Kanton Uri stellt Diskriminierung im Fokus

Im Rahmen des fünften Urner Integrationstages wurde über unabsichtlichen Rassismus und Alltagsdiskriminierung diskutiert.

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Wie hier im Bild vor zwei Jahren war Christian Mattli, Präsident der Fachkommission Integration, auch am diesjährigen Urner Integrationstag anwesend. (Bild: Urs Hanhart, 15. November 2017)

Wie hier im Bild vor zwei Jahren war Christian Mattli, Präsident der Fachkommission Integration, auch am diesjährigen Urner Integrationstag anwesend. (Bild: Urs Hanhart, 15. November 2017)

(zf) Sie ist durch die Bundesverfassung verboten – und doch gehört Diskriminierung zum Alltag. Wie sich diese zeigt und was man dagegen tun kann, damit setzte sich der fünfte Urner Integrationstag auseinander. Dazu referierte Gülcan Akkaya, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), wie es in einer Mitteilung heisst. Laut ihr werden Menschen mit Migrationshintergrund beim Zugang zu Arbeit oder Wohnraum nach wie vor benachteiligt. Über diese Hürden werde zu wenig gesprochen.

Im zweiten Referat berichtete Judith Jordaky, Beraterin bei der Zürcher Anlaufstelle Rassismus, aus der Beratung von Diskriminierungsbetroffenen. Sie zeigte auf, dass die meisten Fälle rassistischer Diskriminierung in der Schweiz nicht ideologisch begründet sind, sondern vielmehr Ausdruck von Unwissen, diffusen Ängsten oder Vorurteilen. Obschon oft keine böse Absicht dahinter steckt, können Handlungen oder Äusserungen diskriminierend wirken und haben reale Folgen für die Betroffenen. Das Erleben von Alltagsdiskriminierung führe zu einem Gefühl des Nicht-Dazugehörens und zu Unsicherheit und Ausgrenzung.

Im Anschluss an die Referate hatten die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Integrationstags Gelegenheit, den Referentinnen Fragen zu stellen. Die angesprochenen Themen wurden in einer Diskussion vertieft, die zeigte, dass es oft keine einfachen Antworten auf Fragen zum Thema Diskriminierung und Rassismus gibt.

Offen über Erfahrungen sprechen

Darauf ging Christian Mattli, Präsident der Fachkommission Integration, im Schlusswort ein. «Wichtig scheint mir, dass wir achtsam bleiben und den Betroffenen oder potenziell Betroffenen zuhören, dass wir sie ernst nehmen», meinte er. «Erfahrungen in der Diskriminierung sind subjektiv, also müssen wir offen darüber sprechen.»

Die Arbeit im Bereich des Diskriminierungsschutzes wird im Rahmen des kantonalen Integrationsprogramms und der Integrationsagenda in Uri weitergeführt und weiterentwickelt. Dabei setzt der Kanton vor allem auf Prävention durch Begegnung, heisst es in der Mitteilung weiter. «Wo Menschen zusammenkommen, wo sie einander begegnen, dort wird Diskriminierung selten und die gelebte Vielfalt normal.»