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So schneiden die Urner Schulen im schweizerischen Vergleich ab

Der Erziehungsrat hat sich mit dem Bildungsbericht Schweiz 2018 auseinandergesetzt. Auch nach den vorliegenden Ergebnissen ist er zufrieden mit der Arbeit der Urner Volksschulen.

Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) hat den Bildungsbericht Schweiz 2018 präsentiert. Der Bericht ist ein nützliches Instrument zur Erkenntnis von möglichen Handlungsfeldern auch in der Volksschule des Kantons Uri, wie es in einer Mitteilung der Bildungs- und Kulturdirektion Uri heisst. Der Erziehungsrat habe sich daher vertieft mit dem Bericht auseinandergesetzt.

Die Bundesverfassung verpflichtet Bund und Kantone, gemeinsam im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraums Schweiz zu sorgen. Eines der Instrumente zur Erreichung dieses Verfassungsziels ist das von Bund und Kantonen gemeinsam getragene und langfristig angelegte Bildungsmonitoring. Ein Produkt dieses Monitorings ist der seit 2010 alle vier Jahre erscheinende Bildungsbericht Schweiz. In Auftrag gegeben wurde er vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Das fällt an Urner Schulen besonders auf

Folgende sind gemäss der Bildungs- und Kulturdirektion die wichtigsten Befunde des Bildungsberichts Schweiz für den Kanton Uri:

  • Schülerzahlen: Die Schülerzahlen steigen gesamtschweizerisch auf allen Stufen an. In Uri dagegen zeigen die Prognosen nur ein geringes Wachstum, was eine direkte Folge der allgemeinen demografischen Entwicklung des Kantons ist. Der Erziehungsrat ist bestrebt, das Angebot der Volksschule so gut wie möglich zu gestalten und damit einen Beitrag zur Positionierung des Kantons Uri als attraktiven Wohnort und Wirtschaftsstandort zu leisten.
  • Abteilungsgrössen: In den vergangenen 20Jahren sind im Kanton Uri die Schülerzahlen schneller gesunken als die Zahl der Abteilungen. Aus diesem Grund sind die Abteilungen an den Schulen im Kanton Uri im Vergleich zur Schweiz unterdurchschnittlich gross. Rechtlich gesehen ist das zulässig, zumal die Schulverordnung des Kantons Uri zwar die maximale Grösse einer Abteilung definiert, aber nicht die minimale. Die Einführung von minimalen Abteilungsgrössen würde die kleinen Schulen zu einem Modellwechsel oder zu Zusammenschlüssen mit anderen Schulen zwingen. Eine Erhöhung des Drucks auf kleine Schulen ist indes nicht im Sinn des Erziehungsrats.
  • Betreuungsverhältnis: Das Betreuungsverhältnis (Anzahl von einer Lehrperson betreute Schüler) in Uri liegt im Bereich des schweizerischen Durchschnitts – und zwar trotz der kleinen Abteilungen. Das liegt unter anderem daran, dass zusätzliche Ressourcen in der Vergangenheit immer mit Bedacht gesprochen wurden, heisst es in der Mitteilung. Der Erziehungsrat erachtet das Betreuungsverhältnis in Uri im Grossen und Ganzen denn auch als angemessen. Einzig die kleinen Abteilungen und das tiefe Betreuungsverhältnis auf der Oberstufe geben Anlass zur genaueren Betrachtung.
  • Bildungskosten: Die Bildungskosten sind in den vergangenen Jahren schweizweit gestiegen. Bei den Ausgaben pro Schüler liegt der Kanton Uri im Mittelfeld. Bezieht man die durchschnittlich kleinen Abteilungen mit ein, ist es laut der Mitteilung eher überraschend, dass die Kosten in Uri nicht höher liegen. Sowohl grössere finanzielle Einschnitte als auch kostentreibende Massnahmen will der Erziehungsrat nach Möglichkeit vermeiden. Stattdessen sollen die bisher verfügbaren Ressourcen noch effizienter eingesetzt werden. Die Qualität der Bildung und die hohe Autonomie der Gemeinden als Trägerinnen der Volksschule sollen in jedem Fall erhalten bleiben.
  • Sprachenstrategie: Der Kanton Uri ist zusammen mit Appenzell Innerrhoden der einzige Kanton, der die nationale Sprachenstrategie nicht umsetzt. Der Erziehungsrat steht indes zum bestehenden Urner Sprachenkonzept. Aktuell beschäftigt sich eine Projektgruppe mit Mass-nahmen zur Optimierung des Französischunterrichts.
  • Sonderpädagogik: Immer weniger Sonderschüler werden in separaten Klassen unterrichtet. Der Anteil an Sonderschülern nimmt aber insgesamt zu. Auch in Uri lässt sich insgesamt eine Zunahme der Sonderpädagogikfälle beobachten. Mit 2,78 Prozent liegt der Anteil aber immer noch deutlich unter dem nationalen Wert von 3,4 Prozent. Der Erziehungsrat ist weiterhin dem Grundsatz «Integration vor Separation» verpflichtet.
  • Schuleintrittsalter: Die Urner Schüler sind beim Eintritt in die 1. Klasse der Primarschule rund 1,5 Monate älter als der Schweizer Durchschnitt. Der Erziehungsrat sieht darin keine Nachteile. Im Gegenteil: Der spätere Schuleintritt und die damit zusätzlich gewonnene Reife in der Oberstufe kann zum Beispiel bei Laufbahnentscheiden ein Vorteil sein.
  • Unterrichtszeit: Die Urner Schüler verbringen weniger Zeit in der obligatorischen Schule als die Schüler in den meisten anderen Kantonen. Die beiden zusätzlichen Lektionen für das Fach Medien und Informatik in der Primarschule (ab Schuljahr 2019/2020) werden den Unterschied nivellieren. Die restliche fehlende Zeit nimmt der Erziehungsrat bewusst in Kauf, da neben der Schulbildung auch Familie, Freizeit und Vereine einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung leisten.

Grundsätzlich ist der Erziehungsrat laut der Mitteilung der Meinung, dass an den Volksschulen des Kantons Uri auch im Licht des jüngsten Bildungsberichts eine hervorragende Arbeit geleistet wird. Die wichtigsten Befunde aus der Auseinandersetzung mit dem Bildungsbericht würden nun in angemessener Weise in die Festlegung der künftigen Jahresziele und in konkrete künftige Projekte des Erziehungsrats einfliessen. (pd/ml)

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