Kanton Uri
Für die Fischer heisst es jetzt wieder «Petri Heil»

Mit dem Start der Fischereisaison versuchen ein paar Hundert Fischerinnen und Fischer ihr Glück.

Paul Gwerder
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Peter Vorwerk, der Präsident des Fischereivereins Uri, beim Fischen im Schächen.

Peter Vorwerk, der Präsident des Fischereivereins Uri, beim Fischen im Schächen.

Bild: Paul Gwerder (Bürglen, 16. April 2021)

Die 878 Inhaber eines Fischereipatentes im Kanton Uri hatten den vergangenen Donnerstag seit langem rot in ihrer Agenda angestrichen. Denn ab diesem Tag dürfen sie wieder an den Fliessgewässern ihr Glück versuchen. In den Patentgewässern darf mit Ausnahme des Urnersees grundsätzlich sieben Tage die Woche von 4 bis 23 Uhr geangelt werden.

Einer von ihnen war der Präsident des Fischereivereins Uri, Peter Vorwerk. «Ich versuchte am Donnerstag mein Glück an der Reuss in der Umgebung von Wassen», sagte Vorwerk. Er hatte eine Fliegenrute dabei, die eine spezielle Wurftechnik und grosse Erfahrung verlangt. «Das Fliegenfischen ist die eigentliche Königsdisziplin und der Reiz ist, dass du überlegen musst, welches Insekt der Fisch am heutigen Tag am liebsten frisst», erklärte der Fachmann. Jedoch hatte der Präsident von rund 600 Mitgliedern an diesem wunderschönen Tag kein Glück. «Ich musste mit leeren Händen heimkehren. Das ist aber nicht schlimm, wichtig für mich war, dass ich meinem Hobby in der wunderschönen Natur nachgehen konnte. Das ist Erholung pur», so Vorwerk.

Für die Fischer sind die zahlreichen Seitenbäche spannend. So versuchte am nächsten Tag Vorwerk sein Glück im Schächen, ein paar Kilometer hinter Bürglen. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, es war jedoch kühl, bis die ersten Sonnenstrahlen den Fischer erwärmten. Im Rucksack werden nicht nur Fischereiartikel mitgetragen, sondern warme Kleider, ein heisser Kaffee und etwas zum Essen darf auch nicht fehlen.

Hat ein Angler Glück, so muss er darauf achten, dass eine gefangene Bachforelle ein Mindestmass von 24 Zentimeter aufweist. Pro Tag darf ein Fischer oder eine Fischerin den Gewässern maximal sechs Forellen entnehmen. Fischarten die geschützt sind oder Fische die das Fangmindestmass nicht erreichen sind mit aller Sorgfalt ins Gewässer zurückzusetzen. Alle Fischer sind verpflichtet, die Fischfangstatistik sorgfältig zu führen. Dabei ist jeder gefangene Fisch unmittelbar nach dem Fang mit Fangdatum und Gewässernummer in der Statistik einzutragen. Der Fischereiaufsicht sind Ausweise und gefangene Fische auf Verlangen vorzuweisen. Zudem ist die Fischereiaufsicht berechtigt, Behälter, Taschen, Geräte, Motorfahrzeuge der Anglerinnen und Angler zu kontrollieren.

Das Urnerland ist ein Paradies für die Fische

«Im Urnerland ist es den Fischen in den zahlreichen Gewässern sehr wohl, denn meistens kommt dort viel kaltes und wildes Wasser, welches sie lieben», sagte der Urner Fischereiinspektor, Stefan Baumann. Die Abteilung Gewässerschutz setzt zur Förderung der Fischerei Schutz-Aufwertungs- und Bewirtschaftungsmassnahmen um und sorgt dafür, dass das Leben in den Urner Seen, Bächen und Flüssen gedeiht. Die Fischereiverwaltung betreibt für die fischereiliche Bewirtschaftung (Fischfang, Aufzucht und Besatz) drei Fischzuchtanlagen (Flüelen, Silenen und Rynächt) und führt den Fischbesatz in den Urner Gewässern aus. So haben zahlreiche Helferinnen und Helfer im letzten Herbst über 200000 Sömmerlinge in den zahlreichen Urner Gewässern ausgesetzt.

Für eine nachhaltige Nutzung der Fischbestände sind auch Fischereivorschriften und eine Fischereiaufsicht notwendig. Ein Teil der Fischereiaufsicht und weitere freiwillige Helfer sind auch bei vielen Arbeiten in der fischereilichen Bewirtschaftung notwendig.

Im Kanton Uri gibt es Dutzende von Fliessgewässern mit interessanten Bächen wie Schächen, Chärstelenbach, Göscheneralp- oder Meienreuss. Und dazu kommen noch die 131 kleineren und grösseren Bergseeli, in denen erst ab 1. Juni gefischt werden darf. Und Baumann stellt fest, dass die Fischerei einen rechten Aufschwung erlebt – vielleicht auch wegen der Coronapandemie.

Um dieses Hobby in der Natur überhaupt ausüben zu dürfen, brauchen alle Fischerinnen und Fischer und einen Sachkunde-Nachweis (SaNa). Der Urner Fischereiverein führt jährlich diese Kurse durch und der Präsident freut sich, dass es in den letzten Jahren eine rechte Zunahme gab. Rund 100 Teilnehmer sind jeweils dabei und besonders erfreulich ist, dass davon rund zwei Drittel Jugendliche sind, sodass man um den Nachwuchs bei den Anglerinnen und Anglern keine Angst zu haben braucht.