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Urner Kantonsverwaltung: Anstellungspraxis soll bestehen bleiben

Die Regierung muss auch künftig nicht alle Stellen ausschreiben. Der Landrat erklärte eine Motion nicht erheblich.
Markus Zwyssig
Brickermatte.28. September 2016.Bild Urs Hanhart.

Brickermatte.
28. September 2016.
Bild Urs Hanhart.

Jolanda Joos, SP, Bürglen

Jolanda Joos, SP, Bürglen

Landrätin Jolanda Joos (SP, Bürglen) hat in einer Motion gefordert, dass bei der Kantonalen Verwaltung in Zukunft alle Stellen öffentlich ausgeschrieben werden sollen. Diese wurde aber gestern im Landrat mit 19 Ja und 38 Nein nicht erheblich erklärt.

Bei der Besetzung von Stellen innerhalb der Kantonalen Verwaltung hält sich der Regierungsrat grundsätzlich an die in der Personalverordnung festgehaltene Pflicht, Stellen öffentlich auszuschreiben. In begründeten Ausnahmefällen weiche er jedoch davon ab.

Stellen könnte man auf Website ausschreiben

Wie die Regierung in ihrer Antwort auf die Motion festhält, wurden in den vergangenen 3 Jahren 26 Kaderstellen neu besetzt. Davon wurden 8 Stellen intern und 18 Stellen mit einer öffentlichen Ausschreibung vergeben. Somit sei knapp ein Drittel der Kaderstellen ohne Ausschreibung vergeben worden, da könne man nicht mehr von einer Ausnahme sprechen. Es könne ja nicht sein, dass man die eigenen Mitarbeiter vor allenfalls kompetenten Bewerbungen schützen müsse, so die Regierung in ihrer Antwort.

«Kaderstellen in der Kantonalen Verwaltung sind begehrt und gehören zu den bestbezahlten Anstellungen in Uri», so Joos. Die Forderung solle keinen grossen finanziellen Aufwand verursachen. «Es reicht vollkommen, wenn die Stellen auf der Website des Kantons ausgeschrieben werden.»

Jonathan Wenger (CVP, Schattdorf) sind die Anliegen des Vorstosses nicht unsympathisch. Er hat aber Bedenken, ob dies Sinn mache. Kontraproduktiv sei es, Stellen «alibimässig» auszuschreiben. Wichtig aber, diese optimal zu besetzen. Sympathien für die Motion hatte Hansueli Gisler (SVP, Bürglen). «Der Kanton als Arbeitgeber mit öffentlichen Geldern muss alle Stellen unbedingt ausschreiben.»

Für Kurt Gisler (CVP, Altdorf) ist Transparenz wichtig und zudem die Möglichkeit, dass sich die Bevölkerung bei den Bewerbungen beteiligen kann. Es gebe einen wesentlichen Unterschied in der Stellenbesetzung bei der Kantonalen Verwaltung und in der Privatwirtschaft. «Man ist es der Bevölkerung schuldig, dass sie über Stellenwechsel informiert ist. Interessierte sollen immer die Chance bekommen, sich zu bewerben.»

Die FDP-Fraktion sah keine Notwendigkeit für eine Änderung de Personalverordnung. Sie befürwortete das Vorgehen der Regierung, auch weiterhin zu bestimmen, wann eine Ausschreibung erfolgen solle und wann nicht. Cornelia Gamma (FDP, Schattdorf) jedoch unterstützte die Motionärin: «Bei einer öffentlichen Ausschreibung besteht die Chance, dass fähige Fachkräfte, die ausgewandert sind, wieder in den Kanton kommen.» Finanzdirektor Urs Janett zeigte auf, warum die Regierung an ihrer bisherigen Praxis festhalten will: «Wenn Stellen intern besetzt werden, können im Sinne einer Karriereplanung Aufstiegsmöglichkeiten geboten und gleichzeitig allfällige Fehlbesetzungen reduziert werden.» Eine Stellenausschreibung in der Verwaltung solle auch nicht nur proforma erfolgen. «Interne Besetzungen sollen aber nur so wenig wie möglich und so oft wie nötig erfolgen», so Janetts Maxime.

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