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KANTON: Jugendliche stehen im Fokus

In Uri wird intensiv über die Zukunft der Jugendarbeit gesprochen. Dazu braucht es gute Rahmenbedingungen. In verschiedenen Bereichen gibt es Nachholbedarf.
Paul Gwerder
Jugendliche und Behördenvertreter diskutieren miteinander über das neue Kinder- und Jugendförderungsleitbild. (Bild Paul Gwerder)

Jugendliche und Behördenvertreter diskutieren miteinander über das neue Kinder- und Jugendförderungsleitbild. (Bild Paul Gwerder)

Paul Gwerder

«Wir müssen dafür schauen, dass der Kanton Uri auch für Jugendliche attraktiv bleibt, denn wir haben das Problem, dass zu viele junge Menschen wegziehen», sagte Bildungsdirektor Beat Jörg an der Gemeindejugendfachtagung. Diese fand am Mittwochabend in der Kantonalen Mittelschule Uri statt. Mit dabei waren Gemeindevertreter sowie Akteure der ausserschulischen Kinder- und Jugendarbeit. Ziel der Veranstaltung war es, das aktuelle Leitbild Kinder- und Jugendförderung anhand von Beispielen konkret zu machen.

Am 25. September kommt das Kantonale Kinder- und Jugendförderungsgesetz zur Abstimmung. Dieses bildet die Grundlage für eine bedürfnisorientierte Förderung, indem es den Bestand sichert und die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden regelt. «Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Kantonen, deshalb ist es umso wichtiger, dass wir für die heranwachsenden jungen Menschen attraktive Rahmenbedingungen schaffen und dafür sorgen, dass sie hierbleiben und arbeiten, denn sonst mangelt es bald an gut ausgebildetem Fachpersonal», erklärte Beat Jörg.

Grosse Eigenverantwortung

«Kinder und Jugendliche sind die Zukunft Uris. Der Regierungsrat will, dass sich Uri zu einem ausgesprochen familien-, kinder- und jugendfreundlichen Kanton entwickelt», steht im Leitbild. Wichtig ist neben Familie und Schule, die Förderung ausserschulischer Unterstützung von Angeboten, Diensten, Lokalitäten, Einrichtungen und Trägern sowie die Koordination der Kinder- und Jugendarbeit. «Dank der grossen Eigenverantwortung und der hervorragenden Arbeit von jungen Leuten haben wir hier schon sehr viele Angebote», so Jörg. Dazu zählt: Verbandsjugendarbeit (Pfadi, Jungwacht, Blauring, Jugendvereine), offene Kinder- und Jugendarbeit (lokale Jugendtreffs), kirchliche Jugendarbeit (Jugendseelsorge, Ministranten), politische Arbeit (Jungparteien), freizeitliche, sportliche und kulturelle Angebote sowie das Kinder- und Jugendparlament.

«Kann man etwas gegen den Wegzug der Jugendlichen machen?» fragte Josef Schuler vom kantonalen Amt für Jugendförderung. Aus der Runde kam die Antwort: «Wir müssen nicht nur in die Jugendförderung investieren, sondern sollten auch Wirtschaftsförderung betreiben.» Die jungen Erwachsenen müssten zur Überzeugung kommen, dass sie in einem tollen Kanton wohnen würden, hierbleiben und arbeiten wollten, so Beat Jörg.

Engagierte Diskussionen

Die Anwesenden teilten sich in Gruppen auf und diskutierten die Leitsätze des Leitbildes. Die Themenblöcke hiessen: Freizeitgestaltung, Eigeninitiative, Mitwirkung, Identität und Persönlichkeitsentwicklung. Dabei kam deutlich zum Vorschein, dass es in Uri schon sehr viele Angebote gibt. Ganz wichtig sei, dass die Heranwachsenden frühzeitig «gepackt und abgeholt» würden, sagte der Erstfelder Gemeinderat Sepp Zgraggen. Er habe festgestellt, dass Mädchen und Burschen dann auch sehr gerne mitziehen würden. Sepp Zgraggen weiss, wovon er spricht, denn er ist verantwortlich für das Jugilokal Erstfeld. Ferner ist es von zentraler Bedeutung, dass die Vereine in den Schulen sich präsentieren und Werbung machen können. «Ein junger Mensch, der in einem Verein mitmacht, egal Sport- oder auch Musikverein, kommt immer wieder in den Kanton Uri zurück, auch wenn er eine gewisse Zeit in der Fremde lebt», gibt sich Simon Stadler zuversichtlich. Immer wieder war zu hören, dass Angebote für Jugendliche, die in keinem Verein engagiert seien, wie Restaurants oder Aufenthaltsorte für 16- bis 18-Jährige fehlten. Auch gute Verkehrsverbindungen zu nächtlichen Stunden helfen mit, dass Junge aus Randgemeinden an den Angeboten teilnehmen können.

Kanton fordert Eigeninitiative

Auf den Vorwurf, der Kanton verhalte sich zu passiv, erwiderte Josef Schuler: «Wir fordern Eigeninitiative von den jungen Leuten. Dann ist der Kanton immer bereit, Projekte zu unterstützen.» Abschliessend wurde die Frage gestellt: Braucht es überhaupt ein neues Gesetz? Die Teilnehmer waren sich einig: «Ohne ein Gesetz könnte es einmal in der Jugendförderung bergab gehen, insbesondere, wenn es den Gemeinden finanziell nicht mehr so gut geht.» Der Rotstift werde dort angesetzt, wo keine gesetzlichen Ausgaben budgetiert seien.

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