Kanton Uri
Die Spendeneinnahmen der Winterhilfe Uri wachsen von Jahr zu Jahr

Die Mitglieder der Winterhilfe Uri genehmigen die Jahresrechnung und bestätigten alt Ständerat Isidor Baumann als Präsidenten.

Christian Tschümperlin
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An der Versammlung der Winterhilfe Uri am Mittwochabend, 20. Oktober, blickte der neue Geschäftsführer Samuel Bissig-Scheiber auf ein aktives Jahr zurück: Erst seit Oktober 2020 im Amt, hatte er gleich drei Projekte in Angriff genommen: Digitalisierung, Vernetzung und Gesuche.

Geehrt wurde an der Mitgliederversammlung der ehemalige Geschäftsführer Hans Gisler (links). Präsident Isidor Baumann (rechts) fand viele lobende Worte und überreichte eine Flasche Wein.

Geehrt wurde an der Mitgliederversammlung der ehemalige Geschäftsführer Hans Gisler (links). Präsident Isidor Baumann (rechts) fand viele lobende Worte und überreichte eine Flasche Wein.

Bild: Christian Tschümperlin (Schattdorf,
20. Oktober 2021)

Von seinem Vorgänger Hans Gisler hatte er viele physische Ordner, aber auch elektronische Unterlagen, überreicht bekommen. All diese Dokumente setzte er in eine digitale Form um. «Jeder, der das Passwort hat, kann also auf die Dateien zugreifen, wenn der Verantwortliche gerade krank oder in den Ferien ist», strich er die Vorteile heraus. Diese spare Zeit in der Administration. Unterstützt wurde Bissig dabei von der Winterhilfe Schweiz, die bereits über die nötigen Programme verfügt.

Geschäftsführer Samuel Bissig-Scheiber hat ein Jahr voller Herausforderungen hinter sich.

Geschäftsführer Samuel Bissig-Scheiber hat ein Jahr voller Herausforderungen hinter sich.

Bild: Christian Tschümperlin (Schattdorf, 20. Oktober 2021)

Der zweite Fokus der Arbeit des Vorstandes im 2021 war auf die Vernetzung zwischen den Institutionen ausgerichtet:

«Wir haben bei den sozialen Organisationen in Uri viel Werbung für die Winterhilfe betrieben»,

berichtete Bissig vor den Mitgliedern im fünften Stock des Sisag-Gebäudes in Schattdorf. Die Winterhilfe ergänzt mit ihrer finanziellen Unterstützung und anderen Leistungen – zum Beispiel Gutscheinen – Werke, wie die gesetzliche Sozialhilfe, dort, wo deren Hilfe in Not nicht mehr ausreicht. «Davon sind häufig Familien betroffen, nur selten Paare ohne Kinder», so Bissig.

Bei der Zusammenarbeit mit anderen Hilfswerken habe man die Gesuche unkompliziert abgewickelt. «Es sind Profis, die bei unseren Partnerorganisationen tätig sind. Wenn diese Gesuche einreichen, sind sie gut begründet.» Nur selten gehen Gesuche direkt von den Betroffenen ein. «Da gibt es oft Hemmschwellen», so Bissig.

Sogar Roger Federer spendete für die Winterhilfe

Im vergangenen Jahr ist die Winterhilfe Uri auf 236 Gesuche eingetreten, insgesamt wurden 120'000 Franken ausgezahlt. Rund 10'000 Franken davon gingen an Personen, die wegen Covid-19 in Not gerieten. «Corona hat viele Urner getroffen, sie haben im Zuge der Pandemie weniger verdient.» Eine Herzensangelegenheit ist vielen Mitgliedern der Winterhilfe Uri das Projekt «Das ganze Jahr Weihnachten». Dabei werden auf Hinweis von Ortsvertretern spontan Gutscheine verteilt, etwa für den Einkauf im Volg. Insgesamt wurden hier rund 10'000 Franken ausgezahlt. «Leider fehlen in einigen Gemeinden Ortsvertreter, hier müssen wir nachhaken», sagte Bissig.

Möglich wurden die Hilfen dank vieler Spender. Roger Federer etwa hatte für den Zeitraum 2021 der Winterhilfe Schweiz eine Million Franken zur Verfügung gestellt. Dieses Geld wurde an die Kantonalsektionen weitergeleitet. Von der Urner Kantonalbank erhielt die Winterhilfe einen Anerkennungspreis über 20'000 Franken.

«Die Spendeneinnahmen wachsen von Jahr zu Jahr»,

stellte alt Ständerat Isidor Baumann, Präsident der Winterhilfe Uri, fest. Daneben kamen mehrere bis vierstellige Beträge herein, unter anderem von ehemaligen Gymnasiasten der Kantonalen Mittelschule Uri, die nun ausserkantonal oder gar im Ausland wohnen. «Das deutet darauf hin, dass die Winterhilfe Uri immer noch einen gewissen Bekanntheitsgrad hat», so Baumann.

Isidor Baumann als Präsident wiedergewählt

Geehrt wurde an der Mitgliederversammlung der ehemalige Geschäftsführer Hans Gisler. Präsident Isidor Baumann fand viele lobende Worte und überreichte eine Flasche Wein: «Es gibt immer noch Leute im Kanton Uri, die nicht wissen, was die Winterhilfe ist und was sie tut. Gisler hat ihr ein Gesicht gegeben.»

Die Mitglieder der Winterhilfe Uri genehmigen die Jahresrechnung und bestätigten alt Ständerat Isidor Baumann als Präsidenten. An der Versammlung blickte man auf ein intensives Jahr zurück.

Die Mitglieder der Winterhilfe Uri genehmigen die Jahresrechnung und bestätigten alt Ständerat Isidor Baumann als Präsidenten. An der Versammlung blickte man auf ein intensives Jahr zurück.

Bild: Christian Tschümperlin
(Schattdorf,
20. Oktober 2021)

Zur Wiederwahl stand Isidor Baumann, Präsident. Er schaffte diese einstimmig. Auch die Revisionsstelle wurde bestätigt sowie der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2020/2021. Der Genehmigung des Budgets 2021/2022 stand nichts im Weg.

Gastredner Erich Mergert, Gründer der Sisag, führte die rund 20 Anwesenden in die sich «wahnsinnig schnell drehende Welt» seiner Firma ein. Sisag ist unter anderem im Bereich der Bergbahnen und der Tunnelinstallationen tätig. «Kunden erwarten nach wie vor, dass sie unsere Anlagen 25 Jahre lang in Betrieb halten können. Aber die Technologie geht viel schneller vorwärts», sagte er vor den staunenden Gesichtern.

Sisag installiert seine Anlagen von Nordamerika bis Australien, hauptsächlich aber in Europa. Mergert wagte einen Blick in die Zukunft: «In den Skigebieten gehört die Zukunft geschlossenen Gondeln, in grossen Gebäuden wird man vermehrt auf Lifte setzen, die sich auch quer verschieben können.» Das angenehme Klima im Sisag-Glasbau rührte übrigens von einer revolutionären Fenster- und Fassadenkonstruktion: «Unsere Fenster- und Fassadenlösung schützt elektronisch gesteuert vor Kälte und Hitze, sodass im Gebäude nur minimale Heizenergie benötigt wird», verriet Mergert. Nach so viel neuen Informationen und einer angenehm verlaufenden Mitgliederversammlung vertieften die Anwesenden ihr Zusammensein bei einem genüsslichen Abendessen im Restaurant 54, das sich im obersten Stockwerk des Glaskomplexes der Sisag befindet.

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