KANTON: Die UBS zieht Uri als Standort in Betracht

Die Schweizer Grossbank UBS verlagert Arbeitsplätze von Zürich in andere Regionen der Schweiz. Nun ist auch ein Zentrum im Kanton Uri möglich. Gespräche haben bereits stattgefunden.

Matthias Stadler
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Die UBS verlagert Arbeitsplätze in andere Regionen der Schweiz – im Bild der Hauptsitz am Paradeplatz. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 9. 2. 16))

Die UBS verlagert Arbeitsplätze in andere Regionen der Schweiz – im Bild der Hauptsitz am Paradeplatz. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 9. 2. 16))

Die Aussage des operativen Chefs der UBS lässt aufhorchen: In der Tagesschau von Mittwochabend sagte Axel Lehmann, dass die Grossbank Stellenauslagerungen «südlich oder nördlich des Gotthards» in Betracht zieht. «Wir machen uns Gedanken, wie es im Süden der Schweiz aussehen könnte.» Lehmann erwähnte dies im Zusammenhang mit dem ebenfalls am Mittwoch bekannt gewordenen Entscheid der UBS, dass sie 600 Stellen von Zürich nach Biel auslagert (Ausgabe von gestern). Bereits im November vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die UBS 500 Stellen nach Schaffhausen verschiebt.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt die Pressestelle der Bank die Pläne: «Wir sind zurzeit am Evaluieren des dritten Standorts», sagt eine Pressesprecherin. «Wir suchen derzeit geeignete Gebäude», teilt sie weiter mit. Man sei deshalb mit mehreren Kantonen im Gespräch. Wann ein Entscheid fällt, sei derzeit noch offen. Ebenfalls keine Angaben wollte die Pressesprecherin dazu machen, wie viele Arbeitsplätze betroffen wären.

Urner Delegation wurde bei UBS vorstellig

Urban Camenzind, Volkswirtschaftsdirektor, bestätigt, dass es Gespräche zwischen dem Kanton Uri und der UBS gegeben hat. «Als die Stellenverlagerung nach Schaffhausen bekannt wurde, haben wir der UBS die Bewerbungsunterlagen des Kantons Uri zugestellt», erklärt Camenzind. Daraufhin wurde eine Delegation bei der UBS vorstellig und stellte das Angebot vor. Dies war vor vier Monaten. «Wir haben aufgezeigt, was bei uns möglich ist und wo die Vorteile des Standorts Uri liegen. Etwa, dass wir viele Flächen zur Verfügung haben.» Oder auch, dass der Basistunnel dem Kanton einen Wettbewerbsvorteil gebracht habe und dass Uri damit nahe ans Tessin gerückt sei, aber auch nahe an Zürich liege.

Der Volkswirtschaftsdirektor betont allerdings, dass er die Erwartungen tief halten möchte: «Wir wissen selber nicht, wie es momentan aussieht. Es kann noch viel Wasser die Reuss hinunterfliessen, bis wir mehr wissen.» Die UBS habe sich nicht in die Karten blicken lassen. Trotzdem sagt er: «Es wäre sensationell, wenn die UBS Arbeitsplätze in unseren Kanton verlegen würde.» Dies würde allenfalls auch eine Sogwirkung haben auf andere Unternehmen auf Standortsuche.

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch