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KANTON URI: Der Weg soll sensibilisieren

Pro Audito Uri baut einen rund 2 Kilometer langen Hör- und Erlebnisweg. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine schweizweite Premiere.
Urs Hanhart
Projektinitiantin Irena Zurfluh-Müller freut sich, dass die Bauarbeiten begonnen haben. (Bild Urs Hanhart)

Projektinitiantin Irena Zurfluh-Müller freut sich, dass die Bauarbeiten begonnen haben. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Seit gestern sind unweit des Schwimmbads Altdorf Arbeiter damit beschäftigt, gleich neben dem Dorfbach Löcher für Infotafeln zu bohren. Dort entsteht ein so genannter Infopoint. Es handelt sich um den ersten von insgesamt 13 Posten für den künftigen Hör- und Erlebnisweg. Dieser soll am 18. Juni eröffnet werden.

«Ich freue mich sehr, dass es jetzt los geht mit den Bauarbeiten», sagte Projektinitiantin Irena Zurfluh-Müller, die seit zehn Jahren den Verein Pro Audito Uri, eine Organisation für Menschen mit Hörproblemen, präsidiert, beim gestrigen Spatenstich. «Für mich persönlich ist dies ein sehr emotionaler Moment, denn hinter diesem Projekt steckt sehr viel Herzblut.» Stolz ist die Ideengeberin nicht zuletzt auch auf die Tatsache, dass es landesweit noch nichts Vergleichbares gibt. Somit handelt es sich beim jetzt entstehenden Hör- und Erlebnisweg im Kanton Uri um ein schweizweites Novum.

Hörtrichter und Summstein

Der Weg beginnt beim Fremdenspital in Altdorf und erstreckt sich östlich des Dorfbachs bis zur Talstation der Eggberge-Seilbahn. Genutzt wird der bereits bestehende Wanderweg, der bei Spaziergängern sehr beliebt und grösstenteils auch rollstuhlgängig ist.

Entlang dieses Wegs werden insgesamt 13 Posten realisiert. «Der Hör- und Erlebnisweg beinhaltet unter anderem verschiedene Hörtrichter, ein Rohrtelefon und einen Summstein», erklärte Zurfluh gestern. «Zudem hat er einen roten Faden in Form einer Geschichte. Diese dreht sich um das Löwenkind Leo, das wegen Hörproblemen in der Schule Mühe bekundet und letztlich durch ein Hörgerät die Probleme überwindet», erklärte Zurfluh.

Kosten von rund 105 000 Franken

Das Budget für den Bau des Hör- und Erlebniswegs in Altdorf beläuft sich auf 105 000 Franken. Allerdings geht die Initiantin davon aus, dass die effektiven Kosten etwas höher ausfallen werden, zumal noch ein Nachhaltigkeitsfonds geschaffen werden soll. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich mit Beiträgen von Sponsoren. Als Hauptsponsor konnte die Urner Kantonalbank gewonnen werden. Zudem beteiligen sich auch verschiedene Stiftungen an den Kosten des Projekts. Auch die Standortgemeinde Altdorf hat einen Beitrag an den Hör- und Erlebnisweg gesprochen.

«Unser Ziel ist es, die Menschen auf diesem Weg, der gleichzeitig ein Lehrpfad ist, für Hörprobleme zu sensibilisieren», betonte Zurfluh. «Nicht zuletzt möchten wir auch auf die wichtige Bedeutung von Pro Audito Uri aufmerksam machen.» Und die Präsidentin ergänzte: «Hörbehinderungen haben noch immer ein Schattendasein. Die Hemmschwelle, darüber zu reden, ist nach wie vor hoch. Mehr als 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind von Hörproblemen betroffen. Eigentlich müssten wir eine grosse Lobby haben. Aber dem ist keineswegs so.»

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