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Kanton Uri optimiert die Organisation des Rettungsdienstes

Der Regierungsrat hat das Urner Rettungskonzept 2020 verabschiedet. Ab 1. Dezember 2019 werden neu in Altdorf und in Andermatt während des Tages so genannte Rapid Responder eingesetzt. Die Versorgung der Patienten soll dadurch noch besser werden.
Der Stützpunkt Altdorf ist rund um die Uhr besetzt. (Archivbild: Urner Zeitung)

Der Stützpunkt Altdorf ist rund um die Uhr besetzt. (Archivbild: Urner Zeitung)

(pz/sda) Aufgrund der Schliessung des militärischen Notspitals in Andermatt auf Ende März 2016 musste die rettungsdienstliche Versorgung des Kantons Uri neu organisiert werden. Deshalb hatte der Regierungsrat das Versorgungsmodell für eine rund 3-jährige Pilotphase (April 2016 bis Dezember 2019) wie folgt festgelegt:

  • Das Kantonsspital Uri (KSU) stellt die strassengebundene rettungsdienstliche Versorgung für den Kanton Uri sicher. Es betreibt je einen Rettungsdienst-Stützpunkt in Altdorf und in Andermatt.
  • Der Stützpunkt Altdorf ist rund um die Uhr besetzt (am Tag durch zwei Ambulanzteams, in der Nacht und am Wochenende durch ein Ambulanzteam).
  • Der Stützpunkt Andermatt wird während des Tages (neun bis zwölf Stunden) betrieben. Während der Nacht übernimmt die Rega sämtliche rettungsdienstliche Einsätze im Urserntal, sofern Flugwetter herrscht.

Im März 2018 hat die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion eine Projektgruppe eingesetzt. Deren Auftrag war es, die Erfahrungen aus der Pilotphase auszuwerten und Vorschläge für allfällige Anpassungen des Urner Rettungskonzepts auszuarbeiten. Eine breit abgestützte Begleitgruppe sowie ein aussenstehender Experte unterstützten dies.

Anzahl Einsätze des Rettungsteams Andermatt war vergleichsweise klein

Basierend auf den Erkenntnissen und Empfehlungen der Projekt- und Begleitgruppe hat der Regierungsrat Ende Februar das Urner Rettungskonzept 2020 beschlossen. Dies schreibt die Gesundheitsdirektion am Donnerstag in einer Mitteilung. Auch in Zukunft stellt das Kantonsspital Uri die gesamte strassengebundene rettungsdienstliche Versorgung sicher.

Die beiden Standorte in Altdorf und in Andermatt werden laut Gesundheitsdirektion grundsätzlich beibehalten. Es sei jedoch festgestellt worden, dass die Anzahl Einsätze des Rettungsteams Andermatt vergleichsweise klein ausfalle. Wenn das Altdorfer Rettungsteam zu einem Notfall ausrückte, begab sich jenes von Andermatt nach Erstfeld in den Bereitschaftsraum. Die Oberländer Rettungssanitäter waren somit viel unterwegs, ohne dabei Patienten zu betreuen, was nicht dem Sinn der Sache entspricht.

Rapid Responder sind diplomierte Rettungssanitäter

Deshalb werden neu ab 1. Dezember 2019 in Altdorf und in Andermatt während des Tages so genannte Rapid Responder eingesetzt. Mit der festen Stationierung eines Rapid Responders aus dem Korps der 20 Mitarbeiter des Rettungsdienstes in Andermatt wird die Verfügbarkeit der Rettungsmittel in Andermatt optimiert. Es handelt sich um diplomierte Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter HF und Mitarbeiter des Rettungsdiensts am KSU. Sie sind mit dem notwendigen medizinischen Equipment (Defibrillator, Infusionen, Medikamente usw.) ausgerüstet. Je nach Situation werden wie bisher ergänzend die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega und die lokalen First Responder eingesetzt. Durch den Einsatz der Rapid Responder kann die Verfügbarkeit der Rettungsmittel verbessert werden.

Laut der Gesundheitsdirektion bleiben die Kosten ungefähr gleich, einen Abbau bei den Mitarbeitern gibt es nicht. Dafür verspricht sich der Kanton attraktivere Arbeitsbedingungen, zumal die Rettungssanitäter auch im Zentralschweizer Ambulanzenpool über den Kanton hinaus Einsätze leisten.

Durch die Sanitätsnotrufzentrale 144 wird wie bisher immer dasjenige Rettungsmittel aufgeboten, das am schnellsten beim Patienten am Ereignisort sein kann. Das erst eintreffende Mittel (beispielsweise ein Rapid Responder) übernimmt sofort die Patientenversorgung. Sobald auch das Transportmittel (Ambulanzfahrzeug oder Rega-Helikopter) vor Ort ist, wird der Patiententransport in das geeignete Behandlungsspital eingeleitet. Die Urner Gesundheitsdirektorin Barbara Bär sagt:

«Mit der Ergänzung des Urner Rettungskonzepts durch die neuen Rapid Responder kann die Versorgung für das ganze Kantonsgebiet optimiert werden.»

Unabhängig vom Rettungskonzept 2020 sei und bleibe es eine zentrale Aufgabe von Kanton und Gemeinden, die medizinische Grundversorgung im ganzen Kanton langfristig sicherzustellen, so die Gesundheitsdirektion. «Vor allem im Urner Oberland und im Urserntal ist die Stärkung der ärztlichen Grundversorgung ein grosses Anliegen.» Damit könne auch der ärztliche Notfalldienst auf mehrere Personen aufgeteilt und eine ganzjährige Pikett-Abdeckung durch einen Arzt vor Ort erreicht werden. «Das kantonale Rettungskonzept 2020 kann die hausärztliche Grundversorgung nur ergänzen, keinesfalls aber ersetzen», wird in der Mitteilung betont.

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