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KANTON URI: Bauern wollen dem Wolf ans Fell

Die Einfuhr und die Freilassung von Grossraubtieren, aber auch die Förderung des Bestandes sollen verboten werden. Schon bald werden Unterschriften für eine Verfassungsänderung gesammelt.
Kann der Wolf in Uri neben dem Menschen existieren? (Bild: Romano Cuonz)

Kann der Wolf in Uri neben dem Menschen existieren? (Bild: Romano Cuonz)

Der Bauernverband Uri hat an seiner Generalversammlung vom Freitag, 10. März, einstimmig entschieden, eine Volksinitiative gegen Grossraubtiere wie den Wolf zu lancieren. Am kommenden Donnerstag, 6. April, wird an einer Pressekonferenz der offizielle Startschuss zur Unterschriftensammlung gegeben. Die Einladung an die Medien erfolgte durch Raphael Bissig, den Geschäftsführer der Bauernverbände UR/NW/OW.

Als symbolträchtiger Ort für die Lancierung der Initiative wurde der Betrieb von Theo Zurfluh an der Grosstalstrasse 22 in Isenthal gewählt. Auf dem Heimbetrieb des Isenthaler Schafzüchters hat der Wolf im vergangenen Jahr mehrere Tiere gerissen. Die kantonale Volksinitiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» verlangt eine Ergänzung der Kantonsverfassung (KV) bezüglich Schutz der Umwelt und des Lebensraums.

Neuer Absatz in der Kantonsverfassung

Der bestehende Artikel 49 der KV (Wortlaut: «Der Kanton und die Gemeinden sorgen bei ihrer Tätigkeit für den Schutz des Menschen, seiner Umwelt und seines Lebensraumes») soll um folgenden Absatz 2 ergänzt werden: «Der Kanton erlässt Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Beschränkung und Regulierung des Bestandes. Die Einfuhr und die Freilassung von Grossraubtieren sowie die Förderung des Grossraubtierbestandes sind verboten.»

Hinter der Initiative stehen neben dem Bauern- und Bäuerinnenverband sowie dem Kleinviehzuchtverband auch der Urner Jägerverein und Politiker aus verschiedenen Urner Parteien.

Reaktion auf Haltung des Regierungsrats

Auslöser für die Initiative ist die Unzufriedenheit der Initianten mit der Haltung der Regierung. Diese hatte in seiner Antwort auf eine parlamentarische Empfehlung des Seedorfer SVP-Landrats Christian Arnold eine wolfsfreie Zone für nicht umsetzbar erklärt und sich dafür ausgesprochen, stattdessen das Nebeneinander von Wolf, Mensch und Alpwirtschaft zu verbessern. Der Landrat überwies Arnolds Vorstoss aber am 1. Februar – gegen den Willen der Regierung – mit 41 zu 16 Stimmen (3 Enthaltungen). Im Rahmen der damaligen Debatte im Kantonsparlament war auch offen die Vermutung ausgesprochen worden, dass der Wolf, der 2015 in Uri sein Unwesen getrieben hatte, illegal ausgesetzt worden sei. «Der Wolf war viel zu zutraulich», sagte etwa Toni Infanger (SVP, Bauen) anlässlich der Landratssession vom 1. Februar. «Uri lädt mit seiner wolfsfreundlichen Politik geradezu ein zu illegalen Tieraussetzungen.»

Diese Vermutungen und Ängste sind nun in die Formulierung des neuen Absatzes 2 von Artikel 49 eingeflossen, um den die Initianten die Kantonsverfassung erweitern möchten.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

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