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KANTON URI: Olympia: Urner Umweltrat versteht positive Reaktion der Regierung nicht

Für den Urner Umweltrat waren Olympische Winterspiele noch nie nachhaltig. Bund und Kantone sollten aus diesem Grund «auf solch unökologische und unsoziale Abenteuer verzichten».
OK-Präsident Jean-Philippe Rochat präsentiert im Juni die Olympia-Kampagne an der ETH in Lausanne. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)

OK-Präsident Jean-Philippe Rochat präsentiert im Juni die Olympia-Kampagne an der ETH in Lausanne. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Bruno Arnold

bruno.arnold@unrerzeitung.ch

Der Bundesrat möchte dem Parlament vier Verpflichtungskredite in der Höhe von total 909 Millionen Franken für die Unter­stützung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026 durch den Bund unterbreiten. Die Urner Regierung unterstützt dieses Ansinnen. Die Schweiz müsse aber nachhaltige Olympische Spiele veranstalten. «Sie müssen auf bestehenden Infrastrukturen aufbauen und in bescheidenem respektive vernünftigem Rahmen durchgeführt werden», so die Regierung (Artikel vom 28. Februar).

Der Urner Umweltrat, dem der VCS Uri, Pro Natura Uri, WWF Uri, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz sowie Mountain Wilderness angehören, hat die positive Reaktion des Urner Regierungsrates zu den Beiträgen des Bundes «mit grossem Erstaunen» zur Kenntnis genommen. «Winterolympiaden waren noch nie nachhaltig. Bund und Kan­tone sollten aus diesem Grund auf solch unökologische und unsoziale Abenteuer verzichten», schreibt die Dachorganisation der Urner Umweltorganisationen in einer Medienmitteilung.

Gigantismus in grünem Mäntelchen

Was sich die Walliser Olympia-Promotoren unter umweltverträglich, klein und bescheiden vorstellten, habe die Aktion auf dem Matterhorn gezeigt, bei der vier Helikopter kürzlich den Gipfel des Matterhorns umkreisten, auf dem Pirmin Zurbriggen in einem alten Ölfass ein vorolympisches Feuer entfachte. «Die Aktion war alles andere als ökologisch und nachhaltig und deutet darauf hin, was uns 2026 erwarten würde: Gigantismus in grünem Mäntelchen.»

Spiele sind von Mal zu Mal gewachsen

«Die Olympia-Promotoren können uns noch so weismachen, dass Sion 2026 bescheidene, nachhaltige Spiele werden sollen», schreibt der Umweltrat. «Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Olympischen Winterspiele von Mal zu Mal gewachsen sind und dass die Anlagen für die aktuell 100 Sportdisziplinen immer umfangreicher wurden. Auch der Tross von Sportlern, Beratern, Zuschauern und Medienschaffenden ist stetig gewachsen», schreibt der Umweltrat in seiner gestern veröffentlichten Medienmitteilung.

Umweltrat erwartet enorm viel Verkehr

Auch wenn vor allem bestehende Infrastrukturen genutzt würden, müssten diese olympiatauglich gemacht werden. Der Energie- und Raumbedarf sowie die Anlagen für die Kunstschneeaufbereitung seien gigantisch. 2800 Athletinnen und Athleten sowie 100000 Besucher an den Wettkämpfen an 20 verschiedenen Standorten in fünf Kantonen würden enorm viel Verkehr verursachen. Da könne der Kanton Uri noch so sehr «die Erwartung äussern, dass die Schweiz nachhaltige Spiele veranstaltet». Winterolympiaden stünden mehr als jedes andere grosse Sportspektakel im Konflikt mit der Umwelt – trotz grünen Anspruchs. «Leidtragend ist auch die Bevölkerung. Von Gigantismus profitieren stets nur ein paar wenige, die sowieso schon viel haben», betont die Dachorganisation der Urner Umweltorganisationen. Er findet, dass solche Grossereignisse den Horizont des ökologisch und sozial Tragbaren längst überschritten haben. «Sion 2026 ist nicht Zukunft – nein – diese ‹Vision› gehört ab dem 10. Juni hoffentlich der Geschichte an», so der Umweltrat weiter. An diesem Tag entscheidet die Walliser Bevölkerung über einen Kredit von 61,8 Millionen Franken für die Olympischen Winterspiele. Es handelt sich dabei um den Beitrag des Host-Kantons an die Infrastrukturkosten.

Pirmin Zurbriggen entfachte auf dem Matterhorn ein symbolisches olympisches Feuer. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone (Zermatt, 8. Februar 2018))

Pirmin Zurbriggen entfachte auf dem Matterhorn ein symbolisches olympisches Feuer. (Bild: Valentin Flauraud/Keystone (Zermatt, 8. Februar 2018))

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