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KANTON: Energieholz ist gefragt

Der Verein Wald Uri rüstet sich für die Gewerbeausstellung Uri 18. Der tiefe Holzpreis macht den Urner Forstbetrieben aber zu schaffen.
Paul Gwerder
Die Situation der Urner Forstbetriebe ist angespannt. (Bild: Florian Arnold (Bürglen, 12. April 2011))

Die Situation der Urner Forstbetriebe ist angespannt. (Bild: Florian Arnold (Bürglen, 12. April 2011))

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

«Die Pflege des Waldes und die Aufforstung sind wichtiger denn je. Wie gut das funktioniert, zeigt das Beispiel in Andermatt, wo der Waldbestand in den letzten rund 150 Jahren von 4 auf 24 Hektaren zugenommen hat», sagte Bruno Wipfli, Präsident von Wald Uri, gestern Nachmittag an der Mitgliederversammlung in Andermatt. Die Holznutzung der öffentlichen Forstbetriebe betrug im vergangenen Jahr rund 21600 Kubikmeter, das ist etwas weniger als im Vorjahr. Dafür leisteten die Urner Forstbetriebe rund 110000 Arbeitsstunden mit ihren Mitarbeitern und den insgesamt elf Lehrlingen.

Dazu haben die Forstarbeiter etwa 400 Hektaren Schutzwald gepflegt, die mit Beiträgen von Bund, Kanton und Korporation mit 3,8 Millionen Franken abgegolten wurden.

Wirtschaftliche Situation bleibt angespannt

Wegen der milden Temperaturen im vergangenen Winter brauchte es weniger Holz für die Schnitzelheizungen. Insgesamt wurden der Oeko Energie AG 7104 Kubikmeter Schnitzelholz geliefert, und für die Brickermatte wurden 1300 Kubikmeter gebraucht.

Dem neuen Vertrag zwischen der Firma Zgraggen Agro GmbH und Wald Uri stimmten die Mitglieder zu. Darin verpflichtet sich Wald Uri, dem Vertragspartner jährlich mindestens 10000 Schüttraummeter (SRM) Energieholz zu liefern, und im Gegenzug muss die Zgraggen Agro GmbH diese jährliche Menge abnehmen. «Der durchschnittliche Holzpreis über alle Sortimente für die Forstbetriebe betrug 2016 51 Franken pro Kubikmeter. Das sind rund 10 Prozent weniger als noch in den Jahren zuvor», sagte Bruno Wipfli.

«Die wirtschaftliche Situation bei den Forstbetrieben mit einem Verlust von 420 000 Franken bleibt angespannt und hat sich seit dem Holzpreis­einbruch im Jahr 2015 noch verschärft», so Wipfli. Ohne öffentliche Beiträge, die rund die ­Hälfte der Gesamteinahmen ausmachen, und Arbeiten für Dritte wäre die Existenz der Forstbetriebe gefährdet. Positiv wertet Wipfli, dass die Urner Waldfläche zwischen 1985 bis 2009 um 7,8 Prozent zugenommen hat. Drei Viertel davon in unproduktiven Flächen und etwa ein Viertel auf Landwirtschaftsflächen aufgrund abnehmender Bestossung der Alpen.

Kassiererin Nathalie Barengo konnte eine positive Rechnung präsentieren. Bei Einnahmen von 31753 Franken resultierte ein Gewinn von 6948 Franken.

Verein will sich im «besten Licht» präsentieren

Vom 7. bis 9. September 2018 findet die Gewerbeausstellung Uri 18 statt. Der Vorstand von Wald Uri ist der Meinung, dass man dort dabei sein muss. Der Verein rechnet für den Standbetrieb mit Kosten von 25000 Franken. «Das gibt einen Riesenaufwand, und es funktioniert nur, wenn die einzelnen Bürgergemeinden Wald Uri dabei unterstützen», sagte ein Versammlungsteilnehmer. Bruno Arnold, zugleich auch Mitglied von Wirtschaft Uri, plädiert, dort mitzumachen: «Der Wald hat heute einen grossen Stellenwert, und dieser Grossanlass ist ein gutes Gefäss, unseren Wald im besten Licht zu präsentieren.»

Annen bedauert, dass Bauholz oft importiert wird

Abschliessend gratulierte der Präsident folgenden Lehrlingen zum erfolgreichen Abschluss als Forstwart: Patrick Bieri, Seedorf; Christian Walker, Isenthal; Elias Müller, Intschi; Michael Arnold, Spiringen, und Martsen Zgraggen, Schattdorf.

«Die Aufträge von Wald Uri an die Forstbetriebe und die Arbeiten in den Wäldern helfen mit, dass die Bürgergemeinden auf gesunden Beinen stehen», sagte Kantonsforstmeister Beat Annen. Befriedigt stellt er auch fest, dass wieder viel mit Holz gebaut wird, wie auch hier in Andermatt. «Schade ist, dass nur etwa ein Drittel dieses Bauholzes aus der Schweiz stammt und wir unser kostbares Rundholz nicht an die Sägereien liefern können, sondern als Brennholz verkaufen müssen», sagte Annen.

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