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KANTON URI: SAC-Hütte wird zur Theaterbühne

Das Bergtheater mit Gian Rupf und René Schnoz machte Halt in der Sewenhütte. Das Stück erfüllte im wahrsten Sinne des Wortes das, was der Titel versprochen hatte.
Georg Epp
Weil der Regen ein Freilufttheater verhinderte, wurde es am vergangenen Mittwoch in der Sewenhütte sehr eng für die Schauspieler Gian Rupf (rechts) und René Schnoz. (Bild: Ursi Gehrig-Gisler (Meien, 26. Juli 2017))

Weil der Regen ein Freilufttheater verhinderte, wurde es am vergangenen Mittwoch in der Sewenhütte sehr eng für die Schauspieler Gian Rupf (rechts) und René Schnoz. (Bild: Ursi Gehrig-Gisler (Meien, 26. Juli 2017))

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Auf der Sewenhütte im Meiental feiert das Hüttenwartteam Ursi und Walti Gehrig-Gisler im laufenden Sommer das 10-Jahr-Jubiläum. Am 1. April besuchten sie im Theater Uri die Aufführung des Bergtheaters «Einsame Spitze» des Zürcher Schriftstellers und Bergsteigers Roland Heer, in dem die beiden Schauspieler René Schnoz und Gian Rupf im Zentrum stehen.

Kurzerhand entschlossen sich Ursi und Walti Gehrig zusammen mit den Verantwortlichen der Zürcher SAC-Sektion Pfannenstil, der Eigentümerin der Hütte, das Bergtheater auch auf der Sewenhütte zu engagieren. Man wollte damit nicht nur den Gästen etwas Spezielles bieten, sondern auch den Bekanntheitsgrad der Hütte zusätzlich steigern. Bereits vor fünf Jahren war das Bergtheater Gast auf der Sewenhütte gewesen, und zwar damals mit dem Stück «Ein Russ im Bergell».

Erste Station im Urnerland

Seit dreizehn Jahren besucht das Bergtheater mit Gian Rupf und René Schnoz landesweit SAC-Hütten und Kleintheater. Für dieses Engagement haben Rupf und Schnoz den Kulturpreis des SAC erhalten. Mit dem neusten Stück «Einsame Spitze» von Roland Heer startete das Bergtheater mit der Hüttentour am 22. Juli auf der Terrihütte in Graubünden, die Sewenhütte ist die erste Station im Urnerland, es folgen unter anderem auch Aufführungen bei der Windgällenhütte, der Etzlihütte und der Cavardirashütte. Die Hüttentour umfasst vom 22. bis 31. Juli insgesamt neun Stationen.

Natürlich hatten die Organisatoren am vergangenen Mittwoch auf gutes Wetter gehofft, um möglichst viele Wanderer zusätzlich anzulocken. Doch der Sommer machte ausgerechnet in diesen Tagen eine Pause. Starker Regen, mehr oder weniger während des ganzen Tages, verunmöglichte einen Grossaufmarsch. Der nasskalte Wind machte schliesslich auch den letzten Funken Hoffnung zunichte, das Stück als Freilufttheater vor einer herrlichen Bergkulisse aufzuführen. Deshalb wich man in den Aufenthaltsraum der Hütte aus.

Schonungslose Bestandesaufnahme

Zum Stück: Zwei Kletterfreunde treffen sich nach vielen Jahren wieder. Duri (René Schnoz) und Hitsch (Gian Rupf) waren Kletterfreunde in Jugendtagen. Jeder ging dann seine eigenen Wege, der eine als Single und Naturbüroleiter, der andere als Family-Man mit Mountaintrek-Firma. Kurz vor ihrem Fünfzigsten wollen sie es noch einmal wissen: Ausgerechnet die sehr schwierige Paradise-Now-Route soll es sein, darunter machen sie es nicht. Sie hocken zu zweit alleine in einer SAC-Hütte, es ist der Abend vor der Tour. Sie reden (und trinken), was das Zeug hält, und immer mehr auch schmerzhaft darüber hinaus. Es läuft auf eine schonungslose Bestandsaufnahme ihres Lebens hinaus – Bergtour als Point of no Return.

«Einsame Spitze» im wahrsten Sinne

Auf engstem Raum und ohne Tribüne überzeugten Duri und Hitsch – in Anwesenheit von Autor Roland Heer – mit viel Routine. Bitterer Ernst und Männer-Kalauer wechselten sich ab, die Dialoge beinhalteten viel Witz, sodass die Lachmuskeln der rund 60 Hüttengäste – unter ihnen sehr viele Kinder – arg strapaziert wurden. Die beiden Schauspieler zeigten sich sehr flexibel, passten das Stück der Kinderschar an und schwächten die allerheftigsten Auseinandersetzungen von Duri und Hitsch ab. Duri ist an Krebs erkrankt und sucht Nähe. Hitsch hat noch immer nicht verkraftet, dass sein bester Freund ihm einst Jacqueline ausgespannt hat. Sein damaliger Unfall in den Bergen war eigentlich ein Selbstmordversuch. Autor Roland Heer erzählt in seinem Stück von zwei Männern am Berg, von der Liebe und vom Tod. Wie die Geschichte nach heftigem Streit am Schluss ausgeht, bleibt offen und der Fantasie des Zuschauers überlassen. «Einsame Spitze»: Das Bergtheater entsprach dem Titel trotz Regenwetters, und rundum zufrieden zeigten sich auch Ursi und Walti Gehrig.

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