Kanton Uri
Hohe Feinstaubbelastung wegen des Saharastaubs – Umweltdepartement gibt Entwarnung

Am Wochenende ist eine gewaltige Wolke über den Kanton Uri gefegt – und liess die Feinstaubwerte in die Höhe schnellen.

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Viele sind wohl am Samstag vom gelben Himmel überrascht worden.

Viele sind wohl am Samstag vom gelben Himmel überrascht worden.

Bild: PD

(zgc) Es waren gewaltige Bilder, welche die Schweiz am vergangenen Samstag erlebt hat. So auch in Uri. Der Himmel war dunkel gefärbt – verursacht durch Saharastaub, der über die Alpen zog. Gemäss SRF Meteo handelte es sich dabei um Staub aus den nordwestafrikanischen Staaten Mauretanien, Mali und Algerien. Aufgrund der dortigen Witterung stieg der Staub bis zu fünf Kilometer in die Höhe und wurde bis nach Europa getragen.

Die Feinstaubbelastung an den beiden Luftmessstationen A2 Uri in Erstfeld und Gartenmatt in Atldorf. Die Saharastaubwolke führte zu einer kurzfristigen, aber grossen Feinstaubbelastung.

Die Feinstaubbelastung an den beiden Luftmessstationen A2 Uri in Erstfeld und Gartenmatt in Atldorf. Die Saharastaubwolke führte zu einer kurzfristigen, aber grossen Feinstaubbelastung.

Bild: PD
Trüber Himmel über dem Urner Talboden.
8 Bilder
Der Saharastaub verfärbte den Himmel orange.
Auch auf dem Gütsch bei Andermatt.
Die Stimmung in Realp in Richtung Witerenwasserental.
Der Himmel über dem Gemsstock war orange.
Aussergewöhnliche Stimmung über der Baustelle in der Reuss.
Auch in Altdorf war der Staub deutlich zu sehen.
Der Treno Gottardo passt farblich zum Himmel.

Trüber Himmel über dem Urner Talboden.

Bild: Kanton Uri

Die Staubwolke aus Westafrika führte zu einer deutlichen Verfärbung des Himmels und hinterliess Spuren auf Schnee und Fenstern. Wie das Amt für Umweltschutz Uri in einer Medienmitteilung schreibt, schnellte sie die Feinstaubwerte in die Höhe. Bei der Messstation auf der A2 in Erstfeld liessen sich gemäss Mitteilung bis zu 140 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter messen, in Altdorf Gartenmatt gar ein Spitzenwert von 214 Mikrogramm. Das ist ungefähr 10- bis 20-mal mehr als gewöhnlich.

Auch auf dem Gütsch bei Andermatt war der Himmel eingefärbt.

Auch auf dem Gütsch bei Andermatt war der Himmel eingefärbt.

Bild: PD

Saharastaub hat kaum negative Auswirkungen auf die Gesundheit

Das Amt für Umweltschutz Uri gibt Entwarnung: «Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser kurzen, aber hohen Feinstaubbelastung dürften gering sein», heisst es in der Mitteilung. So enthält der Saharastaub, anders als Feinstaub aus Holzfeuerungen oder dem Verkehr, keine krebserregenden Russanteile. Und über das ganze Jahr gesehen sei der Anteil des Saharafeinstaubs «vernachlässigbar klein».

Übrigens: Saharastaub kann auch als Dünger dienen. Vor allem in Regenwäldern und zum Teil in Ozeanien wird beobachtet, dass durch regelmässigen Saharastaub Nährstoffe in die Umwelt gelangen. Der Effekt ist für Uri und die ganze Schweiz jedoch irrelevant. Gemäss SRF Meteo betrug zwar die gesamte Masse der Saharastaubwolke über der Schweiz etwa 82'670 Tonnen. Verteilt auf die Fläche der ganzen Schweiz ergibt das aber lediglich 2 Gramm pro Quadratmeter.

Spezielle Stimmung bei der Baustelle in der Reuss.

Spezielle Stimmung bei der Baustelle in der Reuss.

Bild: PD