundversorger das Pensionsalter erreichen.

Regierung sind Hände gebunden

Der Urner Regierungsrat beschwichtigt: «Die medizinische und ärztliche Grundversorgung, zu der auch der ärztliche Notfalldienst zählt, kann in Uri zurzeit noch gewährleistet werden», heisst es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Landrat Toni Gamma (FDP, Gurtnellen). «Doch es braucht wirksame und nachhaltige Massnahmen, um die Versorgung auch künftig sicherstellen zu können.» Das Problem ist klar. Doch die Regierung betont: «Der Kanton hat in wesentlichen Bereichen der Förderung der hausärztlichen Grundversorgung keine direkten Einflussmöglichkeiten.» So etwa bei der Zulassung zum Medizinstudium oder der Änderung der Tarifstruktur. Allerdings ist der Regierungsrat daran, eine Gesetzesvorlage zu erarbeiten. Damit soll die Förderung der medizinischen Grundversorgung ermöglicht werden.

Die Vorlage entsteht auf die Forderung einer erheblich erklärten Motion von Toni Moser (SP, Bürglen). Die Vernehmlassung dazu soll in den nächsten Wochen starten. Die Regierung plant, die Vorlage dem Landrat im kommenden Sommer vorzulegen. Ansonsten sei der Handlungsspielraum bereits ausgekostet worden, räumt die Regierung ein. Sie erwähnt folgende Massnahmen:

  • Lancierung und Mitfinanzierung des kantonalen Programms für die ärztliche Praxisassistenz (inklusive Kinderheilkunde in Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Luzern)
  • Unterstützung bei der Wiederbe­setzung der Arztpraxen in Göschenen und Andermatt
  • Ansiedlung einer Psychiatriepraxis in Altdorf
  • Initiierung und Finanzierung des Fachberichts «Künftige Organisationsmöglichkeiten für den ärztlichen Notfalldienst in Uri»
  • Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren.

Ein weiteres Erfolg versprechendes Projekt sei mit dem «Gesundheitsnetzwerk Uri» konzipiert worden. Ziel dieses Dachprojekts sei es, dass verschiedene eigenständige Teilprojekte entstünden, erklärt die Regierung. Eines davon trägt den Namen «Urimed junges Ärztenetzwerk Uri».

Dieses will junge Urner während des Medizinstudiums und während der anschliessenden Assistenzzeit begleiten und unterstützen. «Es sollen nützliche Kontakte hergestellt und fachspezifische Informationen vermittelt werden.» Angehende Ärzte sollen dazu motiviert werden, später einmal im Kanton Uri zu praktizieren.

Ein Sorgenkind bleibt das Urserntal. Bei Naturereignissen könnte dieses vom Rest des Kantons abgeschnitten werden. Dass das Tal weder mit Auto, Bahn oder Helikopter erreichbar sei, komme «äusserst selten vor», hält die Regierung fest. In den Sommermonaten sei ein Pa­tiententransport über die Alpenpässe denkbar. «Wäre jedoch auch das nicht möglich, so müsste die medizinische Notfallversorgung mit den vor Ort bestehenden Mitteln bestmöglich gewährleistet werden», so die Regierung. «Es sind dies der in Andermatt praktizie­rende Hausarzt, die militärische Ambulanz, die First Responder sowie die Pflegefachpersonen der Talschaft.»