KANTON URI: Der Urner Negativtrend hält weiter an

40 Prozent weniger Schüler in 40 Jahren: Vor allem das Gymnasium verliert an Bedeutung. Das zeigt die Urner Bildungs- und Beratungsstatik 2014/15.

Florian Arnold
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Bild: Quelle Bildungs- und Kulturdepartement Uri / Grafik Janina Noser

Bild: Quelle Bildungs- und Kulturdepartement Uri / Grafik Janina Noser

Florian Arnold

Zurzeit hat der Kanton Uri 4920 Schüler. In den 70er-Jahren waren es noch rund 40 Prozent mehr. Allein die Volks- und Mittelschule (Berufsschule ausgenommen) zählte 1975 noch 7002 Schüler. Heute sind es 4148. Einzig die Kindergartenzahlen sind so hoch wie nie zuvor. Allerdings hängt dies damit zusammen, dass immer mehr Kinder das Angebot des Zweijahreskindergartens nutzen. Von 657 Kindern besuchen 284 respektive 43,2 Prozent ein zweites Kindergartenjahr. Das Angebot besteht in Altdorf, Andermatt, Attinghausen, Bürglen, Erstfeld, Flüelen, Isenthal, Schattdorf, Seelisberg, Silenen, Sisikon und an der Kreisschule Urner Oberland.

In andere Gemeinde fahren

Einen Kindergartenbesuch bieten sämtliche Gemeinden an. Die Kinder aus Bauen besuchen den Kindergarten in Seedorf, diejenigen aus Hospental und Realp gehen nach Andermatt, die Unterschächner nach Spiringen. Die Kinder aus Gurtnellen und Wassen besuchen den Kindergarten in Göschenen.

18 Urner Gemeinden führen eine Primarschule, davon zehn allein und acht im Verbund mit anderen. Seit dem Schuljahr 2011/12 liegt die durchschnittliche Jahrgangszahl unter 400 Schülern, während sie vor 20 Jahren noch leicht über 600 lag. Realp und Bauen führen keine eigene Schule. Die Realper besuchen die Schule in Andermatt, die Bauer Kinder die Kreisprimarschule Seedorf. Silenen führt eine Filialschule in Bristen, Isenthal seit dem Schuljahr 2014/15 eine Basisstufe (Kindergarten, 1. und 2. Primarschuljahr).

Die Sonderschule Uri wird von der Stiftung Papilio geführt. 32 Schüler besuchen die Sonderschule. Die vier Abteilungen haben fünf bis neun Kinder. Auch hier gehen die Zahlen zurück. Dies ist aber auf die vermehrte integrative Sonderschulung zurückzuführen.

Auch Seedorf hat umgestellt

Auf der Oberstufe kam es in den vergangenen Jahren zu einem merklichen Wandel. Mit Ausnahme der Werkschule gehört das separative Modell mit der Unterscheidung Sekundar-/Realschule der Vergangenheit an. Stattdessen haben das integrierte und das kooperative Modell Einzug gehalten. Seedorf hat als letzte Gemeinde auf das integrierte Modell umgestellt. Von 928 Schülern besuchen 664 die integrierte und 264 die kooperative Oberstufe. Die Schulen sind auf zehn Standorte aufgeteilt.

Die Werkschule wird seit dem Schuljahr 2014/15 nur noch in Bürglen geführt, gekoppelt an ein kooperatives Modell. Die beiden Abteilungen werden von total 19 Jugendlichen (davon 7 Schülerinnen) besucht. Die Werkschüler kommen aus Bürglen, Schattdorf, Spiringen und Unterschächen. Der Frauenanteil am Gymnasium, das 380 Schüler besuchen, liegt bei 54,2 Prozent. Zusätzlich gehen 4 Schüler aus Seelisberg ans Gymnasium in Stans. Seit 2006 sind die Schülerzahlen rapide gesunken. 2007 zählte das Gymnasium noch 563 Schüler.

Die Anzahl der fremdsprachigen Kinder ist mit 366 (Vorjahr 330) wieder leicht angestiegen. Der Anteil beträgt 8,82 (7,97) Prozent der Gesamtschülerzahl.

Kauffrau auf Spitzenposition

Zurzeit absolvieren 1166 Personen (682 Männer, 484 Frauen) in Uri eine Berufslehre. Mit 85 Lehrverhältnissen ist Elektroinstallateur bei den Männern am beliebtesten, gefolgt von Maurer (55) und Landwirt (46). Bei den Frauen steht Kauffrau (96) an der Spitze, gefolgt von Fachfrau Gesundheit (79) sowie Detailhandelsfachfrau (65). 681 Personen besuchen die Berufsschule in Uri, 479 gehen ausserkantonal zur Schule.

Die Zahl der Urner Studenten an Hochschulen und Universitäten liegt mit 367 Personen (193 Männer und 174 Frauen) im Rahmen der Vorjahre. Gegenüber 2012/13 ist der Frauenanteil 2013/14 von 49 auf 47 Prozent gesunken. Am beliebtesten sind nach wie vor Geistes- und Sozialwissenschaften (102 Studenten), gefolgt von Rechtswissenschaften (56). Am meisten Urner studieren an der Uni Zürich (83), an der Uni Bern (69) und an der ETH Zürich (68). Beliebteste Fachhochschulen sind die Pädagogische Hochschule, wo zurzeit 128 Urner studieren, sowie die Fachhochschule Zentralschweiz (111).