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KANTON: Luchse setzen Gämsbestand zu

Der Platz wird eng: Zurzeit leben 15 Luchse im Kanton Uri. «Das ist zu viel», sagt Bruno Planzer, Präsident des Urner Jägervereins.
Solche Bilder werden in Uri immer seltener, denn seit Jahren ist der Gämsbestand rückläufig. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Solche Bilder werden in Uri immer seltener, denn seit Jahren ist der Gämsbestand rückläufig. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Anian Heierli

Der Urner Gämsbestand kränkelt. Die aktuelle Jagdstatistik 2014 spricht eine klare Sprache: 2003 erlegten die Urner Jäger in einer Saison 878 Gämsen, 2008 waren es 709, 2013 waren es 500, und im vergangen Herbst wurden nur noch 455 Gämsen geschossen.

Kritik am Wintertourismus

«Der Gämsbestand hat deutlich abgenommen. Eine Situation, die ohne Massnahmen nicht besser wird», erklärt Bruno Planzer, Präsident des Urner Jägervereins. Der Bürgler macht zwei Ursachen aus, die den Gämsen zusetzen. «Zum einen ist es die hohe Luchspopulation, zum anderen sind es neue Entwicklungen im Winter- und Frühlingstourismus», erklärt er. Aktuell seien im Kanton Uri an die 15 adulte Luchse unterwegs. «Das ist zu viel», so Planzer. Man dürfe die Jäger aber nicht falsch verstehen. «Wir wollen den Luchs nicht ausrotten, aber dessen Bestand auf ein gesundes Niveau senken.» Die Urner Jäger hoffen deshalb auf das neue Grossraubwild-Konzept, das momentan auf Bundesebene ausgearbeitet wird und bereits im aktuellen Jahr in Kraft treten könnte.

«Die Gämse ist ein Wildtier, das empfindlich auf Störungen reagiert», erklärt Planzer. Problematisch seien im Tourismusbereich Skitourengänger, Schneeschuhläufer und Gleitschirmflieger. «Wenn das Tier einen Skifahrer oder Gleitschirmflieger sieht, ist es gestresst und flüchtet», so Planzer. «Gestresste Tiere reproduzieren sich nicht und verenden im schlimmsten Fall.» Zusätzlich problematisch seien im Winter auch Helikoptermanöver der Armee. Gerade wenn die Einsätze über Einstandsgebieten stattfinden. Konkret fliegt die Armee im Isen-, Meien- und Reusstal.

Jäger fordern Wildruhezonen

Nun will der Jägerverein handeln. «Zwischen Attinghausen und Göschenen braucht es neue Wildruhezonen», sagt Planzer. Im Schächen- und Urserental habe man mit Wildruhezonen bereits Erfolge erzielt. Deshalb sucht der Jägerverein nun das Gespräch mit dem Kanton. Die Urner Jäger wollen sich auch mit den Tourismusvereinen zusammensetzen. Es soll geregelt werden, wo und wann etwa Schneeschuhtouren stattfinden. «Wenn jetzt nicht gehandelt wird, nimmt der Gämsbestand noch weiter ab. Und irgendwann erübrigt sich die Diskussion, da es keine Gämsen mehr gibt», mahnt Planzer.

Auch für den kantonalen Jagdverwalter Josef Walker sind weitere Wildruhezonen ein Mittel, um den Gämsbestand zu schonen. «Wo solche Zonen Sinn machen, muss aber vorerst genau abgeklärt werden», sagt er. «Der rückläufige Gämsbestand ist kein spezifisches Urner Problem. Im ganzen Alpenraum nimmt der Gämsbestand ab.» Dafür verantwortlich sind laut Walker verschiedene Faktoren wie Störungen durch den wachsenden Tourismus, Grossraubtiere, aber auch Krankheiten. Je nach Lebensraum würden auch Hirsche und Steinböcke den Gämsen Konkurrenz machen, so Walker. «Zurzeit bereitet uns der Gämsbestand Sorgen. Und in einzelnen Gebieten nimmt auch die Zahl der Rehe ab.» Ansonsten sei die Urner Wildpopulation aber gesund. Ersichtlich ist dies an den leicht wachsenden Abschusszahlen (siehe Tabelle).

Deutlich weniger Wildschäden

Rückläufig sind die Wildschäden. Total wurden 2014 28 127 Franken Wildschäden vergütet (Vorjahr: 38 988 Franken). Der Hirsch machte mit rund 22 000 Franken den grössten Schaden aus, gefolgt vom Dachs (1740 Franken) und vom Reh (1110 Franken). Mit 500 Franken hält sich dagegen der Grossraubtierschaden in Grenzen.

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