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KANTON: Jagd stösst auf breite Akzeptanz

Der Urner Jäger­verein ist gewachsen. Für Diskussionen sorgte an der GV die Festsetzung des Jagdbeginns, bei welcher der Vorstand unterstützt wurde.
Paul Gwerder
Präsident Bruno Planzer gratuliert Hans Arnold zur Ehrenmitgliedschaft. (Bild Paul Gwerder)

Präsident Bruno Planzer gratuliert Hans Arnold zur Ehrenmitgliedschaft. (Bild Paul Gwerder)

Paul Gwerder

Das Ergebnis einer Umfrage, die vergangenes Jahr durchgeführt wurde, spricht Bände: 80 Prozent der Bevölkerung stehen hinter der Jagd. Das sei ein absoluter Spitzenwert, sagte Bruno Planzer, Präsident des Urner Jägervereins. Etwas durchmischt fiel an der Generalversammlung in Sisikon die Bilanz der Jagdsaison aus. «Die Hochwildjagd war in der ersten Woche von garstigem Wetter geprägt mit Wind, Nebel und in den höheren Lagen auch etwas Schnee», fasste Planzer zusammen. «Die zweite Woche mit etwas Sonne war warm, was uns Gamsjägern natürlich eher zusagte.» Dem späten Jagdbeginn seien die Hirschjäger etwas kritisch gegenüber- gestanden. Doch mit 230 Hirschen konnte die Abschusszahl auf der ordentlichen Jagd sogar erhöht werden. Jagdverwalter Josef Walker lieferte einige weitere Zahlen nach. So wurden 14 Hirsche auf der Nachjagd erlegt. 443 Gämsen wurden geschossen, das sind zehn weniger als vor Jahresfrist. Für den Jagdverwalter hat es tendenziell mehr Hirsche, aber weniger werden geschossen. Auf der Niederwildjagd konnten 262 Rehe erlegt werden, dazu noch 228 Murmeltiere, 353 Füchse, 41 Schneehühner, 35 Schneehasen und 108 Dachse, das sind doppelt so viele wie im Vorjahr.

Gruppe will früheren Start

Für Diskussionen unter den 190 anwesenden Mitgliedern sorgte der Jagdbeginn für dieses Jahr. So stellte die Jagdgruppe Hinterbalm den Antrag, die Jagd in diesem Jahr früher beginnen zu lassen: Frühestens am 5., spätestens am 10. September. Dadurch sollten Metzger und Restaurants früher mit einheimischem Wild beliefert werden. Zudem würde die Jagd nicht in die Hirschbrunft fallen. Der Jägerverein-Vorstand stellte aber einen Gegenantrag: Hochwildjagdbeginn am 2. Montag im September; spätester Termin 12. September; ansonsten am 1. Montag im September. Die Mitglieder stellten sich hinter den Vorschlag des Vorstands.

Dreizehn Mitglieder sind dem Urner Jägerverein neu beigetreten. Dem standen nur drei Austritte gegenüber. Insgesamt zählt der Verein 693 Mitglieder. Kassier Philipp Lussmann musste in der Vereinsrechnung ein Minus von 17 739 Franken bekannt geben, dies waren 5000 Franken mehr als budgetiert. Ein Grund für das hohe Defizit sind die Amortisation der Jagdschiessanlage mit 10 000 Franken und noch ausstehende Ver­sicherungsgelder. Trotzdem bleibt der Jahresbeitrag für die Aktiven bei 50 Franken, und die Freimitglieder bezahlen weiterhin 30 Franken.

