KANTON URI: Schweizer Polizisten schwitzen in Bruthitze

Im Kräftemessen der schweizweit besten Polizei-Mehrkämpfer hatten die Urner einen schweren Stand. Trotzdem reichte es zu zwei Medaillen.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Kommandant und OK-Chef Reto Habermacher verschafft einem Athleten eine willkommene Abkühlung. Bild Urs Hanhart

Kommandant und OK-Chef Reto Habermacher verschafft einem Athleten eine willkommene Abkühlung. Bild Urs Hanhart

Die Kantonspolizei Uri führte am Montag und Dienstag im Raum Altdorf/Seedorf die schweizerischen Polizei-Mehrkampfmeisterschaften durch. Auf dem Programm standen die Disziplinen Schwimmen, Pistolenschiessen, Kugelstossen, Weitsprung und Geländelauf. Als klar Stärkster in dieser von der Zusammenstellung her doch recht speziellen Sportart erwies sich einmal mehr Roger Steiger. Der routinierte Zürcher holte sich gestern bereits seinen fünften Schweizer-Meister-Titel – und dies erst noch in überlegener Manier. Den Grundstein für seinen neuerlichen Erfolg legte er mit erstklassigen Resultaten im Schiessen (182 Punkte), im Kugelstossen (11,52 Meter) und im Weitsprung (6,24 Meter).

Gutes Debüt von Jordi

Von solchen Topergebnissen konnten die fünf einheimischen Athleten der Kantonspolizei Uri nur träumen. Sie mussten sich allesamt mit Plätzen in den mittleren oder hinteren Regionen der Rangliste zufrieden geben. Als bester Urner klassierte sich Philipp Jordi in der Kategorie Aktive II im 10. Rang. Dies reichte im 34-köpfigen Teilnehmerfeld zum 20. Gesamtrang. Ein beachtliches Resultat, zumal Jordi erstmals bei einer solchen Polizei-SM antrat. Sein Fazit: «Ich hatte nirgends einen Absacker drin. Deshalb bin ich mit meinem Abschneiden ganz zufrieden. Meine beste Leistung ist mir im abschliessenden Geländelauf gelungen. Dort konnte ich trotz grosser Hitze noch einige Konkurrenten überholen.» Der ehemalige Inline-Skater hat bei seinem Debüt Feuer für den Polizei-Mehrkampf gefangen, meinte er doch: «Der Wettkampf hat mir Spass gemacht. Die Stimmung war toll. Ich kann mir durchaus vorstellen, auch bei der nächsten Austragung in zwei Jahren wieder zu starten.»

Trotz der insgesamt doch eher mässigen Resultate in der Einzelwertung hatten die Urner Grund zum Jubeln. Sie erkämpften sich nämlich in der Mannschaftswertung, in welche die drei besten Einzelergebnisse einflossen, in der zweiten Stärkeklasse unter den vier klassierten Teams hinter Thurgau und Solothurn die Bronzemedaille. Eine weitere bronzene Auszeichnung für die Gastgeber gab es bei den Frauen. Hier waren allerdings nur gerade drei Equipen am Start. In der Einzelwertung der Frauen landeten die vier Urnerinnen allesamt im letzten Ranglistendrittel. Am besten schnitt Anita Baumann ab. Sie belegte in der Offenen Klasse Rang 10 unter 14 Klassierten.

Lob für die Organisatoren

Als überragende Athletin bei den diesjährigen Titelkämpfen erwies sich Tamara Pellet. Die Bernerin gewann nach 2007 bereits zum zweiten Mal Gold. Nach dem Wettkampf sagte sie: «Im Geländelauf herrschten brutal harte Bedingungen. Ich bin mir vorgekommen wie in einem Backofen. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis, hier im Urnerland zu starten. Unsere Urner Kollegen haben uns sehr herzlich willkommen geheissen. Und der Wettkampf war tipptopp organisiert.»

Sehr zufrieden zeigte sich auch der Urner Polizeikommandant Reto Habermacher, der als OK-Chef amtete. «Das Wetter hat perfekt mitgespielt, und auch aus organisatorischer Sicht ist alles tadellos verlaufen», sagte er. «An den beiden Wettkampftagen gab es zum Teil hervorragende Leistungen zu sehen. Aber auch der breitensportliche Aspekt ist nicht zu kurz gekommen. Das finde ich sehr wichtig.» Besonders freute den OK-Präsidenten, dass sein Korps am meisten Teilnehmer stellte.

Die Elite am Start

Zu den Leistungen der eigenen Leute meinte Habermacher, der sich selber als Helfer ins Zeug legte und die Athleten mit kühlendem Nass belieferte: «Selbstverständlich hätte ich mich gefreut, wenn der eine oder andere etwas weiter vorne gelandet wäre. Aber man darf nicht vergessen, dass hier die absolute Polizeielite am Start war. Bei einer solchen Besetzung ist es enorm schwierig, vorne mitzumischen.»