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KANTON: Drei Poststellen auf dem Prüfstand

Die Post will bis 2020 die Poststellen in Bürglen, Schattdorf und Wassen überprüfen. Der Urner Regierung sind die Hände gebunden. Sie appelliert nun an die Gemeinden, über die geografischen Grenzen hinauszudenken.
Carmen Epp
Was mit der Poststelle in Bürglen passiert, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. (Bild: Urs Hanhart (24. März 2017),)

Was mit der Poststelle in Bürglen passiert, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. (Bild: Urs Hanhart (24. März 2017),)

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Bis ins Jahr 2020 soll es in der Schweiz noch 800 bis 900 Poststellen geben. Das bedeutet, dass 600 heute noch bestehende Poststellen in Agenturen, Hausservices oder Servicepunkte umgewandelt werden.

Diese Pläne der Post sind seit Oktober des vergangenen Jahres bekannt (unsere Zeitung berichtete). Thomas Huwyler (SP/Altdorf) wollte daraufhin mit einer Interpellation in Erfahrung bringen, was dies für den Kanton Uri bedeutet.

Poststellen in Andermatt, Altdorf und Erstfeld bleiben

Nun liegt die Antwort des Regierungsrats vor. Die zeigt tabellarisch auf, wie sich das Poststellennetz im Kanton Uri in den letzten Jahren verändert hat. So sind in Seelisberg, Isenthal, Seedorf, Spiringen, Unterschächen, Attinghausen, Silenen, Amsteg, Bristen und Realp die Poststellen bereits durch Agenturen ersetzt worden, in Sisikon, Bauen, auf dem Haldi, in Intschi, Göschenen, Meien, Hospental und auf dem Urnerboden durch einen Hausservice.

Für die Gemeinden Flüelen und Gurtnellen sind auch bereits Massnahmen vereinbart und bereit für die Umsetzung; in Flüelen wird die Poststelle Mitte Juni, in Gurtnellen Anfang Oktober durch eine Agentur ersetzt.

Ob und welche weiteren Poststellen in Uri geschlossen werden, weiss der Regierungsrat nicht. Fest stehe lediglich, welche Poststellen bestehen bleiben beziehungsweise bis 2020 nicht überprüft werden – und zwar jene der Gemeinden Altdorf, Andermatt und Erstfeld.

Dies im Gegensatz zu den Poststellen in Bürglen, Schattdorf und Wassen. Die werden bis 2020 einer Überprüfung unterzogen. «Das heisst bis dato nicht, dass sie geschlossen werden», hält der Regierungsrat dazu fest. Die Post werde mit den drei Gemeinden demnächst den Dialog suchen.

Die Post weise im Kanton Uri insgesamt 80 Vollzeitstellen aus, wovon 20 auf den Bereich Poststellen und Verkauf fallen. Die Anzahl betroffener Mitarbeiter, nach denen Huwyler unter anderem fragte, könne erst beziffert werden, wenn klar ist, wie es mit den drei Poststellen weitergeht. «Gemäss Angaben der Post wird sie – wo immer möglich – Entlassungen vermeiden und Mitarbeitenden Alternativen bieten.» Ausbildungsplätze seien von den Schliessungen grundsätzlich nicht betroffen.

Gemeinden müssen zusammenarbeiten

Der Regierungsrat, so heisst es in der Antwort, habe wenig Einfluss auf die Entwicklung – weder beim Dialog zwischen den Gemeinden und der Post noch rechtlich im Falle eines Entscheids. Er könne gegenüber der Post lediglich eine «Zweitmeinung» abgeben. Die Initiative, so der Regierungsrat, liege bei den Gemeinden. Die Überlegungen für zukunftsgerichtete Lösungen dürften jedoch nicht an der Gemeindegrenze Halt machen, betont der Regierungsrat in der Antwort. Vielmehr sollen sich die Gemeinden untereinander abstimmen und gemeinsam vorgehen. So habe die Gemeinde Bürglen eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, der zusätzlich die Gemeinden Schattdorf und Altdorf angehören und von der Volkswirtschaftsdirektion begleitet wird.

Wo die künftigen Postdienstleistungen angeboten werden – in einer Poststelle, einer Bäckerei, einem Laden oder einem Büro – ist für den Regierungsrat nicht entscheidend. «Wichtig ist, dass das Dienstleistungsangebot bestehen bleibt oder gar ausgebaut werden kann.»

Neue Dienstleistungen ab Herbst geplant

Letzteres sei bereits in Planung, wie der Regierungsrat in einer Medienmitteilung festhält. So wolle die Post spätestens im September neue Dienstleistungen einführen. In Orten, die ausschliesslich über eine Partnerfiliale verfügen, sollen Bareinzahlungen an der Haustür möglich werden. Per 1. September und wenn es die Platzverhältnisse zulassen, wird auch die Aufgabe von Massensendungen für Gemeinden, Vereine und KMU in Partnerfilialen möglich sein. Zudem werde die Post abonnierte Tageszeitungen bis am Mittag zustellen, sofern diese nicht mit der Frühzustellung verteilt werden können. Für KMU werde die Post neue Lösungen für den Barzahlungsverkehr und für die Aufgabe und Abholung von Sendungen anbieten, ausserdem würden vier bis fünf weitere Servicepunkte für Privat- und Geschäftskunden im Kanton Uri geprüft.

Thomas Huwyler hat die Antwort des Regierungsrats bis Redaktionsschluss noch nicht studiert. Am 19. April wird im Landrat darüber beraten.

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