Kanton Uri
Streit um Postleitzahl: Petitionäre sind überrascht von der Anzahl Unterschriften

Das Komitee bezieht in einem Schreiben Stellung – und zeigt sich erfreut über die vielen Unterschriften, die in kurzer Zeit gesammelt werden konnten.

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Rund 1000 Einwohner der Gemeinde Bürglen – wie hier in der Betschartmatte – haben die Postleitzahl von Altdorf.

Rund 1000 Einwohner der Gemeinde Bürglen – wie hier in der Betschartmatte – haben die Postleitzahl von Altdorf.

Bild: Markus Zwyssig

(zgc) Bereits am 31. März hat der Bürgler Gemeinderat bekanntgegeben, dass nach einer Umfrage und Petition die Postleitzahl von Altdorf (6460) im Gemeindegebiet unterhalb des ehemaligen Lehrerseminars vorerst nicht in die Postleitzahl von Bürglen (6463) umgewandelt werden soll (wir berichteten).

Fünf Tage zuvor hat ein parteiunabhängiges Komitee ihre Petition mit über 300 Unterschriften von betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern und Gewerbevertretern eingereicht. Dieses Komitee zeigt sich nun in einer Medienmitteilung «überrascht und gleichzeitig sehr erfreut» über den umfangreichen Rücklauf an Unterschriften, welche in der kurzen Zeit gesammelt werden konnten. Es sei eine geschlossene Unterstützung für das Anliegen der Petitionäre in allen Alters- und Gesellschaftsschichten feststellbar. Dennoch: Es komme immer wieder zum Ausdruck, dass nur wenige ihren Unmut über das inzwischen ad acta gelegte Projekt kundgetan hätten.

Gerade ältere Personen fürchteten laut Mitteilung den «unsinnigen» Aufwand und die auf sie zukommende Bürokratie. Man fühle sich als vollwertiger Bürgler, habe aber Angst davor, als «nicht heimatverbunden» wahrgenommen zu werden, beziehungsweise befürchte gesellschaftliche Konsequenzen, wenn man öffentlich seine Meinung zum Ausdruck brächte.

Dass die ganze Gemeinde abstimmen konnte, führte zu viel Unmut

Die Petitionäre konnten laut eigenen Angaben im Verlauf von vielen persönlichen Gesprächen feststellen, dass die gestellten Fragen in der Onlineumfrage des Gemeinderats oft zu einem «vorschnellen» Klick mit der Maus geführt haben. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema, auch mit Gegenargumenten, beziehungsweise eine fundierte Information über die Vor- und Nachteile durch die Gemeinde, wurde generell vermisst. Wieso die ganze Gemeinde über dieses Thema abstimmen könne und nicht nur die Betroffenen zu entscheiden hätten, wurde mit viel Unverständnis aufgenommen.

Das Petitionskomitee sieht es als Erfolg, dass der Gemeinderat Bürglen mittlerweile von diesem Vorhaben «vorläufig» Abstand genommen hat und der Petition Folge geleistet hat.