KANTON URI: Umweltverbände kritisieren Richtplan

Der Umweltrat begrüsst in einer Stellungsnahme die geplante Revision des Urner Richtplans als einen Schritt in die richtige Richtung. Kritisiert wird der Landschafts- und Naturschutz.

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Alte Anlagen am Winterhorn. (Bild PD / Mountain Wilderness)

Alte Anlagen am Winterhorn. (Bild PD / Mountain Wilderness)

Die Vernehmlassungsfrist für die Revision des Urner Richtplanes ist vor wenigen Tagen zu Ende gegangen. Der Urner Umweltrat (UUR), ein Zusammenschluss der Umweltorganisationen Alpeninitiatives Uri, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Mountain Wilderness und der kantonalen Sektionen von Pro Natura, VCS und WWF, sieht im vorliegenden Entwurf viel Gutes, aber auch Mängel, die es noch zu beheben gilt, wie die Organisationen in einer Medienmitteilung am Freitag schreiben.

Die laufende Revision des Urner Richtplans nimmt die bundesrechtlichen Neuerungen auf, die mittels Volksentscheid wirksam geworden sind. Viele der regierungsrätlichen Zielsetzungen werden vom Urner Umweltrat begrüsst,  so zum Beispiel Verdichtungen gegen innen, eine geringere Zersiedlung oder die Mobilisierung von Bauland . Fragwürdig ist jedoch, dass die zugrunde liegenden Daten markant von den Statistiken und Prognosen des Bundes abweichen. Das übergrosse Wachstums-Szenario von dem die Urner Regierung ausgeht, ist unrealistisch und dient v.a. dazu, weiterhin grosse Bauzonenreserven zu horten. Damit ist dem Schutz von Kulturland, Natur und der Landschaft kein Dienst getan.

Der UUR fordert hier eine realistischere und nachhaltigere Planung. Nach dem vorliegenden Richtplanentwurf dürfen Fruchtfolgeflächen für Siedlungen  für die Entwicklung von Siedlungen/Arbeitszonen reduziert werden. Fruchtfolgeflächen sind zu schonen, in Ausnahmefällen aber zumindest zu kompensieren.

Das wichtige Instrument der Mehrwertabschöpfung beurteilt der UUR als zentral und wirksam, damit die anvisierten Ziele der Bauzonenverschiebung und -ausnützung auch erreicht werden können.

Landschaft besser schützen

Die Richtplanrevision sieht vor, dass die «Schutz- und Nutzungsplanung Erneuerbare Energien» (SNEE) in den Richtplan integriert wird. Der UUR unterstützt diese Absicht, ist aber der Ansicht, dass die SNEE zuerst überarbeitet und optimiert werden müsse. Namentlich müssten die noch naturnahen und ökologisch wertvollen Gewässer (Fellibach, Alpbach, Chinzerbach und Meienreuss) von der weiteren Wasserkraftnutzung ausgeschlossen werden.

Am Winterhorn beabsichtigt die Regierung, ein Landschaftsschutzgebiet zu kennzeichnen. Der UUR begrüsst dieses Anliegen sehr, ist jedoch der Ansicht, dass dieses Schutzgebiet verbindlicher festgeschrieben werden müsse. Bei der Ausscheidung des Schutzgebiets handelt es sich um eine ökologisch-landschaftliche Ausgleichsmassnahme im Rahmen der Skigebietsentwicklung Andermatt – Oberalp – Sedrun. Diese wurde im Rahmen der damaligen Verhandlungen den Umweltverbänden vom Regierungsrat zugesichert. Der UUR pocht nun auf die raumplanerische Umsetzung dieses Versprechens.

Darum geht es

Der neue Richtplan des Kantons Uri sieht vor, dass die Zahl der Beschäftigen im Kanton bis 2040 um fast einen Viertel steigt. Um den Verschleiss von Kulturland einzudämmen, sollen die Gemeinden die Bauzonen aber reduzieren. Ziel ist es, die Zersiedelung einzudämmen. Als massgebliche Entwicklungsmotoren gelten vor allem die Gewerbe- und Industriegebiete im Urner Talboden sowie das Tourismusresort Andermatt. In diesen soll auch das grösste Wachstum stattfinden.

Der Regierungsrat kommt zum Schluss, dass die heutigen Bauzonen in einzelnen Gemeinden deutlich zu gross sind. Betroffen sind Attinghausen, Bauen, Göschenen, Gurtnellen, Hospental, Isenthal, Realp, Seelisberg, Silenen, Spiringen, Unterschächen und Wassen. Um Neueinzonungen in Gebieten zu ermöglichen, in denen Bedarf besteht, sollen die bestehenden Flächen reduziert werden.

red