KANTON URI: Energie sparen wird besser belohnt

Im Rahmen des Förderprogramms Energie will der Kanton in diesem Jahr rund 2 Millionen Franken für Gebäudesanierungen vergeben. Das ist doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

Salome Infanger
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Das Kantonsgebäude auf der Brickermatte: ein Beispiel für energetisch vorbildliches Bauen. (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 2. November 2016))

Das Kantonsgebäude auf der Brickermatte: ein Beispiel für energetisch vorbildliches Bauen. (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 2. November 2016))

Salome Infanger

salomeinfanger@urnerzeitung.ch

Für die Wärmesanierung eines Gebäudes zahlt der Kanton Uri 2017 doppel so viel Fördergeld wie im vergangenen Jahr. Pro Quadratmeter Wärmedämmung gibt es neu 60 statt 30 Franken. Die zusätzlichen Gelder kommen aus dem CO2-Abgaben-Topf des Bundes. Der Kanton steuert selber 600000 Franken bei.

Im Kanton Uri sind 60 Prozent der Gebäude – vor allem Bauten, die vor 1980 erbaut worden sind – energietechnisch in einem eher schlechten Zustand. Die Sanierungsrate ist mit 1 Prozent tief. Ausserdem werden über 50 Prozent der Heizenergie mit Öl erzeugt. Um dieses Investitionspotenzial zu nutzen, wird das Programm gezielt gefördert. «Wir wollen die Leute dazu animieren, ihre Häuser energetisch zu sanieren», sagt Regierungsrat Roger Nager.

Neben dem Schwerpunkt Gebäudehüllen können auch weiterhin für Haustechnik, Solarenergie (nur noch bei bestehenden Bauten) und Energieberatung Gelder beantragt werden. Der Förderbeitrag für Wärmedämmungen ist in allen Zentralschweizer Kantonen gleich gross. Neu ist, dass das nationale Gebäudesanierungsprogramm vollständig in die Kantone eingegliedert wurde.

Guido Scheiber, Vorsteher des Amts für Energie, sagt: «Das Energieprogramm des Kantons Uri ist nicht nur für Private eine Erfolgsgeschichte, sondern auch für das lokale Bau- und Nebengewerbe.» Es werde mit einer lokalen Wertschöpfung von 10 Millionen Franken gerechnet.

Gebäude muss älter als 16 Jahre sein

Bedingungen für ein Gesuch sind, dass eine Baubewilligung des zu sanierenden Gebäudes vor dem Jahr 2000 erteilt wurde, die Gesuchseingabe vor dem Beginn der Sanierung erfolgte und ein Mindestförderbeitrag von 3000 Franken erreicht wird. Erneuert wurde, dass ab einem Förderbeitrag von 10000 Franken bei einer Gesuchseingabe ein Gebäudeenergieausweis (Geak plus) vorgezeigt werden muss. Dieser Ausweis wird vom Kanton jedoch auch zu rund einem Drittel subventioniert.

Der Kanton geht beispielhaft voran: Bereits heute werden 80 Prozent des Wärmebedarfs bei kantonalen Gebäuden mit erneuerbare Energien abgedeckt. Symbolisch fand darum auch die Medienkonferenz für das Förderprogramm im sich noch im Bau befindenden Neubau des BWZ Uri statt. Das Vorzeigeprojekt in Bezug auf Energieeffizienz ist eine so genannte Niederst­energiebaute, die den Minergie-P-Eco-Standard erfüllt.

Um den Ablauf der Gesuch­stellung zu vereinfachen, gibt es ein neues Internetportal, an dem 21 Kantone beteiligt sind. Das hat den Vorteil, dass alle Gesuche an einem zentralen Ort einsehbar sind und neu Beilagen wie Baupläne elektronisch eingereicht werden können.