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KANTON: Schächen-Kraftwerk: Deal ist geplatzt

Die KW Schächenschale AG hat ihrer Konkurrentin eine Zusicherung auf Fördergelder zum Kauf angeboten. Doch auf das Angebot wurde nicht eingetreten. Bei den zuständigen Stellen des Bundes hat man Mühe mit einem solchen Handel.
Florian Arnold

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Mit der Interpellation von Landrat Alois Zurfluh (CVP, Attinghausen) vor gut zwei Wochen wurde bekannt, dass die KW Schächenschale AG die Zusage für die Kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes (KEV) für die Nutzung des Schächens besitzt. Allerdings wurde das Projekt nie vorangetrieben, ein Konzessionsgesuch gab es nicht.

Genau umgekehrt sieht es bei der KW Schächen AG aus, an der das EWA, die Korporation Uri und der Kanton Uri beteiligt sind. Diese besitzt seit vergangenem Herbst eine Konzession für die Nutzung des Schächens – aber keine Zusage des Bundes für die KEV. Aus diesem Grund hat die KW Schächenschale AG der Konkurrenzfirma ihre KEV-Zusage zum Kauf angeboten. Gerüchten zufolge hat die Verkäuferin 4 bis 5 Millionen Franken verlangt. Die potenzielle Käuferin soll eine Summe von 1,5 Millionen Franken angeboten haben. Die KEV-Zusage ist nun abgelaufen.

«Der Kauf der KEV-Zusage von der KW Schächenschale AG war eine von mehreren Möglichkeiten, die in Frage gekommen sind», bestätigt Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der KW Schächen AG. «Der Weg mit der KW Schächenschale AG hat sich nun nicht ergeben.» Auf Anfrage unserer Zeitung wollte man sich seitens der KW Schächenschale AG nicht näher dazu äussern. Werner Jauch betont, die KW Schächen AG arbeite mit Hochdruck am Projekt. «Weitere Abklärungen sind im Gange, und wir führen viele Gespräche.»

Handel könnte preistreibend wirken

«Dass eine Zusage für die KEV an eine andere Bauherrschaft am selben Standort weitergereicht wird, ist grundsätzlich möglich», sagt Benno Frauchiger vom Bundesamt für Energie. «Dass damit explizit Handel betrieben wird, ist allerdings nicht im Sinn dieses Fördersystems.» Denn letztlich dürfte sich der Handel preistreibend aufs Projekt auswirken. Fakt ist: Bis mindestens Anfang 2018 steht die KW Schächen AG ohne KEV-Zusage da. «In diesem Jahr werden keine Förderzusagen mehr erteilt», bestätigt Hans-Heiri Frei, Leiter Herkunftsnachweise und Förderprogramme bei der Netzgesellschaft Swissgrid, welche die Zusagen ausstellt.

Das Projekt der KW Schächen AG ist eines von insgesamt 38000, die auf der Warteliste für eine Zusage stehen. Darunter befinden sich über 500 Wasserkraftwerke. Sobald ab 2018 das neue Energiegesetz in Kraft tritt, werden KEV-Zusagen wieder möglich sein. Allerdings ist die entsprechende Verordnung noch nicht fertig. Gerechnet wird mit einem Bundesratsentscheid im November. Vorgesehen ist, dass kleinere Wasserkraftwerke, die weniger als 1 Megawatt leisten, nicht mehr gefördert werden. Dies könnte die Chancen der KW Schächen AG verbessern, da das Werk einst eine Leistung von 4,2 Megawatt aufweisen soll.

Frei betont: «Die Position auf der Warteliste der KEV ist nicht abhängig von der Grösse des Projekts. Das einzige Kriterium ist das Anmeldedatum.» Im Rahmen der Verordnung werden bei den Zusagen für die KEV auch keine Realisierungschancen miteinbezogen. Ebenfalls ausser Acht gelassen wird, ob an einem Standort bereits ein anderes Projekt eine Zusicherung erhalten hat. Kurz: Die KW Schächen AG war also langsamer als die KW Schächenschale AG mit dem KEV-Antrag.

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