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KANTON: Uri bekämpft Maikäfer-Engerlinge gezielt

2015 war ein Maikäferflugjahr, doch die grossen Schäden kommen erst. Bis Ende Oktober gibt es deshalb Probegrabungen.
So sehen Engerlingsschäden in der Landschaft aus. (Bild PD)

So sehen Engerlingsschäden in der Landschaft aus. (Bild PD)

Maikäferlarven, die sogenannten Engerlinge, verursachen durch Wurzelfrass in Wiesen grosse Ertragsausfälle und können sogar zu verstärkter Erosion durch schlechte Grasnarben beitragen. Die Schäden sind vor allem im Jahr nach dem Flug besonders ausgeprägt. In Uri wird 2016 als Hauptschadenjahr bezeichnet. Bei starkem Engerlingsbefall können bereits im Herbst des Flugjahrs, also noch 2015, grössere Schäden entstehen.

Engerlinge werden infiziert

Die Forderung nach einem biologischen Bekämpfungsverfahren führte in den 1980er-Jahren zur Entwicklung eines Produkts auf der Basis des engerlingstötenden Pilzes Beauveria brongniartii (weisse Muskardine). Das Produkt besteht aus Gerstenkörnern, die vom Pilz bewachsen sind. Diese Pilzkörner werden mit Sämaschinen in befallene Flächen eingearbeitet. Im Boden bilden sich die Pilzsporen, welche die Engerlinge mit der tödlichen Krankheit infizieren.

Rund 2000 Hektaren behandelt

Das an der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope in Reckenholz-Tänikon entwickelte Produkt ist als Pflanzenschutzmittel bewilligt und seit 1991 kommerzialisiert. Bisher wurden rund 2000 Hektaren behandelt. Eine Umfrage bei den Anwendern ergab, dass rund 90 Prozent mit der Wirkung zufrieden waren. Misserfolge liessen sich in den meisten Fällen auf falsche Maschineneinstellung (Ablage der Pilzkörner an der Bodenoberfläche), ungeeignetes Gelände oder Trockenheit zurückführen. Die Pilzkörner sind das einzige bewilligte Produkt zur Engerlingsbekämpfung in Wiesland, aber es gibt weitere Möglichkeiten, Engerlingsschäden vorzubeugen. Dazu gehören: Risikoflächen erst nach dem Maikäferflug schneiden, für einen dichten Pflanzenbestand sorgen und Beweiden der befallenen Flächen.

Situation in Uri

Schon seit langem sind die Engerlinge des Maikäfers im Kanton Uri gefürchtete Schädlinge, die bei starkem Auftreten nebst grossen Ertragsausfällen auf vielen steileren Flächen auch ein Befahren mit Landmaschinen und das Beweiden mit Vieh verunmöglichen können. In mehreren Kampagnen wurden deshalb Landwirtschaftsflächen in den betroffenen Urner Regionen mit dem Beauveria-Pilz behandelt. Da aber noch immer viele Flächen gar nie behandelt wurden, plant der landwirtschaftliche Beratungsdienst für das Hauptschadenjahr 2016 eine erneute Bekämpfungskampagne. An den Kosten der Bekämpfung müssen sich die Landwirte beteiligen.

Probefenster und Anmeldung

Um die Bekämpfungskampagne planen und die notwendige Menge Pilzsaatgut bestellen zu können, müssen die Landwirte die gewünschten Flächen bis Ende Oktober 2015 anmelden. Verspätet eingetroffene Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Ebenfalls müssen auf den betroffenen Flächen in einem Probefenster die Anzahl Engerlinge gezählt und auf dem Anmeldeformular vermerkt werden. Dies erlaubt dem Beratungsdienst eine Übersicht über die am stärksten betroffenen Regionen. Das Anmeldeformular mit Anleitung zur Anlegung eines Probefensters kann beim Landwirtschaftlichen Beratungsdienst bezogen werden (Telefon 041 871 05 66; www.ur.ch/Suche «Engerling»; E-Mail daniel.furrer@ur.ch).

red

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