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KANTON URI: «Bau ist eher unrealistisch»

Die Regierung sieht zwar keinen Bedarf für ein regionales Sportzentrum. Trotzdem zeigt sie dem Landrat nun drei mögliche Stand­orte auf.
Markus Zwyssig
Geht es nach der Regierung, soll in Uri vermehrt auf Kunstrasen gespielt werden – wie hier im Spiel FC Schattdorf gegen den ESC Erstfeld. (Archivbild Urs Hanhart)

Geht es nach der Regierung, soll in Uri vermehrt auf Kunstrasen gespielt werden – wie hier im Spiel FC Schattdorf gegen den ESC Erstfeld. (Archivbild Urs Hanhart)

Markus Zwyssig

Beim MSA Areal in Altdorf, in Flüelen oder im Schattdorfer Rossgiessen wäre es grundsätzlich möglich, ein regionales Sportzentrum zu bauen. Weil dazu eine Fläche von fünf bis zehn Fussballfeldern notwendig wäre, ist für die Regierung ein solcher Bau aber «eher unrealistisch», wie es in einem Bericht heisst. Bei Kosten von rund 16 Millionen Franken hat sie auch Bedenken, ob dies ­finanziell tragbar wäre.

Standortstudie ist nun publiziert

Bei der Landratssession im Januar 2016 war die Beratung des Berichts für ein regionales Sportzentrum unteres Reusstal (Motion Markus Holzgang, Altdorf) auf Antrag von Daniel Furrer (CVP, Erstfeld) abtraktandiert worden. Furrer forderte, mögliche Standorte für ein Sportzentrum aufzuzeigen und umfassender zu informieren, auch wenn sich die Regierung gegen ein Sportzentrum ausspreche. Dem kommt die Regierung nun nach. Sie legt jetzt einen zweiten Bericht vor. Die Standortstudie Regionales Sportzentrum Unteres Reusstal ist im Internet aufgeschaltet. Das Amt für Raumentwicklung (ARE) hat diese im Zusammenhang mit den Abklärungen der Projektgruppe erstellen lassen.

«Wenig realistisch»

Ein zentrales regionales Sportzentrum würde eine Fläche von rund 40 000 Quadratmetern benötigen. «Eine Umsetzung im Urner Talboden erscheint angesichts der knappen Landressourcen aus heutiger Sicht als wenig realistisch», schreibt die Regierung. Die Studie enthält drei Standorte, die sich heute bereits in der Bauzone befinden. «Auch bei diesen Standorten ergeben sich aber Konflikte mit raumrelevanten Interessen entsprechend dem kantonalen Richtplan», gibt die Regierung zu bedenken.

  • Der Standort MSA Areal Altdorf befindet sich bereits in einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen und ist teilweise bebaut. Der Baugrund gilt als schwierig. Der Standort ist für eine langfristige Realisierung des Verbindungstunnels «Berg-Lang» der Neat zwischen Axen und dem Gotthard-Basistunnel als Zwischenangriff und Installationsfläche gesichert (kantonaler Richtplan und Sachplan Verkehr). Dieser Konflikt müsste im Rahmen einer Richtplan­anpassung gelöst werden.

  • Der Standort Flüelen befindet sich bereits weitgehend in der Erholungszone und in der Zone für öffentliche Zwecke. Die Abstimmung mit dem Entwicklungsschwerpunkt Wohnen, Dienstleistung und Tourismus müsste geklärt werden. Die bestehende 300-Meter-Schiess­anlage steht zudem im Konflikt zu einem regionalen Sportzentrum.

  • Der Standort Rossgiessen Schattdorf befindet sich in der Industriezone, wobei Sportanlagen gemäss der Bau- und Zonenordnung Schattdorf in einem gewissen Rahmen möglich sind. Der Standort steht im Konflikt mit dem Entwicklungsschwerpunkt Arbeitsplatzgebiet Schattdorf, einer zukünftigen gewerblichen/industriellen Nutzung und einer allfälligen Weiterentwicklung bestehender publikumsintensiver Anlagen. Dieser Konflikt müsste für den Entwicklungsschwerpunkt aus einer Gesamtsicht heraus geklärt werden.

Aus Sicht der Regierung ist der Bedarf für ein regionales Sportzentrum zurzeit nicht gegeben. Dies unter anderem auch, weil in der Zwischenzeit verschiedene dezentrale Lösungen realisiert wurden. Sie will die Idee nicht weiterverfolgen. Ausgewiesen ist hingegen der Bedarf an zusätzlichen Fussballplätzen. In den Vordergrund rücken sollen dabei ­dezentrale Lösungen. Die Idee, möglichst viele bestehende Fussballfelder auf Kunst­rasen umzurüsten, erscheint der Regierung zielführend. Eine Mitfinanzierung des Kantons soll geprüft werden.

Der Bericht für ein regionales Sportzentrum unteres Reusstal soll im August im Landrat behandelt werden. Die Regierung beantragt, diesen zur Kenntnis zu nehmen. Die Motion Holzgang soll als materiell erledigt abgeschrieben werden. Welchen Antrag die landrätliche Bildungs- und Kulturkommission stellen wird, ist noch offen. Beim ersten Bericht beantragte sie dem Landrat, diesen zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Die Motion jedoch nicht als materiell erledigt abzuschreiben.

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