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KANTON: Sorgen um die Sommerlager

Viele Urner Jugendorganisationen sind zurzeit im Sommerlager. Die Hitze ist dabei aber nur eines der Probleme, mit denen Blauring, Jungwacht und Pfadi kämpfen.
Elias Bricker
Die Pfadfinder aus Altdorf kommen in ihrem Sommerlager in Altishofen ins Schwitzen. (Bild Pius Amrein)

Die Pfadfinder aus Altdorf kommen in ihrem Sommerlager in Altishofen ins Schwitzen. (Bild Pius Amrein)

Das diesjährige Lagermotto der Jungwacht Attinghausen könnte nicht besser zur aktuell mediterranen Hitze passen: Die 24 Kinder und ihre Leiter befinden sich aktuell auf einer zweiwöchigen Kreuzfahrt. Und wie bei einer richtigen Schifffahrt gehören im Lager Badewetter, Animation am Pool sowie Abendunterhaltung einfach dazu. Getreu dem Motto fuhren die Attinghauser denn am Montag nicht etwa mit dem Car ins Lager, sondern legten den ersten Teil der Reise von Flüelen bis Brunnen mit dem Schiff zurück. Von dort ging es dann weiter mit dem Zug nach Ebikon. «Die beiden ersten Tage waren richtig heiss», sagt Lagerleiterin Claudia Gisler. «Zum Glück stehen unsere Zelte im Wald am Schatten. Doch die gestrige Wetterabkühlung tat richtig gut.»

Sportvereine als Konkurrenz

Auch die Pfadi Scouting Seedorf weilt wie die meisten Urner Jugendorganisationen inzwischen im Lager (siehe Grafik). Die 38 Pfadfinder haben ihre Zelte im aargauischen Scherz aufgestellt. «Wegen der Hitze gab es in den vergangenen Tagen viele Wasserschlachten», sagt Abteilungsleiter Raphael Zwyer. «Zudem haben wir eine Sprinkleranlage aufgestellt, bei der man sich jederzeit erfrischen kann.»

Doch einige Urner Jugendorganisationen kämpfen aktuell nicht nur mit der Hitze, sondern mit strukturellen Problemen: Gerade mal zwölf Kinder nehmen am diesjährigen Lager der Schattdorfer Pfadi Don Bosco teil. «Wir sind praktisch gleich viele Leiter wie Kinder», bedauert Pfadileiter Andreas Wolf. Viele Kinder seien bereits in anderen Sportvereinen engagiert und diese würden inzwischen zum Teil ebenfalls Lager durchführen. «Die Pfadi hat bei diesem grossen Freizeitangebot einen schweren Stand», so Wolf.

Aufwärtstrend in Schattdorf

Auch der Blauring Schattdorf kämpfte in den vergangenen Jahren gegen schwindende Mitgliederzahlen. 2013 verzichtete die Mädchenorganisation sogar auf ein Sommerlager, weil ein Lager mit weniger als 15 Teilnehmerinnen nicht tragbar gewesen wäre. Doch die Anstrengungen des Leiterteams in den vergangenen zwei Jahren haben sich nun bewährt: So nahmen am diesjährigen Lager, das am Samstag zu Ende ging, wiederum 27 Mädchen teil. Doch der Blauring zählte im aktuellen Lager nur sechs Leiterinnen. «Deshalb war alles ein bisschen stressiger für uns, aber trotzdem schön», sagt Scharleiterin Andrea Schuler.

Ehemalige Leiter reaktiviert

Die Jungwacht Altdorf verzeichnet ebenfalls einen leichten Aufwärtstrend. In den vergangenen vier Jahren reisten jeweils rund 40 Kinder ins Sommerlager. «Früher, als ich selber noch Kind war, waren wir nie mehr als 30 Teilnehmer», sagt Scharleiter Kevin Bär. «Diese Jahrgänge fehlen uns jetzt bei den Leitern.» Denn fast hätte die Jungwacht mit nur sieben Leitern ins Lager fahren müssen. «Wir konnten aber jetzt noch einige Ehemalige überreden, uns als Leiter zu unterstützen.» Das Problem: Viele berufstätige Leiter könnten nicht oder nur schlecht zwei Wochen Ferien nehmen oder seien nicht bereit, zwei von fünf Ferienwochen für die Jungwacht zu opfern. «Dafür habe ich eigentlich auch Verständnis», so Bär.

Diese Problematik kennt auch Claudia Gisler von der Jungwacht Attinghausen, der einzigen Urner Jungwacht, die Mädchen aufnimmt. «Wir haben das Glück, ein grosses Leiterteam zu haben. Nicht alle Leiter können aber zwei Wochen teilnehmen», sagt sie. «Dadurch gibt es während des Lagers einige Wechsel.»

«Es braucht Idealismus»

Co-Kantonsleiter der Pfadi Uri, David Imhof, weiss, dass es für Jugendorganisationen nicht immer ganz einfach ist, genügend Leiter zu rekrutieren. «Leiter investieren bis zu drei von fünf Wochen ihrer Ferien für Pfadi, Blauring oder Jungwacht», sagt Imhof. Denn zum zweiwöchigen Sommerlager kämen meist noch ein Vorlager, in dem man den Lagerplatz vorbereitet, sowie regelmässige Leiterkurse dazu. «Die zusätzliche Ferienwoche, die man wegen J + S-Tätigkeit beantragen kann, reicht da nicht weit», so Imhof. «Es braucht einen gewissen Idealismus.» Doch der Co-Kantonsleiter will für die Zukunft nicht schwarzmalen: «Bei Jugendorganisationen gibt es immer wieder Wellenbewegungen. Mal läuft es besser, mal schlechter.» Würden zwei Jahrgänge schwächer ausfallen, gäbe es sofort Probleme, die sich bis zur Leiterstufe hinauf weiterziehen würden. «Doch die Pfadi ist kein Auslaufmodell», so Imhof. «Es gibt nach wie vor viele Junge, die sich engagieren.»

Schülerzahlen sind rückläufig

Weniger optimistisch blickt hingegen die Jugendgruppe Isenthal in die Zukunft. «Es nehmen immer weniger Kinder am Lager teil», sagt Co-Präsidentin Valentina Jauch. In diesem Jahr kommen noch rund 20 Kinder ins Lager. «Damit müssen wir eigentlich zufrieden sein, wenn man sieht, wie wenig Schüler es im Isenthal noch gibt. Gut möglich, dass wir in Zukunft noch weniger Kinder haben werden.»

Lager Uri (Bild: Grafik: Janina Noser)

Lager Uri (Bild: Grafik: Janina Noser)

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