KANTON URI: Chemiewehr leistet gute Arbeit

Der von einer Schweineseuche betroffene Betrieb in Altdorf wurde geräumt und desinfiziert. Die Kosten trägt das Veteri­när­amt der Urkantone.

Ladina Cattaneo
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Für die Reinigung und die Desinfektion des Schweinebetriebs mussten Schutzanzüge getragen werden. (Bild: Veterinäramt der Urkantone)

Für die Reinigung und die Desinfektion des Schweinebetriebs mussten Schutzanzüge getragen werden. (Bild: Veterinäramt der Urkantone)

Der von PRRS (Porcines reproduktives respiratorisches Syndrom) betroffene Betrieb im Kanton Uri (siehe unsere Zeitung vom 27. März) ist wieder seuchenfrei. Das erklärte das Veterinäramt der Urkantone auf Anfrage unserer Zeitung. Mit der Einstallung neuer Mastschweine werde noch rund drei Wochen zugewartet.

Betrieb gründlich gereinigt

Wie Toni Linggi, stellvertretender Kantonstierarzt der Urkantone, festhielt, seien die rund 950 Mastschweine des Urner Betriebs nach Basel abtransportiert und dort geschlachtet worden. Zudem sei der Betrieb durch die Chemiewehr Uri gründlich gereinigt und desinfiziert worden. Zuvor habe man die Stallungen allerdings während vier Tagen auf rund 55 Grad Celsius aufheizen müssen. Dies sei notwendig gewesen, weil das PRRS-Virus, das als Erreger des seuchenhaften Spätaborts bei Schweinen verantwortlich ist, temperaturempfindlich sei.

Chemiewehr Uri im Einsatz

Die klinische Säuberung des Grossbetriebs wurde durch rund 30 Fachkräfte der Chemiewehr Uri vorgenommen. Wie der zuständige Chemiefachberater Norbert Cathomas vom Amt für Umweltschutz Uri erklärte, seien die Stallungen zuerst mit Hochdruckgeräten gereinigt und im Anschluss desinfiziert worden. Dabei sei teilweise auch Natronlauge zum Einsatz gekommen. Damit die Fachkräfte während ihrer dreitägigen Reinigungsaktion vor den chemischen Substanzen geschützt waren und ein Verschleppen des Virus verunmöglicht wurde, kamen Schutzanzüge und Atemschutzmasken zum Einsatz.

Toni Linggi lobt den Einsatz der Chemiewehr Uri: «Mit dem Seuchenfall im Kanton Uri haben wir den ersten Ernsteinsatz zusammen mit der Chemiewehr absolviert.» Der stellvertretende Kantonstierarzt betonte, dass das Veterinäramt darauf hoffe, dass so schnell kein weiterer Seuchenfall auftrete. Man sei aber sehr froh, zu wissen, dass dem Amt eine professionelle und auch schnell einsetzbare Truppe zur Verfügung stehe.

Tiere aus einem Luzerner Betrieb

Die Virusinfektion im Kanton Uri wurde aufgrund eines Seuchenfalls in einem Zuchtbetrieb in Luzern entdeckt. Der Urner Betrieb hatte, gemäss Angaben des Veterinäramts der Urkantone, Tiere des von PRRS befallenen Luzerner Betriebs übernommen. Gemäss Linggi hatte die besagte Schweinezucht auch einen Mastbetrieb in Küssnacht mit Tieren beliefert. «Die Probenahmen in Küssnacht ergaben aber glücklicherweise keinen Befund», so Linggi.

Da die Schweiz offiziell als «PRRS-frei» eingestuft werde, umliegende Länder von der Seuche aber noch häufiger betroffen seien, wolle man auch künftig stichprobenhaft auf das PRRS-Virus testen. Aufgrund der Daten der Tierverkehrsdatenbank geht das Veterinäramt der Urkantone aber nicht davon aus, dass noch weitere Betriebe in den Urkantonen von PRRS betroffen sind.

Kosten im sechsstelligen Bereich

Die Kosten für die Seuchenbekämpfung in Uri sind noch nicht im Detail bekannt. Das Veterinäramt der Urkantone schätzt den Aufwand allerdings auf einen sechsstelligen Betrag. Gemäss Angaben von Toni Linggi werden diese aus dem Budget des Veterinäramts der Urkantone bezahlt. Darin inbegriffen sind die Kosten für die Räumung des Betriebs, die Reinigung und Desinfektion sowie ein Grossteil der Entschädigungssumme für den finanziellen Verlust des Tierhalters.