KANTON URI: Musikschule Uri geht neue Wege

Die finanzielle Lage der Musikschule Uri ist momentan angespannt. Einsparungen, leicht höhere Beiträge und eine Neuausrichtung mit Theater und Tanz sollen die Situation entschärfen.

Franziska Herger
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Cordelia Dal Farra wird Präsidentin der Musikschule Uri. Peter Hirzel gibt das Amt nach acht Jahren ab. (Bild: Franziska Herger (Altdorf, 30. Mai 2017))

Cordelia Dal Farra wird Präsidentin der Musikschule Uri. Peter Hirzel gibt das Amt nach acht Jahren ab. (Bild: Franziska Herger (Altdorf, 30. Mai 2017))

Franziska Herger

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Die Musikschule Uri hat eine neue Präsidentin. Cordelia Dal Farra wurde an der Generalversammlung vom Dienstagabend in Altdorf einstimmig gewählt. Die Altdorfer Sozialvorsteherin hatte das Amt bereits im Herbst 2016 ad interim von Peter Hirzel übernommen, der nach acht Jahren als Präsident zurücktritt.

Auf die neue Präsidentin kommen einige Herausforderungen zu, nicht zuletzt auf finanzieller Ebene. «Die Finanzsituation im Jahr 2016 war angespannt», sagte Dal Farra. Der Jahresgewinn der Musikschule Uri betrug für Schule und Verein insgesamt 3880 Franken, nur halb so viel, wie mit 7300 Franken budgetiert war. Insbesondere für die Löhne der Musiklehrer wurde mit 1 928 725 Franken mehr ausgegeben als vorgesehen (1 880 000 Franken). Die Löhne machen fast drei Viertel des Aufwands aus. Die Erträge setzen sich demgegenüber zu 62 Prozent aus Beiträgen des Kantons und zu 37 Prozent aus Schulgeldern zusammen. Die Bildungs- und Kulturdirektion unterstützte die Musikschule Uri im vergangenen Jahr mit 1,64 Millionen Franken. 971362 Franken flossen aus den Schulgeldern.

Zeit für die Musikschule 2.0

Um die finanzielle Lage zu verbessern, baute die Musikschule Uri im Jahr 2016 Stellenprozente in der Administration ab, strich einige Spesen und erhöhte die Administrationspauschale pro Schüler um 10 Franken. «Dank konstruktiver Gespräche mit der Bildungsdirektion sind wir zudem überzeugt, dass wir auf Seite der Beiträge eine Entlastung erreichen werden», sagte Dal Farra. Für das Jahr 2017 ist ein kleiner Gewinn von insgesamt 800 Franken budgetiert, bei leicht erhöhten Kantonsbeiträgen von 1,65 Millionen Franken. Die Höhe der Schulgelder bleibt gleich. Unter der neuen Präsidentin soll die Musikschule Uri neu ausgerichtet werden. «Es könnte die Musikschule 2.0 entstehen», so Dal Farra. Als erster Schritt werde im Schuljahr 2018/19 das vierjährige Pilot­projekt «Tanz und Theater» starten. «Dabei wird der klassische Musikunterricht mit tänzerischen und schauspielerischen Elementen ergänzt», erklärte Dal Farra.

1088 Schüler besuchten im vergangenen Jahr die Musikschule Uri. Zu Spitzenzeiten Ende der Neunzigerjahre waren es über 1500 Schüler. Doch es sei gelungen, die Schülerzahl gegenüber dem Vorjahr stabil zu halten, meinte Musikschulleiter Martin Giese. Den Grund dafür sieht er vor allem in der verstärkten Zusammenarbeit mit der Volksschule. «Besonders auf die ­Kontaktsuche mit den jüngeren Jahrgängen haben wir einen Schwerpunkt gesetzt.» Die Instrumente, für die sich die Schüler interessieren, haben sich geändert. Mit Abstand das beliebteste Instrument ist zwar nach wie vor das Klavier, und in Spiringen gibt es ganze 13 junge Schwyzerörgeler. Die Blockflöte sei dagegen markant in der Beliebtheit gesunken, so Giese. «Dafür ist etwa die Ukulele auf dem Vormarsch.» Ein Schüler aus Andermatt spielt gar Dudelsack.

Peter Hirzel wird Ehrenmitglied

Im Vorstand kam es zu weiteren Wechseln. Vera Arnold-Tresch aus Seedorf, Roger Scheiber aus Flüelen und Rebekka Mattli aus Altdorf traten zurück. Ihre Ämter übernehmen Ursula Huwiler aus Altdorf als Mitglied und die Musiklehrer Barbara Domedi und Roman Blum als Vertreter der Lehrerschaft.

Der ehemalige Präsident Peter Hirzel wurde zum Ehrenmitglied gewählt. «Mit ihm verlieren wir einen fundierten Kenner der Musik und der Musikschule», sagte Cordelia Dal Farra. «Peter Hirzel hatte immer ein offenes Ohr und war sich auch nicht zu schade, an Vortragsübungen als Springer mit den Schülern auf der Bühne zu stehen.» Hirzel freute sich über seine Wahl und den grossen Applaus: «Ich bin gerührt.»