Jagdschiessen gestrichen

In der Jagdprüfungskommission ersetzen Edy Epp und Karl Wyrsch die Abtretenden Hans Arnold und Josef Lussmann. Alois Zurfluh und Bruno Planzer treten aus der Jagdkommission zurück. Oliver Gisler und Andreas Gnos übernehmen. In der Schiesskommission haben Martin Jauch und Hansruedi Schmid demissioniert. Neu nimmt dort der Amsteger Kevin Müller Einsitz. Nach dem Abgang von Astrid Epp hat sich Ernst Zgraggen bereit erklärt, den Standel als Wirt zu übernehmen. Auf der Schiessanlage wurde an 21 Schiesshalbtagen geschossen. Allerdings schiessen immer weniger Mitglieder im Standel. So sind die Zahlen von 2010 (1098 Schützen) auf 2015 (703) massiv gesunken. «Da das Interesse am Urner Jagdschiessen immer geringer wurde, haben wir uns entschlossen, diesen Anlass ab sofort ersatzlos zu streichen», sagte Präsident Planzer.

Die Hegekommission hat unter der Leitung von Urs Herger mit Jägern und Freiwilligen 2150 Stunden für die Hege investiert. «Dies ist absolut erfreulich, und mit dieser Öffentlichkeitsarbeit machen wir auch Werbung für uns Jäger», so Planzer.

22 Teilnehmer am Lehrgang

Im April 2015 haben 22 Teilnehmer, davon eine Dame, mit dem Training und dem Jagdlehrgang begonnen. An der Hubertusjagd standen die 35 «Hubertusjünger» in Riemenstalden im Schnee. «Die Jagdausbeute war mit nur einem Schneehasen gering, aber das Erlebnis überwog», hiess es seitens der Teilnehmer.

Franco Scodeller vom Dachverband Jagd Schweiz sprach vor den Versammel­ten über die Einflussnahme der Jäger auf politischer Ebene. «Es ist erfreulich, dass im Parlament elf Jäger sitzen», so Scodeller. Ein Dauerbrenner seien die Grossraubtiere Luchs und Wolf. «Im Gespräch mit dem Urner Jagdverwalter Josef Walker stellte ich fest, dass im Kanton Uri noch Nachholbedarf beim hohen Luchsbestand besteht», sagte er. Was den Abschuss von geschützten Tieren betriff, vertritt Scodeller aber eine klare Meinung: «Jagd Schweiz verurteilt aufs schärfste illegale Abschüsse und somit Wilderei.»

Hans Arnold wird Ehrenmitglied

Vorstandsmitglied Wildhüter Peter Indergand beantragte, Hans Arnold («Lehmatter Hans», 1945) zum Ehrenmitglied zu ernennen. Dieser geht nun seit dem Jahr 1965 im Gebiet Gampelen-Schwarzgrat-Seewli auf die Jagd. Arnold habe sich immer für die Jägerei starkgemacht und als «Mädchen für alles» eingesetzt werden können. 21 Jahre lang war er Mitglied der Jägerprüfungskommission und half bei den Hegetagen und Wildzählungen mit. Der Applaus zu seiner Wahl als Ehrenmitglied war «Lehmatter Hans» deshalb gewiss.

Beat Arnold, neugewählter Nationalrat, war zum letzten Mal als Sicherheitsdirektor an der Generalversammlung zugegen. Er dankte für die gute Zusammenarbeit mit den Jägern. Er habe die guten Diskussionen geschätzt.

Ehre für lange Treue

Für 25 Vereinsjahre wurden folgende Mitglieder geehrt: Daniel Aschwanden, Beckenried; Bernhard Danioth, Andermatt; Anton Kempf, Erstfeld; Anton Gamma, Wassen; Markus Gamma, Schattdorf; Beat Gerig, Spiringen; Andreas Hofstetter, Immensee; Felix Infanger, Bauen; Falk Marhow, Flüelen; Josef Planzer, Unterschächen; Patrik Tresch, Erstfeld; Werner Walker, Intschi; Hans Welti, Schattdorf; Josef Wyrsch, Schattdorf; Walter Jauch, Bürglen, und Alois Zufluh, Attinghausen.
Für 45 Jahre Mitgliedschaft bekamen Viktor Giger, Franz Kieliger und Franz von Arx ein kleines Präsent überreicht.

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