Kanton Uri: Die Ausgangslage vor den Wahlen

Im Kanton Uri macht die SP eine Kampfansage: Bei den eidgenössischen Wahlen will sie der CVP den freiwerdenden Ständeratssitz streitig machen. Die einzige Urner Nationalrätin Gabi Huber (FDP) sitzt fest im Sattel.

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Noch ist unklar, wer die Urner Nationalrätin Gabi Huber herausfordern will. (Bild: Archiv Neue UZ)

Noch ist unklar, wer die Urner Nationalrätin Gabi Huber herausfordern will. (Bild: Archiv Neue UZ)

Lange Zeit war die Verteilung der Mandate im Kanton Uri klar: Der einzige Urner Sitz im Nationalrat gehört der FDP, die beiden Ständeräte stellt die CVP. Seit im vergangenen Jahr der damals parteilose, heute grünliberale Markus Stadler (er tritt im Herbst erneut an) einen der beiden CVP-Sitze eroberte, wittern auch die anderen Parteien etwas Morgenluft.

Im Zentrum steht dabei der Sitz des zweiten Urner Ständerats, jener des zurücktretenden Hansheiri Inderkum von der CVP. Seit 1995 ist der 64-jährige Anwalt Ständerat, in seinem letzten Amtsjahr präsidiert er die kleine Kammer.

SP will Auswahl anbieten

So ist die SP momentan intensiv auf Kandidatensuche. Man wolle verhindern, dass sich das gleiche Szenario ereigne, wie vor vier Jahren, sagte Toni Moser von der Urner SP auf Anfrage: Damals wagte es niemand, gegen die bisherigen CVP-Ständeräte Hansheiri Inderkum und Hansruedi Stadler sowie gegen FDP-Nationalrätin Gabi Huber anzutreten. Zu gross war die bürgerliche Dominanz. «Diesmal aber soll das Urner Volk eine Auswahl erhalten», sagte Moser.

Wer für die SP für welche Ämter kandidieren wird, ist noch nicht bestimmt. Zurzeit würden Kandidaten evaluiert und Mitte August wolle die SP offiziell nominieren, sagte Moser.

Für die SVP hingegen ist «noch alles offen», wie Präsident Gusti Planzer auf Anfrage sagte. Entscheidungen seien noch keine gefallen. Falls sich einer «ihrer Köpfe» zu einer Kandidatur entschliessen könne, sei davon auszugehen, dass die SVP im August die Nominationsversammlung durchführe, sagte er.

Die CVP aber gibt sich nicht so leicht geschlagen. Denn mit der Kandidatur des 56-jährigen Urner Regierungsrats Isidor Baumann, der den freiwerdenden Sitz verteidigen soll, stehen die Chancen gut, dass die CVP ihr Mandat behalten kann. Seit elf Jahren ist Baumann in der Urner Regierung. Bei einer Wahl würde er im Frühjahr 2012 aus der Regierung zurücktreten.

Wer fordert Huber heraus?

Bei den Ständeratswahlen will die FDP nicht mitmischen. Sie setzt alles auf die Nationalratswahlen und somit auf ihre amtierende Nationalrätin Gabi Huber. Die Juristin wurde im Jahr 2003 als Nachfolgerin von Franz Steinegger in den Nationalrat gewählt und ist Präsidentin der FDP-Fraktion im Bundeshaus.

Wer Huber herausfordern wird, ist noch unklar. Fest steht, dass die CVP niemanden für den Nationalrat nominiert. «Für uns ist Gabi Huber unbestritten», sagte CVP-Präsidentin Patrizia Danioth. Auch die Grünen verzichten auf eine Kandidatur, ebenfalls bei den Ständeratswahlen, wie Annalise Russi auf Anfrage sagte.

sda/ks