KANTON URI: Neue Strasse: Regierung muss über die Bücher

Der Urner Talboden kämpft mit Verkehrsproblemen: Trotzdem hat das Parlament einen Kreditantrag für eine neue Umfahrungsstrasse zurückgewiesen. Die Landräte befürworteten zwar die geplante West-Ost-Verbindung, verlangten aber mehr Informationen.

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Die geplante West-Ost-Verbindungstrasse mit der Querung des Schächens ist im Massstab 1:500 zu sehen. (Bild: PD)

Die geplante West-Ost-Verbindungstrasse mit der Querung des Schächens ist im Massstab 1:500 zu sehen. (Bild: PD)

Die West-Ost-Verbindung (WOV) ist ein Schlüsselelement des regionalen Verkehrskonzepts des Kantons Uri. Dieses soll in den nächsten sechs Jahren verwirklicht werden und rund 20 Millionen Franken kosten.

Primäres Ziel des Projekts ist es, die am dichtesten bewohnten Siedlungsgebiete im Urner Talboden vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Nebst der Umfahrungsstrasse WOV sind auch ein neuer Autobahnanschluss in Altdorf Süd sowie verschiedene flanierende Massnahmen wie Tempo-30-Zonen, Begegnungszonen und die Förderung des öffentlichen Verkehrs geplant.

Das Strassenbauprogramm kam bei den Landräten von links bis rechts gut an. Bei der konkreten Planung muss die Regierung trotzdem nochmals über die Bücher.

Auf Kritik stiess bei den Parlamentariern vor allem die Tatsache, dass die geplanten flankierenden Massnahmen von der Regierung nicht als Bestandteil des 20-Millionen-Kredits aufgeführt wurden.

Der regierungsrätliche Kreditantrag für die Realisierung der WOV wurde am Mittwoch vom Landrat deshalb mit 45 zu 13 Stimmen bei 2 Enthaltungen zur Überarbeitung zurückgewiesen.

Mehr Transparenz gefordert

An der Verkehrssituation insbesondere in Altdorf müsse sich zwingend etwas ändern, sagte FDP-Landrat Bernhard Epp. Deshalb stehe die FDP-Fraktion grundsätzlich hinter dem geplanten Verkehrsprojekt. Es sei jedoch die Pflicht des Kantons, die Bevölkerung klar und transparent über die geplanten Bauvorhaben zu informieren. Nur so könnten Ängste und Verunsicherungen aus dem Weg geschaffen werden.

Auch SVP-Landrat Walter Gisler hielt die geplante West-Ost-Verbindung für eine taugliche Massnahme, um die "prekäre Verkehrssituation" im Urner Talboden zu verbessern. Jedoch bemängelte er die vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit den flankierenden Massnahmen. Das Projekt habe an der Urne nur dann eine Chance, wenn die Bevölkerung ausführlich über die Pläne informiert werde, sagte er.

Rückweisung sorgt für Verzögerung

Der zuständige Regierungsrat Markus Züst (SP) nahm die Kritik der Landräte zur Kenntnis. Die Regierung nehme die Bedenken ernst, sagte Züst. Der Vorsteher der Baudirektion betonte jedoch, dass die Regierung im Zusammenhang mit der WOV stets offen und transparent kommuniziert habe.

Mit der Rückweisung des Kreditantrags wird die Regierung damit beauftragt, eine neue Vorlage ausarbeiten. Darin soll aufgezeigt werden, welche konkreten flankierenden Massnahmen umgesetzt werden sollen und welche finanziellen Auswirkungen damit verbunden sind.

Ursprünglich sollte das Stimmvolk im März 2015 über das Strassenbauprojekt entscheiden. Dieser Termin wird nun verschoben.

2017/2018 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bis dann soll auch feststehen, welche flankierenden Massnahmen in Altdorf, Bürglen und Schattdorf umgesetzt werden. Voraussichtlich 2021 soll die West-Ost-Verbindung in Betrieb genommen werden. (sda)